Jazztrompete mit Drehventilen

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Moderator: Die Instrumentenbauer

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Wolfram
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Wolfram » Mittwoch 5. Dezember 2007, 15:34

Stutzig macht mich nur folgende Information:
http://www.museum-markneukirchen.de/for ... ?f=13&t=12

Auf der Bayerischen Internetseite wird für Kurt aber als Geburts- und Wirkungsort Markneukirchen angegeben... ???
Dort sind nach Angabe des Vogtl.Museums aber keine Instrumente von ihm bekannt!
Sollte Kurt Scherzer also als Instrumentenbauer in Markneukirchen aktiv gewesen sein, dann vielleicht auch in der "Werkstatt seines Schwagers K.Knoth" (?) die 1951 Johannes Scherzer übernommen wurde?
Es ist und bleibt ein Puzzle...

Habe deshalb versucht mit Johannes direkt Kontakt aufzunehmen!
Werde euch dann berichten...
LG, Wolfram
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Troubadix » Mittwoch 5. Dezember 2007, 16:48


Deakt_20120717
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Deakt_20120717 » Mittwoch 5. Dezember 2007, 18:46

Ich denke auch der Herr Dorfner, der die Werkstatt von Scherzer in Augsburg übernommen hat
kann dazu was beisteuern!
Vielleicht mailt Ihn mal einer an!
http://www.dorfner-musikinstrumente.de/

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lurchi
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von lurchi » Donnerstag 6. Dezember 2007, 07:52

Die zwei Instrumente (das, nach dem gefragt wurde und die Scherzer, Augsburg, von Scherbaum) sind aber doch deutlich verschieden. Bei der Unbekannten liegt der Ventilblock unten, wodurch das lange Mundrohr zustande kommt. Bei der Piccolo geht es nach kurzem Mundrohr in den Ventilblock, der untere Bogen ist reine Zierverblendung.
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versus
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Nedsolaud » Donnerstag 6. Dezember 2007, 08:21

Hallo guten Morgen!
Auch nicht schlecht, aber guckst Du hier…
Und der unter Bogen in Deiner Trompete ist nicht Echt!!! (is nur Show, stützt die Trompete.) Deshalb sind auch die Ventiele oben!
http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... =105&prev=

Es gab wohl mal ne Zeit wo so was gebaut wurde, die Frage ist doch warum wurde so was gebastelt und warum heute nicht mehr.
Hab ich grad noch gefunden...
http://cgi.ebay.de/Seltene-Trompete-Mei ... dZViewItem

LG Werner

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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Wolfram » Donnerstag 6. Dezember 2007, 09:27

maniactrumpet hat geschrieben:Ich denke auch der Herr Dorfner, der die Werkstatt von Scherzer in Augsburg übernommen hat
kann dazu was beisteuern!
Vielleicht mailt Ihn mal einer an!
http://www.dorfner-musikinstrumente.de/
Danke für den Hinweis!
Habe soeben eine Email geschrieben...
LG, Wolfram
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von lurchi » Donnerstag 6. Dezember 2007, 15:16

Nedsolaud hat geschrieben: Und der unter Bogen in Deiner Trompete ist nicht Echt!!! (is nur Show, stützt die Trompete.) Deshalb sind auch die Ventiele oben!
Ach so!! War mir noch gar nicht aufgefallen (dass es meine Trompete ist).
lurchi hat geschrieben: Bei der Piccolo geht es nach kurzem Mundrohr in den Ventilblock, der untere Bogen ist reine Zierverblendung.

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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Nedsolaud » Donnerstag 6. Dezember 2007, 17:50

Poohhh ehh, :schock:
lurchi hat geschrieben:sind aber doch deutlich verschieden. Bei der Unbekannten liegt der Ventilblock unten, wodurch das lange Mundrohr zustande kommt.
Du wirst lachen, das is bei meiner B-Trompete und der Piccolo genauso.
Aber darum gehts doch garnicht, sondern um die Bauform, Vor- und Nachteile der Jazzbrezel.

LG Werner

PS: Bin total gespannt was der Wolfram rausbekommt!!!

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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Wolfram » Donnerstag 17. Januar 2008, 10:26

Habe aus der Augsburger Werkstatt keine Antwort erhalten, dafür aber eine sehr ausführliche aus dem "Musikinstrumentenmuseum in Markneukirchen":
http://www.museum-markneukirchen.de/for ... f=13&t=594
LG, Wolfram
Meine Frage an das Museum:

Im Internetforum http://www.trompetenforum.de ist eine Diskussion über den Instrumentenbauer
Kurt Scherzer entstanden.
Im Bayerischen Musikerverzeichnis wurde für ihn Geburts- und Wirkungsort mit Markneukirchen angegeben !?!

Nun ergeben sich für mich folgende Fragen:

1.) Kann es sein, dass Kurt ebenfalls (wie Johannes Scherzer) in der
Werkstatt von Kurt Knoth gearbeitet hat?
(Später eröffnete Kurt Scherzer bekanntlich eine Werkstatt in Augsburg!)

2.) Stehen Kurt und Johannes Scherzer in einem verwandschaftlichen Verhältnis?

3.) Wäre damit auch zu erklären, dass beide Werkstätten
"Johannes Scherzer/Markneukirchen" und "Kurt Scherzer/Augsburg"
die kombinierten Trompeten-Modelle mit Drehventil und Perinet-Drückern gebaut haben?
Die Antwort von Herrn Mario Weller / Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen

zu Frage 1.: Der Augsburger Metallblasinstrumentenmacher Kurt Scherzer hat nach meinen bisherigen Recherchen nicht in der Werkstatt Knoth gearbeitet. Diese Aussage treffe ich nach etwa 15 Besuchen bei Herrn Johannes Scherzer, welcher bekanntlich der Nachfolger der Firma Knoth gewesen ist. Zur Firma Knoth / J. Scherzer hier nur kurz die Lebensdaten der Werkstatt:
Gustav Emil Knoth
27.03.1870 - 17.03.1936
Emil Kurt Knoth
01.03.1891 - 02.02.1970
Walter Knoth
31.07.1910 - 31.07.1957
Johannes Scherzer
geb. am 10.08.1922

Darüber noch allgemein mehr ins Forum zu stellen, sprengt wiederum dessen Rahmen, da ich darüber schon etwa 20 A4-Seiten recherchiert habe.
Nur so viel: Kurt Knoth war der Onkel von Johannes Scherzer, Johannes' Vater wiederum stammte aber aus Erlbach.
Ganz ausgeschlossen kann aber natürlich eine Lehre von Herrn Kurt Scherzer bei Knoth nicht werden, da natürlich auch viele Daten von vor 1930 nicht auffindbar sind.

zu Frage 2.: Nach meinen bisherigen Recherchen stehen Johannes Scherzer Markneukrichen und Kurt Scherzer Augsburg nicht in einem (nahen) verwandschaftlichen Verhältniss. Aber leider muß ich Ihnen dazu berichten, dass wohl alle "Scherzers" hier im oberen Vogtland miteinander verwand sein müssen. D.h. weder eine Verwandschaft 1., 2. oder 3. Grades, sondern etwas weiter auseinander. Übrigens fand ich bei meinen Nachforschungen mit Herrn Johannes Scherzer auch heraus, dass ich ebenfalls mit ihm verwand bin! Das ehrt mich sehr, besonders auch deshalb, weil Johannes ein richtig netter, warmherziger und allzeit helfender Mensch ist! Und das er ein fachkundiger und erfolgreicher Metallblasinstrumentenmacher ist, steht sowieso außer Frage.

zu Frage 3.: Die über einige Ecken sicherlich bestehende Verwandschaft kann hiermit ganz sicher nicht als Grund für das Bauen beider Instrumentenmacher sog. "Zylinder-Jazz-Trompeten" angesehen werden! Das Herr Kurt Scherzer hier in Markneukirchen geboren wurde
ist mir bekannt, jedoch keine weiteren Daten über evtl. hiesige Lehr- oder Gesellenzeit.
Die Herstellung der Zylinder-Jazz-Trompeten in der Werkstatt Johannes Scherzer begann erst im Jahre 1963 mit dessen Prototyp SG 63. Diese wurde dann weiterentwickelt und ab 1966 mit der Bezeichnung SG 66 bis in die 90er Jahre gebaut. Allein hier im Vogtland habe ich bisher 6 Instrumentenmacher gefunden, welche Zylinderjazztrompeten bauten. Dazu gibt es ausführlicheres zu berichten, dies möchte ich aber in einigen Jahren mal in Buchform veröffentlichen. Deutschlandweit und etwas darüber hinaus konnte ich bisher (ohne Kurt Scherzer) folgende Hersteller von Zylinderjazztrompeten ausfindig machen:
Helmut John, Erfurt
Frieder G. Löbner, Bautzen (erst seit einigen Jahren)
Adalbert Ott, Leipzig
Helmut Seifert, Karl-Marx-Stadt
Franz Spengler, Nürnberg
Arno Windisch, Dresden
Josef Just, Prerov
Alois Kotek, Chlumek

Ich hoffen Ihnen in dieser Kürze doch einiges übermittelt zu haben. Werde auch angegebenes Forum mal "besuchen".

Mit freundlichen Grüßen Mario Weller
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von knatterbock » Mittwoch 30. Januar 2008, 09:53

Ein solches Instrument befindet sich in meiner Sammlung: es wurde von Arno Windisch, Dresden gebaut. In einem persönlichen Brief teilte er mir mit, daß dieses Modell insbesondere für Tanzmusiker in der NVA der DDR gebaut wurde.
Es ist versilbert und spielt sich wirklich gut! :lol:

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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von Hellton » Sonntag 20. April 2008, 02:02

Ist es denn ein gutes Instrument, hab schon ein paar bei eBay gesehen und mir überlegt eins zu kaufen wusste aber eben nichts über Intonation verabeitung und so .
Wie ist sie im Vergleich zu anderen wie z.b. Yamaha 6000 trompeten?

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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von knatterbock » Sonntag 20. April 2008, 15:49

Das Instrument ist perfekt, mit kernigem Ton, gutes Slotting, Intonation tadellos. Es ist versilbert, bestens verarbeitet, eben in der gewohnten Windisch/Heckel Tradition. Auf Wunsch sind Bilder möglich. Die YAMAHA 6000 kenne ich nicht.

Grüße

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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von gerard » Dienstag 14. April 2009, 21:11

Ich möchte die Bilder ja gerne mal sehen!
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Selbstbau III (Drehventil, Voigt Maschine m. Kreuzgelenk, Becher 140/0,4mm Goldmessing)
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von schattie280 » Mittwoch 15. April 2009, 08:23

Moin,

es gibt noch einen Scherzer, Karl Scherzer http://www.blechblaeserwerkstatt.de/. Ob und wenn ja wie er in die Familie Scherzer paßt, weiß ich allerdings nicht.

Gruß,
Schattie
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Re: Jazztrompete mit Drehventilen

Beitrag von knatterbock » Sonntag 3. Mai 2009, 11:26


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