Lieber Zausel,
punkto Mundstückgrößen habe ich in meiner jetzt fast dreijährigen Karriere als Autodidakt folgendes herausgefunden: bei den Bach-Mundstücken selbst ist die Nummerierung offenbar mit einer ziemlichen Serienstreuung verbunden: ich habe zwei mit 10 C nummerierte Mundstücke ausprobiert, das bessere spiele ich derzeit. Ich habe für die Trompete auch ein Schilke 14A4, aber das ist auf meiner Mystery 1 irgendwie zu schrill, vor allem, wenn ich in kleiner Besetzung spiele. Die 7C Mundstücke, die bei meinen Trompeten dabei waren, verstauben inzwischen, weil sie zwar angeblich "All-round" sind, aber m.E. nicht den richtigen Klang bringen. Am Flügelhorn hab ich ein A&S 6T-FL, mit dem ich sehr zufrieden bin und auf dem Melton ein Mundstück, von dem ich nicht weiß, von wem es ist, es steht nix drauf, ist aber das einzige, das passt. Der einzige Rat, den ich geben kann, und den ich selbst befolgen werde, sobald meine Tochter den Führerschein hat, ist, loszugehen und in einem Laden, wo genügend Mundstücke zum Ausprobieren zur Wahl stehen, auszuprobieren, wo man sich am gemütlichsten fühlt und den Klang rauskriegt, den man haben möchte.
Ich weiß, dass Könner, zu denen ich ja nun noch nicht gehöre, für jede Aufgabe ein besonderes Mundstück haben, das mag sicher von Vorteil sein. Mein Eindruck ist, ab einer bestimmten Festigkeit des Ansatzes kann man in fast jedes Mundstück pusten, es kommt etwas Brauchbares raus. Inzwischen habe ich keine Schwierigkeiten mehr beim Wechsel zwischen Flügelhorn und Trompete, also liegt alles wohl mehr daran, wie man seine Lippen, die Atemführung und die Gestaltung der Mundhöhle im Griff hat. Grundsätzlich hat wohl Bixel recht, kleinere, eher flachere Mundstücke sind "heilsam", weil sie zwingen, die genannten Faktoren besser beherrschen zu lernen. Wie weit sie der Ausdauer förderlich sind, kann ich trotzdem immer noch nicht abschätzen. Ich habe jedenfalls auf dem Bach mehr Ausdauer als auf dem Schilke. Grundsätzlich ist bei jedem Bläser die Anatomie geringfügig verschieden, ein guter Lehrer wird seinem Schüler vermutlich also das Mundstück "anpassen", das ihm am besten entgegenkommt. Üben muss allerdings auch der Schüler des besten Lehrers selbst.

Über Mundstücksafaris habe ich in diesem Forum schon einiges gelesen, klug daraus geworden bin ich allerdings bis jetzt auch noch nicht, falls dich das tröstet.

Lg.
Bela
Schöne Musik ist eine Leiter zum Paradies.