Probleme mit Höhe

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
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Probleme mit Höhe

Beitragvon Jazzican » Mittwoch 6. Dezember 2017, 17:40

Tag zusammen!

Ich lese hier schon ein Weilchen mit und geh euch mit meinem ersten Beitrag gleich auf den Keks :)

Ich spiele jetzt seit zwei Jahren Trompete, seit einem Jahr sehr intensiv und bin derzeit etwas angefressen, weil ich ständig vor dem selben Problem stehe...

Ich übe seit Längerem ein Stück, wo unter anderem das f“ , so wie auch das g“ gespielt werden. Ich übe meist entspannt, Bindeübungen, Intervallübungen, Tonleitern und co. Ich bin mir auch bewusst, dass ich Geduld haben muss, aber manchmal nargt es an den Nerven, wenn ich wieder das Dejavue habe, dass ich die oben genannten Noten nicht treffe bzw. der Ton absackt und somit das Stück nicht einfach mal fehlerfrei durchspielen kann...

Ich hab auch bei den Tonleitern hin und wieder das Gefühl, dass schon ab dem b1 manchmal die Luft nicht richtig fließen kann bzw. meine Lippen verkrampfen und ich sehr angespannt bin...

Ich spiele mit sehr viel Leidenschaft und mache das mit viel Liebe, aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mir das gerade nicht auf den Keks ginge...

Woran könnte es liegen? Erwarte ich zuviel von mir?

Beste Grüße und im Voraus danke für eure Beiträge!
Jazzican
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Re: Probleme mit Höhe

Beitragvon GT-Karl » Donnerstag 7. Dezember 2017, 01:09

Hallo Jazzican,

es mag dich enttäuschen, aber du hast dir die Antwort schon selbst gegeben! Ich denke du erwartest zu viel von dir. Also ich habe nach zwei Jahren an der Trompete noch nicht wirklich an Stücken gearbeitet in denen mehrmals das f2 und g2 gefordert wurde, eher war ich wohl froh einen solchen Ton überhaupt mal zu treffen. Aber das mag bei anderen Trompetern hier anders gewesen sein.
Natürlich kommt jetzt die Frage nach dem Lehrer und das von mir, der nie einen richtigen Trompetenlehrer hatte und sich das Spielen mehr oder weniger selber beigebracht hat.(so wird es sich wohl auch anhören :wink: )
Ich denke, dass man schon ein gewisses Maß an Erfahrung braucht und auch einen halbwegs stabilen Ansatz, um sich alleine weiterentwickeln zu können und damit meine ich auch das Ausmerzen von Fehlern, die man selber erst mal spüren bzw. erkennen muss! Stichwort: try and error, diese Methode führt allerdings häufig zu noch mehr Frust, es sei denn man verfügt über eine große Portion Geduld und Disziplin.
Deshalb der Rat, bespreche deinen Stand mit einem Lehrer! Vielleicht hast du ja auch schon einen Lehrer und du schenkst seiner Aufforderung Geduld zu haben keine Beachtung. Aber der Aufbau der nötigen Ansatzmuskulatur, der Zungentechnik und das Erlernen der richtigen Atmung braucht Zeit, aber dann kommen die gewünschten Töne früher oder eben etwas später ganz sicher!

Mach dich nicht selber verrückt....

Gruß

Karl
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Re: Probleme mit Höhe

Beitragvon Sandkuchen » Donnerstag 7. Dezember 2017, 10:52

Tja, das ist der Grund, warum die Trompete ein so gemeines Instrument ist. Eigentlich braucht man nicht viel, um Eindruck zu schinden. Doch man kommt extrem schnell an seine Grenzen. Sei es Höhe oder Virtuosität.

Ganz wichtig beim Trompetelernen ist eine gesunde Balance aus Ehrgeiz und Demut. Ohne Fleiß kein Preis, aber zu viel Fleiß blockiert. Leider muss sich die Technik entwickeln. Also lass dich nicht durch die Grenzen frustrieren. Du kannst sie nicht mit Gewalt durchbrechen, sondern musst die steinigen Serpentinen ersteigen, um die Grenze zu verschieben.

Ein kleines Mosaiksteinchen könnte die Tonvorstellung sein. Hörst Du den Ton, bevor Du ihn spielst? Es könnte sich lohnen, die Stellen mit den hohen Tönen isoliert zu üben. Also z.B. bei Tochter Zion (klingend Es-Dur) ist im Takt 6 das f'' zu spielen. Dann übst Du nur die Takte 5 bis 8 (die musikalisch zusammenhängen). Am besten spielst Du es mit Klavier (gibt auch Piano-App für Smartphone) vor. Dann singe es (ggf. tiefer). Dann mit Instrument und statt dem f'' machst Du eine Pause und versuchst den Ton zu hören. (Das Ton hören kannst Du auch Trainieren, in dem Du das zu Spielende Intervall tiefer übst.) Wenn das klappt, kannst Du die Stelle üben wie es steht. Wenn der Ton trotzdem nicht kommt, nicht frustriert sein und wenn es klappt nicht denken, das war es, der Ton sitzt (Geduld!). Nicht an der Stelle fest beißen und nur die schweren Stellen im Stück üben. Wenn es ein paar Tage hintereinander geklappt hat, das ganze Stück üben.
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Re: Probleme mit Höhe

Beitragvon Jazzican » Donnerstag 7. Dezember 2017, 13:34

Vielen Dank für eure Antworten!

Es gibt selten Momente, wo ich sehr frustriert darüber bin, aber es gibt sie halt. So einer war wohl gestern. Ansonsten üb ich weiter fleissig und werde mir selbst die nötige Geduld entgegenbringen...

Merci!
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Re: Probleme mit Höhe

Beitragvon Dobs » Donnerstag 7. Dezember 2017, 16:43

Jazzican hat geschrieben:Vielen Dank für eure Antworten!

Es gibt selten Momente, wo ich sehr frustriert darüber bin, aber es gibt sie halt. So einer war wohl gestern. Ansonsten üb ich weiter fleissig und werde mir selbst die nötige Geduld entgegenbringen...

Merci!


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Re: Probleme mit Höhe

Beitragvon dunbia » Donnerstag 7. Dezember 2017, 17:37

@Jazzican

allgemein Staccatoübungen/einzelne Töne (in Deiner Range) gezielt angestossen anspielen -auch mit Piano vorhören- helfen (mir) immer wieder.
Naturtonbindungen sind super, man kann aber auch sehr gut Fehler kaschieren, damit. :D
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Re: Probleme mit Höhe

Beitragvon Jazzican » Donnerstag 7. Dezember 2017, 20:58

Dobs hat geschrieben:
Jazzican hat geschrieben:Vielen Dank für eure Antworten!

Es gibt selten Momente, wo ich sehr frustriert darüber bin, aber es gibt sie halt. So einer war wohl gestern. Ansonsten üb ich weiter fleissig und werde mir selbst die nötige Geduld entgegenbringen...

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