Pumpventil bleibt ständig auf den letzten Millimetern hängen

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kornettist
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Pumpventil bleibt ständig auf den letzten Millimetern hängen

Beitrag von kornettist » Sonntag 23. Juni 2019, 15:07

Hallo!

Ich habe mal eine Frage an die Instrumentenbauer, und zwar habe ich ein Problem mit meinem Yamaha B-Kornett (Typ YCR-8335). Mein zweites Ventil bleibt sehr oft beim Spielen auf den letzten paar Millimetern hängen und geht beim Loslassen nicht vollständig in seine Ausgangsposition zurück. Es hat zur Folge, dass es bei schnellen Läufen o.ä. schnell nach einer Gießkanne klingt, als wenn man eben das Ventil nur halb drückt.

Ich habe das Ventil schon mehrfach abgewischt, ebenso die Hülse ausgewischt und den Deckel unten an der Ventilhülse abgedreht und gereinigt. Danach alles ordentlich geölt und das Problem lässt sich nicht beseitigen. Bin auch mit dem Instrument nirgendwo gegen gestoßen, sodass sich das Ventil verzogen haben könnte.

Hat jemand noch weitere Ratschläge für mich, sodass ich das Instrument nicht erst in die Werkstatt geben muss? Leider habe ich in meiner Stadt nur einen Instrumentenbauer, der aber aus meiner Sicht nicht so kompetent ist, hatte schon mehrfach schlechte Erfahrungen damit. Es würde darauf hinauslaufen, dass ich das Kornett zu meiner Werkstatt des Vertrauens einschicken muss und mehrere Wochen darauf verzichten muss.

Liebe Grüße,
kornettist
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Re: Pumpventil bleibt ständig auf den letzten Millimetern hängen

Beitrag von blechfan » Sonntag 23. Juni 2019, 17:40

Mit welchem Öl arbeitest Du? Könnte zu dick sein, probier mal Hetman Nr. 1.
kornettist hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 15:07
ordentlich geölt
Vielleicht zu viel aufgetragen?
Wie alt ist das Instrument? War das Problem schon immer, von Anfang an?

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Re: Pumpventil bleibt ständig auf den letzten Millimetern hängen

Beitrag von kornettist » Sonntag 23. Juni 2019, 21:09

Ich nehme für meine Pumpventil Instrumente schon seit dem ich denken kann das ganz normale Öl von „La Tromba“. So eine weiße Flasche mit spitzem Deckel.

Das Kornett ist ca. 8 Jahre alt.
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Re: Pumpventil bleibt ständig auf den letzten Millimetern hängen

Beitrag von schattie280 » Montag 24. Juni 2019, 06:44

Moin,

entweder ist die Büchse stark verschmutzt oder verzogen. Jedenfalls wirst du das wahrscheinlich nicht selbst hinbekommen und wirst auf dein Instrument eine Weile verzichten müssen, wenn es ordentlich gemacht werden soll.

Gruß,
Schattie
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Re: Pumpventil bleibt ständig auf den letzten Millimetern hängen

Beitrag von ebnater » Montag 24. Juni 2019, 12:33

Ob es verzogen ist / einen Schlag bekommen hat, kannst Du gut selber feststellen: Ventil rausnehmen, unteren Deckel der Ventilhülse abnehmen und Ventil OHNE GEWALT "falsch" herum einbauen. Nicht weit, nur ein paar Millimeter. Wenn Du dann das Instrument mit dem betroffenen Ventil gegen das Licht hältst und DURCH die Ventilhülse schaust, solltest Du erkennen können, ob der "leuchtende Spalt" rundum geht und gleichmäßig ist oder eben an einer Stelle verzogen. Hat zumindest bei der Trompete eines Mitbläsers gut geklappt, könnte auch bei Kornett funktionieren.

Viel Erfolg!

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Re: Pumpventil bleibt ständig auf den letzten Millimetern hängen

Beitrag von Wolfram » Montag 24. Juni 2019, 23:12

kornettist hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 21:09
Ich nehme für meine Pumpventil Instrumente schon seit dem ich denken kann das ganz normale Öl von „La Tromba“. So eine weiße Flasche mit spitzem Deckel.

Das Kornett ist ca. 8 Jahre alt.
Hallo kornettist,
Wenn ein Instrument 8 Jahre alt ist könnte es auch Verschleiß sein. Je nachdem wie intensiv das Instrument gespielt wurde nutzen sich die Laufflächen ab und benötigen dann ein anderes Ventilöl.

oder:
Wenn ich mich recht erinnere, ist der Ventilzug des zweiten Ventils weiter "draußen" als der Stimmzug. Das bedeutet, dass der Knopf vom Halbtonzug beim Spielen am Handballen der rechten Hand anliegen könnte. Damit entsteht ein leichter und ständiger Druck , der die Ventilrohre am zweiten Ventil ins Ventil-Innere drücken und damit zum leichten Verklemmen des Ventils führen kann. Aber auch beim Transport im Koffer und einem leichten Stoß von der Seite würde der Zug in Richtung Ventilbüchse drücken.
Hier hilft nur ein "Spreizen" der Ventilbüchse mit einem Spezialwerkzeug in einer Fachwerkstatt.
LG, Wolfram
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