Ansatzumstellung nötig???

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

Moderator: Die Moderatoren

Benutzeravatar
C-Becks
Moderator
Beiträge: 752
Registriert: Sonntag 20. April 2008, 17:57
Meine Instrumente ..: Yamaha 4335 GII
Getzen Eterna II
Thomann FH-900J RAW
Wohnort: Kleve
Kontaktdaten:

Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von C-Becks »

Hallo Leute,

unten auf dem Bild ist mein Ansatz beim Spiel zu sehen (g' falls interessant). Was mir natürlich des öfteren passiert wenn man mal was länger gespielt hat (2h konzert, oder so) ist, dass am ende die luft links entweicht und ich keinen druck mehr für hohe töne aufbauen kann.
Mich würde interessieren ob ihr eine Ansatzumstellung für zwingend erforderlich haltet oder ob das als individuelle Eigenheit durchgeht? Gibts vll. bekannte Bläser die ähnlich versetzt spielen?
Schön wär natürlich auch wenns nenn Fachmann gäbe der mir so ne Art Diagnose stellen könnte was, warum, wieso aufgrund dessen nicht möglich ist. (Vll. Luftführung etc.)

Ein paar Fakten zum Spiel: ( Is ja evtl. hilfreich)

Tonumfang: fis unter Notensystem (Pedaltöne bekomm ich nicht hin) bis es''' (e''' an guten Tagen, aber mit viel Druck)

Doppelzunge, Triolenzunge - einwandfrei
Flatterzunge - ausbaufähig (maschinengewehrsound, entweder aufgrund meines tatsächlich zu kurz geratenen Zungenbändchens? oder vll. doch aufgrund des Ansatzes?)
Ton an sich klingt schön, soweit ich das beurteilen kann!

Bin dankbar für alle Antworten
MFG Christian

Bild
Bier - Bratwurst - Blasmusik
https://www.youtube.com/@Beckerbimmen
Benutzeravatar
Puukka
Besonders Verdient gemacht
Beiträge: 4645
Registriert: Dienstag 11. Januar 2005, 23:55
Meine Instrumente ..: K&H Topline
Wohnort: Krems an der Donau

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von Puukka »

C-Becks hat geschrieben:Was mir natürlich des öfteren passiert wenn man mal was länger gespielt hat (2h konzert, oder so) ist, dass am ende die luft links entweicht und ich keinen druck mehr für hohe töne aufbauen kann.
Für mich wäre das ein Grund, mich umzustellen.
Terell Stafford ist übrigens ein "Rechtsbläser".
http://www.youtube.com/watch?v=LRE-eN9Y ... re=related
5:30
LG Herbert
Bach 7C
K&H Topline
Steffen
ExtremPoster
Beiträge: 357
Registriert: Donnerstag 8. Dezember 2005, 23:34
Wohnort: 76307 Karlsbad-Spielberg
Kontaktdaten:

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von Steffen »

Das sieht schon etwas krass aus , aber nach dem, was Du schreibst, scheint es ja zu funktionieren. Wenn Dein Ton gut klingt und auch ein größerer Tonumfang verfügbar ist, dann sehe ich keinen Grund. Ich selbst setze auch leicht seitlich an, aber nicht so extrem. Ursache bei mir war die Stellung der Schneidezähne. Der Ansatz in der Mitte ist zwar der Idealfall, aber bei weitem kein Dogma. Eine Ansatzumstellung ist schon ein schwerwiegender Eingriff mit ungewissem Ausgang. Du wirst stark zurück geworfen und kannst Dich auf einen längeren Neuaufbau gefasst machen. Wenn Du natürlich einen großen Ehrgeiz und auch etwas Leidensbereitschaft mitbringst, dann kannst Du die Sache durchziehen und wirst vielleicht belohnt. Aber wenn überhaupt, dann würde ich das nur unter genauer Anleitung eines guten Lehrers wagen. Deine Ausdauer kannst Du auch durch regelmäßiges und richtiges Üben verbessern.

Viele Grüße,

Steffen
Benutzeravatar
C-Becks
Moderator
Beiträge: 752
Registriert: Sonntag 20. April 2008, 17:57
Meine Instrumente ..: Yamaha 4335 GII
Getzen Eterna II
Thomann FH-900J RAW
Wohnort: Kleve
Kontaktdaten:

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von C-Becks »

Ich selbst setze auch leicht seitlich an, aber nicht so extrem. Ursache bei mir war die Stellung der Schneidezähne.
bei mir wars ein Unfall, bin mit dem Mund auf die Straße aufgeprallt und hatte Schürfverletzungen an der Linken Oberlippe. Weil ich ein Solo auf unserem Konzert aber nicht abgeben wollte (Jugendlicher Ehrgeiz :D ) habe ich das Mundstück an einer unverletzten Stelle angesetzt und solange geübt bis es geklappt hat. Und nu komm ich da nicht mehr weg.
Bier - Bratwurst - Blasmusik
https://www.youtube.com/@Beckerbimmen
Bläser47
NormalPoster
Beiträge: 36
Registriert: Freitag 14. März 2008, 13:47

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von Bläser47 »

für mich klingt es so, als ob deine Muskulatur zu schwach ist, um mit diesem Ansatz richtig umgehen zu können. Die Belastung der Muskulatur ist ja auch recht einseitig.
Schaden würde es wohl kaum, wenn deine Muskulatur die Belastung etwas mehr verteilen könnte. Das Problem mit dem Entweichen der Luft, sollte dann auch kleiner werden.

Ich persönlich würde mal ein paar Wochen lang an jedem Übungstag ein paar Minuten lang mit dem Ansatz ein wenig herumpröblen. Das Mundstück mal links ansetzen, mal in der Mitte ansetzen und auch mal spasseshalber mit 2 Mundstücke spielen. Das macht später eine allfällige Umstellung um einiges leichter. Ob eine Umstellung zwingen nötig ist, glaub ich eigentlich nicht - aber es würde mMn. der Ausdauer längerfristig gut tun.
Benutzeravatar
wernertrp
Unverzichtbar
Beiträge: 1164
Registriert: Sonntag 11. März 2007, 19:31
Meine Instrumente ..: Yamaha YTR 6345G
Schilke B5
Bach Strad. ML37
Flgh Getzen Eterna
Piccolo Getzen Eterna
Drehventil FLGH Weltklang
Wohnort: Villingen-Schwenningen

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von wernertrp »

Hallo C-Becks,
stell doch mal eine Tonleiter Es-Dur hier rein.
3x es'' - es''' hintereinander.
Wie weit ist es bis zum Trogoautoegokraten
Moderatorenschinder
antiker Gedankenklops
Gurdjieff lebt
Benutzeravatar
dozen73
ExtremPoster
Beiträge: 481
Registriert: Dienstag 28. März 2006, 15:11
Wohnort: Region Hannover

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von dozen73 »

Hallo Christian,

Deine Ansatzstellung ist ja wirklich sehr extrem ! Ich kann gar nicht glauben, dass Du tatsächlich so spielst....weil (auf dem Foto) fast keine Lippenspannung zu erkennen ist. Durch die fehlende Muskelspannung bei deinem Ansatz ist ein Entweichen der Luft ab einem gewissen Druck nicht mehr zu verhindern. Außerdem ist die Oberlippe so "ausgeklappt", dass Du mit dem Mundstück ins Lippenrot einsetzt....

Mich würde mal ein Bild interessieren, auf dem Du zu sehen bist und ein c3 spielst - kannst Du das mal hochladen ?

Es gibt natürlich viele sehr gute Trompeter die seitlich ansetzen - das geht auch. Aber ich habe noch nie jemanden gesehen, bei dem die Lippen so wie bei dir sind.

Hast du Unterricht ?

dozen73
|\___---____
|/ (__|||__)
Benutzeravatar
C-Becks
Moderator
Beiträge: 752
Registriert: Sonntag 20. April 2008, 17:57
Meine Instrumente ..: Yamaha 4335 GII
Getzen Eterna II
Thomann FH-900J RAW
Wohnort: Kleve
Kontaktdaten:

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von C-Becks »

Hast du Unterricht ?
Habe (leider) keinen Unterricht mehr. Habe von 9 - 12 jahren Unterricht bekommen bei unserem Dirigenten. Ist selber ein sehr guter Flügelhornist und ich empfand seinen Unterricht auch als sehr gut. Ich wurde jedoch nur für die Belange unseres Musikvereins ausgebildet. Alles weitere hab ich mir selber angeeignet. Der Unfall ereignete sich im alter von 17 Jahren. Nun bin ich 24.
stell doch mal eine Tonleiter Es-Dur hier rein.
3x es'' - es''' hintereinander
ich habe leider kein qualitativ ausreichendes Medium um es aufzunehmen. Das Mikrophon vom Laptop ist nimmt vornehmlich das rauschen der Festplatte auf :D und für mein Handy ist der Ton n bisserl zu viel.
Mich würde mal ein Bild interessieren, auf dem Du zu sehen bist und ein c3 spielst - kannst Du das mal hochladen ?
wird gemacht. Aber erst morgen, is jetzt doch schon n bisschen spät :mrgreen:

Gn8@all

LG Christian
Bier - Bratwurst - Blasmusik
https://www.youtube.com/@Beckerbimmen
hannes
Unverzichtbar
Beiträge: 2279
Registriert: Dienstag 22. Februar 2005, 16:35
Meine Instrumente ..: Harrelson 909, Harrelson 907 (modifizierte Bach Stradivarius), Courtois Flügelhorn

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von hannes »

Unbedingt umstellen! :shock: SO wirst du nie glücklich. Es gibt Möglichkeiten, auch schrittweise den Ansatz auszugleichen. In über 20 Jahren mit Trompetenschülern hatte ich nur einen Fall wie hier und arbeitete erfolgreich an einer Umstellung. Denn langfristig ist dieser extreme seitliche Ansatz nicht tauglich, um ein Optimum zu erreichen.
Ob du eine Radikalumstellung machst oder in kleinen Schritten vorgehst, richtet sich nach den Erfordernissen (Spielverpflichtungen?) und der Zeit. In solch einem jungen Alter würde ich keine Sekunde vertrödeln, um ansatztechnisch voran zu kommen.
Dies schreibt Einer, der fast immer gegen eine Ansatzumstellung ist! Doch in diesem Fall führt kein Weg daran vorbei!

Hannes
Benutzeravatar
SICKATTIC
Unverzichtbar
Beiträge: 1544
Registriert: Samstag 16. April 2005, 17:16
Wohnort: Raum Stuttgart (Weissach)
Kontaktdaten:

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von SICKATTIC »

Dito, geb hannes vollkommen recht.

Verwunderlich ist der drei Oktaven Tonumfang. Hast du eine gute Flexibilität? Ich denke, dass mit dem Ansatz auch bei f''' Schluss ist, man kann ja mit keiner Sinnvollen Ansatzmaske spielen. Der Fokus ist auch nach links verschoben und die Luft muss eine regelrechte Kurve machen 8) Freu mich trotzdem zu lesen dass du das ganze soweit gebracht hast das der Ton gut klingt und die Höhe auch passt :gut:

Denk halt immer daran, dass du bei einer Ansatzumstellung durch das Tal der Tränen wandern musst, bevor es steil bergauf geht ;)
Stradivarius Lucianus Bach 37G (goldmessing Custom Series)
Conn 22b (Bj 1928)
Getzen Eterna (Piccolo)
buddy
Unverzichtbar
Beiträge: 6944
Registriert: Samstag 7. April 2007, 16:50
Meine Instrumente ..: Yamaha, Kanstul, Bach

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von buddy »

SICKATTIC hat geschrieben:... und die Luft muss eine regelrechte Kurve machen...
Das sollte der Luft aber nichts ausmachen, sie ist ja kein Schulbus. :mrgreen:
In Herberts Link kann man sich gut ansehen, wie weit man mit verschobenem Ansatz kommen kann, wenn man sonst noch etwas zu bieten hat...
Wenn der Ansatz aufgrund einer Unfallfolge so verschoben wurde, wer im Forum weiß dann schon aus der Ferne, dass die Innervation des Lippengewebes im Zentrum überhaupt noch funktioniert?
Benutzeravatar
C-Becks
Moderator
Beiträge: 752
Registriert: Sonntag 20. April 2008, 17:57
Meine Instrumente ..: Yamaha 4335 GII
Getzen Eterna II
Thomann FH-900J RAW
Wohnort: Kleve
Kontaktdaten:

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von C-Becks »

So, hier ist mal zu sehen wie's aussieht wenn ich ein c''' spiele.
Bild
buddy hat geschrieben:... dass die Innervation des Lippengewebes im Zentrum überhaupt noch funktioniert?
Also ich weiß nicht inwiefern ich das beurteilen kann, aber ich kann in der Mitte spielen. Der Tonumfang reicht auch von fis unter Notensystem bis zum c''', aber das kann ich nicht lange halten. Nach 3 - 5 min normalem spielen bin ich erschöpft. Die Oberlippe kribbelt dann. Das Gefühl hatte ich zum letzten mal ganz zu Anfang mit 9 Jahren. Aber das schlimmste ist der Ton, der hört sich nicht klar an, es hört sich iwie "furzig" an als würde jede menge Luft mit vorne rauskommen.
Hab ja schon zwei mal in Eigenregie versucht den Ansatz umzustellen, weil einige Musiker und Dirigenten meinten es sei verwunderlich so überhaupt brauchbare Töne zu erzeugen, aber das wirft mich immer soweit zurück...

LG Christian
Bier - Bratwurst - Blasmusik
https://www.youtube.com/@Beckerbimmen
saxpeter
ExtremPoster
Beiträge: 350
Registriert: Dienstag 17. Oktober 2006, 15:39
Meine Instrumente ..: Martens Flügelhorn 152-O
Bach 10 1/2 c FL
Yamaha 6335hg
Bach 10 1/2 c
Prelyde by Bach cr 700
Bach 10 1/2 c Kornett
Wohnort: Greifswald

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von saxpeter »

Ich habe ja keine Ahnung und denke mir nur meinen Teil.

Wenn du 5 Min mit mittigem Ansatz bis c´´´spielen kannst und dann kaputt bist halte ich das für ganz normal.

Wenn ich mehrere Monate intensiv radfahre, habe ich kräftige Oberschenkel und bin konditionell gut
drauf.
Laufe ich dann mal wieder, fehlt es trotz der kräftigen OS an den richtigen Stellen und weit laufen macht keinen Spass.

So wird es beim spielen auch sein. Die Verschiebung fordert die Muskulatur anders und darauf ist sie nicht eingestellt.

Ich würde mir von jemanden sagen lassen, ob der mittige Ansatz in Ordnung ist und ihn dann aufbauen.
Ich vermute, dass der Ton auch bald besser wird, da du ja deine klangvorstellungen verwirklichst.

Alles Gute Peter
Bobby shew 6310z Flügelhorn
Bach 10 1/2 c FL
Yamaha 6335 hg
Bach 10 1/2 c
Prelyde by Bach cr 700
Bach 10 1/2 c Kornett
buddy
Unverzichtbar
Beiträge: 6944
Registriert: Samstag 7. April 2007, 16:50
Meine Instrumente ..: Yamaha, Kanstul, Bach

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von buddy »

Ja, klar und ohne einen technisch und pädagogisch erfahrenen Lehrer wird es mit so einer "Umstellung" auch kaum etwas werden.
Auf dich allein gestellt kannst Du es auch sein lassen, denn Du spielst ja nach eigenen Angaben bereits mehr als den Standardumfang der Trompete und das mit ausreichender Kondition von 2 Stunden, oder willst Du dich bei Blaskapelle Gloria bewerben?
Benutzeravatar
Gordon_D5
ExtremPoster
Beiträge: 324
Registriert: Freitag 22. April 2005, 11:27

Re: Ansatzumstellung nötig???

Beitrag von Gordon_D5 »

ich würde dir auch zu einer Ansatzumstellung raten, allerdings nur, wenn du mit deinen bisherigen Ergebnissen nicht zufrieden bist. Reichen dir 2h Ausdauer mit deiner Range würde ich den schwierigen Weg nicht gehen. Falls nicht -> Umstellen mit professioneller Anleitung.
Das schlimme ist nicht mal das schräge Ansetzen auf der rechten Seite sondern die Überlappung der Oberlippe über die Unterlippe. Wenn du das parallel (oder nahezu parallel bekommst) hast du schon viel geschafft...
Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste