Brassboulevard?

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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Dobs » Freitag 15. April 2016, 09:17

Bixel hat geschrieben:Sofern es sich bei dem Kauf um ein Online-Geschäft (und bei dem Käufer um keinen Berufsmusiker) handelt, kann der Kunde den Kauf meines Wissens ohne Einhaltung der gesetzlichen 14-tägigen Frist jederzeit widerrufen, da die Online-AGB bei Brassboulevard nach wie vor dreist rechtswidrig formuliert (und mithin nicht rechtswirksam) sind.


Das ist vermutlich richtig. Ich wollte darauf hinaus, dass allein das "Nichtgefallen" eines Kaufgegegenstandes nicht grundsätzlich zur Rückgängigmachung des Kaufvertrages berechtigt. Diese Ansicht begegnet mir häufiger mal. Erst kürzlich kam eine sehr entfernte Bekannte zu mir ("Hallo, Du bist doch Rechtsanwalt!?..."), weil sich ein Möbelhaus, weigerte eine Lampe (die sie im Ladengeschäft erworben hatte) zurück zu nehmen, die farblich nun doch nicht in ihr Wohnzimmer passen. Manche Geschäfte erlauben eine Rückgabe aus Kulanz, aber ein Anspruch besteht hier nicht.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon s´Maddin » Mittwoch 8. Juni 2016, 15:52

Es handelt sich um ein Hoyer 4801.
Angeblich fünf Jahre alt für 2100,-€. Die Gebrauchsspuren schauen aber nach deutlich mehr Benutzerjahren aus.
Haben jetzt bei einem hießigen Instrumentenbauer ein Mundstückerworben und einen Zug löten lassen, damit unser Sohn das Instrument benutzen kann.
Der Verkauf war online aber im Kundenauftrag, d.h. KEINE RÜCKNAHME o.Ä.
Wer also online bei Brassboulevard bestellen möchte, sollte auf soclhe Details achten!
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Küste » Dienstag 14. Juni 2016, 00:11

Guten Tag liebe Gemeinde,

ich möchte kurz einmal meine Erfahrungen beim Kauf eines Yamaha Flügelhornes schildern.


Nach dem Kauf eines "neuwertigen Vorführmodells" kam die böse Überraschung.

Das Instrument roch nach gammeliger Schlosserwerkstatt, dicke grüne Brocken und Tannennadeln (!) kamen heraus, Ventile klapperten und deren Löcher waren dick grün belegt.
Auch das Mundrohr war gammelig grün, das Mundstück war verbogen.

Nachdem ich diese unhaltbaren Zustände telefonisch reklamiert hatte, bat mich der Inhaber um etwas Geduld, er wolle sofort zurück rufen, da er im Kundengespräch sei.

Ich stimmte zu, auf einen Rückruf wartete ich allerdings vergebens.

Im Laufe des Tages rief ich sehr oft bei ihm an - vergeblich, denn es ging niemand ran.

Ganz im Gegenteil: Mit eingeschalteter Rufnummernanzeige wurde mein Anruf sofort blockiert, ohne Rufnummernanzeige klingelte es durch, ohne das jemand das Gespräch angenommen hätte.

Ich informierte mich daraufhin persönlich bei einem Y-Fachhändler über das Instrument.

Dieser konnte nicht glauben was er sah:
Ein altes Instrument in schlechtem Zustand, das seit mehr als 10 Jahren bei Y. nicht mehr gelistet war.
D.h. es war "mehr als 10 Jahre alt."

Ich fuhr dann zum Laden, (2.x350km) dieser war rein zufällig zwei Wochen
"nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung geöffnet".

Ich machte seinen Privat-Wohnsitz ausfindig, dort angekommen WEIGERTE ER SICH DAS INSTRUMENT ZURÜCK ZU NEHMEN, ODER DIE MÄNGEL ZU BESEITIGEN.

Ich habe alles versucht ihn freundlich zu einer einvernehmlichen Lösung zu bewegen und drohte schließlich mit dem Anwalt.

Ohne Erfolg, er drehte sich um und ließ mich mit dem Instrument stehen.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon buddy » Dienstag 14. Juni 2016, 09:21

Man müsste mal herausfinden, ob es diese "Kundenaufträge" wirklich gibt oder ob die nur zum Aushebeln der Gewährleistung vorgeschoben sind - letztes wäre meine Vermutung.
Ich würde in so einem Fall Strafanzeige erstatten, auch wenn die Chance auf ergebnislose Einstellung des Verfahrens hoch ist.

Was ich nicht verstehe - es gibt über dieses Forum und über Vioworld und bisweilen sogar über ebay so tolle Angebote, was will man da bei Brassboulevard?
Außerdem gibt es natürlich auch Händler mit gutem Ruf und Gebrauchtangeboten.
Zuletzt geändert von buddy am Dienstag 14. Juni 2016, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon RandyPuh » Dienstag 14. Juni 2016, 09:51

buddy hat geschrieben:Ich wrde in so einem Fall strafanzeige erstatten, auch wenn die Chance auf ergebnislose Einstellung des Verfahrens hoch ist.


Wow, das ist ja ein starkes Stück, was da z. Zt. abgeht. Es kann doch nicht angehen, dass PM von BB bewusst Kunden über den Tisch zieht und bei Strafanzeige als Ergebnis die Einstellung des Verfahrens herauskommt. Den PM sollte man einmal richtig in die Mangel nehmen.

Ich würde zusehen, ob Du die Inseration des Instrumentes noch im Netz findest. Wenn ja, dann sofort Screenshot oder PDF draus machen und abspeichern. Vermutlich hat PM die Abbildung des Instrumentes wieder verschönert, also Dich damit geblendet. Auf jeden Fall zum Anwalt und ggf. auch einen Sachverständigen hinzufügen. Es kann nicht sein, dass man dem Kerl nicht das Handwerk legen kann.

Meine jetzige Trompete habe ich hier im Forum erstanden. Ein ganz guter Anbieter ist dane666, er schickt dir seine angebotenen Instrumente zur Ansicht zu und dann kannst Du entscheiden ob ja oder nein.

Mich persönlich würde interessieren, wie Dein Fall weiter verläuft.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Bixel » Dienstag 14. Juni 2016, 10:28

Zur Erinnerung.

Kriminelle Anbieter von Flügelhörnern aus dem Schaumburger Land können durchaus nicht darauf vertrauen, stets ungeschoren davon zu kommen.

Ein Geschädigter muss sich halt die notwendige Mühe einer Strafverfolgung machen.
Dies geschieht aber offenbar eher selten, denn wer sich im Leben eine gewisse Mindest-Mühe macht, gerät gar nicht erst in die Situation, zum Opfer Internet-bekannter Betrüger zu werden.
Zurück zum Thema...
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Maxbert » Mittwoch 15. Juni 2016, 14:33

Mal so eine allgemeine Idee meinerseits (natürlich ganz ohne Zusammenhang zum Thema): Crowdfunding erfreut sich großer Beliebtheit. Sollte sich beispielsweise eine Schar von geprellten Kunden eines (un)bestimmten Händlers zu einer Sammelklage entschließen, würden sich bestimmt einige Mitglieder einer großen Forumsgemeinde dazu bereit erklären, die Anwaltskosten per Crowdfunding zu unterstützen.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Küste » Mittwoch 15. Juni 2016, 17:26

Mein "neuwertiges Vorführmodel", beim Probespielen war das nicht erkennbar.

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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Blas! » Mittwoch 15. Juni 2016, 23:53

Pfui Deibel. Konnte man das beim Probespielen nicht riechen?

:glotz:
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Küste » Donnerstag 16. Juni 2016, 00:08

Nein, leider nicht.
Ich hab es angespielt, wie auch einige andere, warm ist es dabei nicht geworden.
In Einzelteile zerlegt hab ich es vorort auch nicht...

Damit rechnet man auch nicht. :Tock:
(Wenn man ein "neuwertiges Vorführmodel" kauft.)

Bis dahin war mir sein schlechter Ruf nicht bekannt.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Hochwälder » Donnerstag 16. Juni 2016, 07:52

...und das zum Frühstück.... vielen Dank. :down:

Da muss man sich ja schon überwinden, selbst Hand anzulegen.....
Das ist echt übel und sehr ärgerlich für dich.
Wünsche dir dennoch (nach einer professionellen Grundreinigung) Spaß (nicht nur Ärger) mit dem Instrument.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon buddy » Donnerstag 16. Juni 2016, 08:55

Küste hat geschrieben:Bis dahin war mir sein schlechter Ruf nicht bekannt.

Die eigentliche Frage ist für mich, ob Du die Behauptung eines "neuwertigen Vorführmodells" dank eines Zeugen oder Ausdrucks bei Internetangebot beweisen kannst und ob Du dich auf eine juristische Auseinandersetzung oder wenigstens anwaltliche Erstberatung (ca. 130 EUR) mit Herrn Meyer einlassen willst.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon RandyPuh » Donnerstag 16. Juni 2016, 09:49

Küste hat geschrieben:Mein "neuwertiges Vorführmodel", beim Probespielen war das nicht erkennbar.


Für ein "neuwertiges Vorführmodell" sieht dieses Horn aber sehr schlecht aus. So darf ein Instrument, auch kein Vorführinstrument oder Gebrauchtinstrument bei einem "professionellen Händler" nicht aussehen.

Ich glaube aber, wenn Du das Horn in der Wanne badest und alles Züge durchziehst und säuberst, dann solltest Du sie wieder gut hinbekommen. Pflegeanleitungen und Tipps gibt es gute im Netz.

Als ich vor ca. drei Jahren bei PP/BB gewesen bin, habe ich auch mehrere Trompeten angespielt. Da war er sehr pingelig, Armbanduhr und Ehering mussten abgelegt werden.

Ansonsten versuche das hinzubekommen, was buddy geschrieben hat, ich denke auch, dass Du dann doch eine gute Chance hast, gegen PM etwas zu unternehmen.
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Küste » Donnerstag 16. Juni 2016, 14:38

@buddy
Ja, kann ich, meine Liebste (Verlobte) war dabei.

Stichwort Verlobte:
@RandyPuh
Den Verlobungsring und die Uhr hab ich ganz von selbst abgenommen.

Ich bin mir noch nicht schlüssig, was ich mache.

Die Sammelklage wäre eine Möglichkeit.

Jedenfalls gehört ihm anständig der Marsch geblasen...
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Re: Brassboulevard?

Beitragvon Hochwälder » Donnerstag 16. Juni 2016, 15:02

Küste hat geschrieben:Jedenfalls gehört ihm anständig der Marsch geblasen...

Ich weiß auch schon Welcher: Leckmicha-Marsch :huepf:
https://www.youtube.com/watch?v=NmI-ZcE-Z2k
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