Anstoß

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

Moderator: Die Moderatoren

Anstoß

Beitragvon feelingtrp » Montag 20. November 2006, 22:20

Jaja, über das Thema wurde ja schon viel geredet, aber ich konnte mein dirketes Problem nirgenst erkennen.

Also, ich stelle seit ca. 1 1/2 Monaten meinen Ansatz um. (lippeneinrollen)
Seitdem funktioniert aber mein Anstoß nicht mehr. Vor allem bei tiefen Tönen (unter C''). Ich habe jetzt bemerkt, dass ich zwischen den Lippen anstoße, und mit der Zunge leicht bei den oberen Schneidezähnen anstoße. Und da ich ja bei tiefen Tönen mit der Zunge nach unten gehe, funktioniert mein Stoß vielleicht deshalb nicht mehr. Ist das so richtig?.
bzw. was kann ich anders/besser machen. Oder wo sollte die Zunge beim Stoßen sein, oder besser nicht sein.

Außerdem habe ich bemerkt, dass mein Kinn beim Anstoß zittert. Hat das Problem vielleicht sonst noch wer, oder weiß jemand wie ich das wieder hinbekomme?

mit bestem Dank für Vorschläge
Johannes
Der Ton macht die Musik!!!!!!!!!
feelingtrp
SuperPoster
 
Beiträge: 185
Registriert: Sonntag 23. April 2006, 21:03
Wohnort: Aut/Graz

Beitragvon Tatüt » Montag 20. November 2006, 23:03

Versuch es mal damit das du dir beim anstoßen die Silbe ( de, da oder am besten finde ich ng nn) vorstellst dann liegt deine Zungenspitze berührt deine Zungenspitze den Gaumen. mehr fällt mir so auf die schnelle nicht ein.
Benutzeravatar
Tatüt
NormalPoster
 
Beiträge: 24
Registriert: Dienstag 17. Mai 2005, 13:22
Wohnort: Schöneiche

Beitragvon Miss Trumpet » Dienstag 21. November 2006, 00:44

Hallo,

Beim "traditionellen" Zungenstoß (im Unterschied zu jenem, bei dem die Zungenspitze an den unteren Schneidezähnen fixiert wird und mit dem vorderen Zungendrittel angestoßen wird) berührt die Zungenspitze die oberen Schneidezähne bzw. den Bereich wo der Gaumen die oberen Schneidezähne berührt. Wichtig ist, dass die Zunge für den Anstoß - der ja eigentlich das Öffnen eines Ventils ist - an den Zähnen komplett abdichtet und ein sauberes "t" produziert, kein englisches "th" (wie z. B. "the", "thank you"). Dieses Problem zu lösen ist verhältnismäßig einfach:

1. Trockentraining: sprechen bzw. singen auf der Silbe "tah" und auf ein sauberes, gleichmäßig "t" achten.
2. Mundstück dazu, aber ohne Töne zu produzieren (nur Ansatz formen und mit Zungenstoß Luft durchs Mundstück blasen).
3. Langsam und konzentriert am Instrument, z. B. Clarke II gestoßen, mit Metronom (z.B. auf Achtel = 100 stellen, dazu zuerst Viertel spielen, dann Achtel, dann Sechzehntel). Immer wieder zum Trockentraining zurückkehren und genau vergleichen/hinhören.

Achte darauf, dass die Luftführung stimmt - die Zunge ohne Luft ist wie ein Motor ohne Öl (oder besser gesagt ohne Sprit). Die Luft ÖFFNET beim Anstoß die Zunge.

Zum deinem Problem mit dem Kinn: wenn es sich tatsächlich um ein Zittern handelt, dann wird das von deiner Ansatzumstellung (welcher Art?) ausgehen, bzw. einer Überbelastung der Kinnmuskulatur/"Reizüberflutung" der Nerven. Ich weiß nicht, ob du eine Ansatzumstellung in Richtung BE oder TCE machst mit nach oben gebündelter Kinnmuskulatur, falls du das nicht machst würde ich dir empfehlen, das Kinn nach unten zu spannen (mit Gegenspannung von der Unterlippe --> diese rollt sich leicht ein und wird von der Kinnmuskulatur NICHT ausgedreht!).
Sollte es sich aber um eine Bewegung des Kinns bzw. der Ansatzmuskulatur gemeinsam mit jedem Anstoß handeln, ist die Bewegung deiner Zunge falsch bzw. zu groß: es bewegt sich nur die Zungenspitze, und zwar auf und ab - nicht vor und zurück! Die Bewegung ist so klein wie möglich, die mittlere und hintere Zungenpartie liegt entspannt unten in der Mundhöhle. Sollte das Problem darin wurzeln: selbes Übeschema wie oben, aber mit Spiegel!

LG, Miss Trumpet
Der Weg ist das Ziel.
Benutzeravatar
Miss Trumpet
Moderator
 
Beiträge: 1627
Registriert: Freitag 18. Juni 2004, 14:33
Wohnort: Niederösterreich

Beitragvon feelingtrp » Mittwoch 22. November 2006, 18:41

Hat vielleicht irgendjemand eine Ahnung, ob es im Raum Graz einen Lehrer gibt, der TCE unterrichtet? Bzw. ein Buch zum Selbststudium. Oder ist ein Selbststudium nicht zu empfehlen.
Der Ton macht die Musik!!!!!!!!!
feelingtrp
SuperPoster
 
Beiträge: 185
Registriert: Sonntag 23. April 2006, 21:03
Wohnort: Aut/Graz

Beitragvon hannes » Mittwoch 22. November 2006, 19:59

Ich bin ebenso auf der Suche nach weiteren professionell orientierten TCE-ler in Deutschland bzw. Europa gewesen. Selbst im Callet-Forum des trumpetherald gab es niemanden, der mir geantwortet hat. Scheint so, dass ich alleine auf weiter Flur bin. In Graz wird es wohl ähnlich sein, weil die Methode noch nicht so alt ist und ihren Ursprung in den USA hat. In Deutschland wagen sich leider nur wenige Profis (oder fast keine?)langfristig daran. Vielleicht auch wegen der vielen Spielverpflichtungen und der Furcht, das alte Können einzubüßen. Ich möchte die Zungen-Lippen-Balance (wie ich meinen Weg nennen möchte, der auf TCE und Elementen von BE aufbaut) nicht missen und hoffe weitere Kollegen kennen zu lernen.
Ein Selbststudium erfordert sehr viel Erfahrung mit den Mechanismen des Trompetenspiels und vor allem Durchhaltevermögen. Es ist mit trumpetsecrets bedingt möglich, wenn man das Spitbuzzing zu beherrschen lernt. Wer bereits damit scheitert und nicht genügend Selbstdiagnoseerfahrungen hat, kommt schnell an den Punkt der Aufgabe.
Im Grund ist der Anfang jedoch relativ einfach erlernbar, wenn man konsequent die Zunge an der Oberseite der Unterlippe fixiert und ewig lange Spitbuzzing mit den Lippen, dem Mundstück und dem Instrument übt. Eine zunehmende Luftkomprimierung sowie der Kontakt zur Oberlippe kann zum Teil länger dauern, was aber nichts macht.

Hannes
hannes
Unverzichtbar
 
Beiträge: 2048
Registriert: Dienstag 22. Februar 2005, 17:35
Wohnort: Baden-Württemberg

Beitragvon adagio » Samstag 25. November 2006, 18:23

Hallo

was ist der Unterschied von normalem Buzzing zu dem Spitbuzzing?
Etwa Lippen in pfeifstellung um die Luft genauer in die Mitte zu fokusieren?

Gruss Elio
adagio
NormalPoster
 
Beiträge: 26
Registriert: Samstag 13. August 2005, 21:20

Beitragvon hannes » Sonntag 26. November 2006, 22:32

Unterschied: Die Position der Zunge an der Oberseite der Unterlippe (falls moglich mit Kontakt zur Oberlippe) hilft beim Lippensummen.
Spitbuzzing beginnt mit scharfen kurzen Staccato-Stößen, wie wenn man ein Haar wegspucken will. Lange Töne mit vorwärtsgerichteter optimaler Zungenposition dauern länger, bis es funktioniert.

Hannes
hannes
Unverzichtbar
 
Beiträge: 2048
Registriert: Dienstag 22. Februar 2005, 17:35
Wohnort: Baden-Württemberg

Re: Anstoß

Beitragvon Sandu » Mittwoch 28. Juli 2010, 09:46

Ich habe mir gedacht, ich kram dieses Thema mal wieder raus, weil ich bei mir eine Beobachtung gemacht habe.
Insgesamt würde ich mein Spiel als stabil bezeichnen, habe ein -glaube ich- ganz ordentliches Niveau und bin mit meiner Kraft und Techik für einen ambitionierten Laien eigentlich einigermaßen zufrieden (natürlich nie wirklich ganz :wink: ).

Ich habe bloß schon im Verlauf meiner "Karriere" schon mehrmals beobachtet, dass immer wieder mal mein Anstoß etwas zu wünschen übrig lässt.
Als Zielvorstellung meine ich damit den herrlich klaren, direkten Anstoß, durch den man in meinen Augen auch oft den Laien vom Profi unterscheiden kann.

Ich habe schon immer viel daran gearbeitet: Haufenweise Tonleitern auf sechzehntel, verschiedene Clark-Übungen immer im Wechsel ein Takt gebunden - ein Takt gestoßen, Arban-Etuden mit Konzentration auf saubere Artikulation, und vieles mehr...........
Im Verlauf dieser Übungen konnte ich auch immer eine gewisse Verbesserung feststellen, die ich mir dann an anderen Tagen zum Teil wieder neu erarbeiten musste. Also es ist immer so eine Art Sysiphus-Arbeit.

Natürlich habe ich auch oft mit Sprech- und Luftartikulation geübt (wie bei Guggenberger) und habe die Artikualtion dabei eigentlich ganz gut im Griff.

Da komme ich zu dem Schluss, dass da ein grundsätzlicher Fehler im System steckt, da ich sonst nicht immer wieder neu alles erarbeiten müsste.

Nun zur eigentlichen Beobachtung: Durch meine etwas volleren Lippen spiele ich logischerweise mit einem gewissen Roll-in. Dabei ist zu beobachten, dass durch das Einrollen der Unterlippe mein Stoß beim Spielen nicht in der Form möglich ist wie beim Sprechen. Der Grund dafür ist, dass meine Unterlippe gewissermaßen den Stoß hinter den oberen Schneidezähnen blockiert, weshalb ich eigentlich nur am Gaumen mit genügend Platz stoßen kann. Meine Unterlippe liegt also zwischen den Zahnreihen und blockiert die Tonerzeugung wenn ich sehr weit vorne stoßen möchte.
Daraus ergibt sich dann wieder das Problem, dass meine Zungenposition zu weit hinten ist, was ja dem ganzen Spiel nicht gerade zuträglich ist.

Kennt jemand das Problem? Oder hat es sogar schon mal jemand therapiert?
Muss ich unbedingt die Unterlippe weiter rauskriegen? Ich weiß allerdings nicht, ob das für Kraft und Höhe bei mir so ideal ist.
Wäre für mich eine konsequente Fixierung der Zungenspitze (wo auch immer) ein Weg zu einem gleichbleibend guten Stoß? Es geht hier wirklich primär um den Stoß.
Ich würde auch momentan nicht alles bei mir komplett über den Haufen werfen wollen, weil ich wie gesagt nicht grundsätzlich unzufrieden mit meinem Stand bin.

Danke für alle Anregungen!
Sandu
ExtremPoster
 
Beiträge: 430
Registriert: Mittwoch 30. November 2005, 22:06
Wohnort: Südwestbayern

Re: Anstoß

Beitragvon Miss Trumpet » Montag 2. August 2010, 11:20

Ohne dich gesehen/gehört zu haben, ein paar Anregungen:

1. Experimentiere mit der Position des Unterkiefers. Eine leicht vergrößerte Öffnung und/oder ein leichtes Nachvornbringen könnte dir ev. helfen.

2. Experimentiere mit dem Kontaktpunkt zwischen Zunge und Gaumen/Zähne. Ich persönlich kann mit den verschiedenen, kursierenden Modellen zur fixierten Zungenspitze nichts anfangen, da sie mir zu extrem scheinen. Für mich funktioniert es am besten, wenn der Zungenrand die Oberkante der unteren Schneidezähne leicht berührt, der Kontaktpunkt beim Anstoß liegt dann meinem Gefühl nach ca. 1 cm dahinter.

3. Sehr empfehlenswert finde ich auch die Poptones von David Hickman. Das Übungsprinzip ist, dass man mit dem absoluten Minimum an Luft übt, und sich damit eine perfekte Balance der verschiedenen Komponenten und des Ablaufs beim Zungenstoß erarbeitet. Mir persönlich tut diese Übung in jeder Hinsicht unglaublich gut. Siehe auch:

http://www.trumpetherald.com/forum/viewtopic.php?t=62510&highlight=poptones+hickman

4. Bei Schülern mit Anstoßproblemen beobachte ich häufig, dass sie einfach viel zu viel machen mit der Zunge - zu große Bewegung, zuviel Spannung, Aufstauen der Luft (sowohl willkürlich als auch unwillkürlich, z.B. als Kompensation von Defiziten in der Luftführung) - bzw. auf der Such nach dem "idealen", sauberen Anstoß komplett das Timing im Zusammenspiel von Luft und Zunge verlieren. Hierbei finde ich Atemübungen mit dem "Püh" nach Malte Burba hilfreich (siehe Forensuche) als auch das Leitbild, das der Luftstrom den Zungenstoß auslöst, und NICHT die Zunge (!).

LG, Miss Trumpet
Der Weg ist das Ziel.
Benutzeravatar
Miss Trumpet
Moderator
 
Beiträge: 1627
Registriert: Freitag 18. Juni 2004, 14:33
Wohnort: Niederösterreich

Re: Anstoß

Beitragvon Sandu » Montag 2. August 2010, 11:24

Danke für die Anregungen!
Genau nach solchen suche ich......
VG
Sandu
ExtremPoster
 
Beiträge: 430
Registriert: Mittwoch 30. November 2005, 22:06
Wohnort: Südwestbayern


Zurück zu Fundamentales

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste