laut oder leise?

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Deakt_20120316
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laut oder leise?

Beitrag von Deakt_20120316 » Donnerstag 7. Juli 2011, 13:15

Sollte man durch lautes oder leises ueben seinen abrufbaren tonumfang erweitern? Meine erfahrung ist, dass ich toene, welche ich im fff spielen kann, dann nach und nach auch ins piano bekomme. Umgekehrt funktioniert es bei mir schlecht. Wenn ich meinen tonumfang im piano erweiter gelingt es mir nicht, den erreichten ton in ein fff zu bekommen. Wie ist eure meinung?
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Rainer H
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Re: laut oder leise?

Beitrag von Rainer H » Donnerstag 7. Juli 2011, 14:51

Trumpethulk hat geschrieben:Sollte man durch lautes oder leises ueben seinen abrufbaren tonumfang erweitern? Meine erfahrung ist, dass ich toene, welche ich im fff spielen kann, dann nach und nach auch ins piano bekomme. Umgekehrt funktioniert es bei mir schlecht. Wenn ich meinen tonumfang im piano erweiter gelingt es mir nicht, den erreichten ton in ein fff zu bekommen. Wie ist eure meinung?
So ist auch meine Erfahrung,
Gruß Rainer

dizzyoliver
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Re: laut oder leise?

Beitrag von dizzyoliver » Donnerstag 7. Juli 2011, 17:04

Zunächst einmal ist es eine Sache der Stütze und nicht der Lautstärke.....Zunächst ist es auch erst mal wichtig,in den tiefen Lagen sicher zu spielen,um eine gute Basis zu haben....

Gruß,Oliver
Was ein richtiger Musiker sein will,der muss auch eine Speisekarte komponieren können (Richard Strauss)

Deakt_20120316
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Re: laut oder leise?

Beitrag von Deakt_20120316 » Donnerstag 7. Juli 2011, 17:21

mir geht es um einen gutspielbaren umfang, das heißt, dass auch das untere- und das mittlereregister voll klingt. da habe ich persönlich wenig probleme. aber den hals in der höhe auflassen ist schon eher ein problem. das gelingt mir, wenn ich töne nur mit luft anspiele und das im ff. versuch ich das im p, hab ich das gefühl, der hals schließt sich. gehe ich aber vom ff ins p hab ich das gefühl, dass der hals offen bleibt. was meinst du mit sicher spielen?
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Re: laut oder leise?

Beitrag von Kojak » Donnerstag 7. Juli 2011, 19:44

Hatte besagtes Problem auch (als ich nach etlichen Jahren mal wieder öfter über e3 raus benötigt habe)
Bei mir hat es am besten geklappt mit Intervallen spielen-über 3 Oktaven g-g3-immer gebunden und gestossen-sowohl laut-tief/leise-hoch als auch umgekehrt.Und natürlich noch die Naturtöne ab c3 aufwärts binden.
Das hat am schnellsten was gebracht.

Grüssle
Dennis
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Re: laut oder leise?

Beitrag von superolds » Freitag 8. Juli 2011, 09:20

Durch leises spielen erlangt man Kontrolle. Hat man Kontrolle kann man die Lautstärke kontrolliert ausbauen. :wink:
Also, erst leise dann laut. :idea:

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Re: laut oder leise?

Beitrag von Bixel » Freitag 8. Juli 2011, 11:27

superolds hat geschrieben:Durch leises spielen erlangt man Kontrolle. Hat man Kontrolle kann man die Lautstärke kontrolliert ausbauen.
Also, erst leise dann laut.
Gegen diese Strategie spricht meine Beobachtung, dass viele Trompeter oberhalb des C3 nur noch ein relativ leises "Gepiepse" zustande bringen, woraus ich schließen zu dürfen meine, dass durch zwanghaft leises Spielen konzeptionelle Weichen ungünstig oder gar falsch gestellt werden.
Ich selbst entwickel(t)e mein hohes Register vor Allem mit viel Luft, was erst einmal zu einer hohen Lautstärke führt.
Ist die Höhe auf diese Weise erst einmal entwickelt, kann man Lautstärke und Klang anschließend kultivieren.

Hohe Töne verlangen eine kleine Lippenöffnung.
Leise Töne verlangen ebenfalls eine kleine Lippenöffnung.
Hohe und gleichzeitig leise Töne verlangen eine extrem kleine Lippenöffnung.

Warum also nicht hohe Töne zuerst laut zu spielen lernen (mit einigermaßen kleiner Öffnung) und anschließend lernen, die Öffnung - für hohe, leise Töne - noch kleiner zu bekommen?

:idea:
.
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Re: laut oder leise?

Beitrag von VirtualTrumpet » Freitag 8. Juli 2011, 11:52

superolds hat geschrieben:Durch leises spielen erlangt man Kontrolle. Hat man Kontrolle kann man die Lautstärke kontrolliert ausbauen. :wink:
Also, erst leise dann laut. :idea:
Das wage ich zu bezweifeln. Kontrolle ist nur innerhalb des maximalen individuellen Tonumfangs möglich. Und hier geht es ja gerade darum, diesen Umfang zu erweitern. Ich sehe es genauso wie Bixel: Erst einmal mit viel Luft und entsprechender Lautstärke die Höhe festigen und anschließend versuchen, Treffsicherheit, Intonation, Lautstärke etc. zu optimieren.

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Re: laut oder leise?

Beitrag von Deakt_20120316 » Freitag 8. Juli 2011, 12:46

Hallo und vielen dank fuer eure meinungen und erfahrungen. Da lag ich ja mit meinen beobachtungen gar nicht so falsch. Durch das leise hochspielen, wird die lippenoeffnung zu klein gehalten. Wenn man dann lauter spielt, also mehr luft gibt, braucht man zum einen viel kraft die gewohnte oeffnung klein zu halten und zum anderen wird dadurch der druck der luftsaeule enorm erhoeht, was als gegenreaktion dazu fuehren kann, dass sich der hals schließet. Wenn man leise hoch spielt und dann lauter werden will muss sich also die mimische muskulatur dem hoehern druck anpassen. Umgekehrt ist sie schon der hoehe angepasst und man kann an der verkleinerung und der tonkultur arbeiten, was nach meinem empfinden einfacher ist. Bei drm vorgehen laut-leise duerfte downsizing von vorteil sein. Also bisher ist es ein guter weg. :-)
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Re: laut oder leise?

Beitrag von superolds » Freitag 8. Juli 2011, 13:23



Lieber fein und kontrolliert als laut und bratzig. :D
M.A. hat meistens leise geübt.

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Re: laut oder leise?

Beitrag von Kojak » Freitag 8. Juli 2011, 13:53

dagegen..... :ironie:

http://www.youtube.com/watch?v=v4PVGf47dzA


geiler geht nimmer :schock:

:trumpet2: voll auf die Nüsse :trumpet:
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Re: laut oder leise?

Beitrag von Deakt_20120316 » Freitag 8. Juli 2011, 13:59

Es soll viele wege nach rom geben. Er war, soweit ich weiss auch ein grosses - mundstueck - spieler. Ich denke man kann fuer beide richtungen gute beispiele bringen. Du kennsg ja carol, der wohl in seinem mysterie heft auch die meinung vertritt, nichts ist in stein gemeiselt und das wichtigste ist der luftfluss. Auch stand dort, was nicht laut geht sollte garnicht gespielt werden. Oder? ;-) und die meisten hier antwortenden haben na auch gute erfahrungen mit laut leise gemacht. Nu denn. Ich wusste den weg von leise zu laut, aber der funktioniert bei mir nicht. Und anderen geht/ging es ja aehnlich. :-) ach, ich mag bratzigen sound gerne, der klassische ist nicht mein ding, zumindest bei der trompete, da ist mir klavier, geige, chello lieber. Im jazz ist mir chet baker lieb, aber der klingt wohl nicht klassisch und ihm genuegte ein umfang bis max.d3. Wobei alle transkriptionen welche ich von ihm habe bis max.b2 gehen. Haben wuerde ich lieber den sound von shoopman zum beispiel. :-))


S c h e i s s kleine tasten. :-D
Zuletzt geändert von Deakt_20120316 am Freitag 8. Juli 2011, 15:36, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: laut oder leise?

Beitrag von lurchi » Freitag 8. Juli 2011, 14:08

David Hickman propagiert in seiner Lehre auch das Üben von lauten Tönen. Lippenbendings im Fortissimo, meiner Erfahrung nach gibt das ganz schön Power.

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Re: laut oder leise?

Beitrag von Bixel » Freitag 8. Juli 2011, 14:48

superolds hat geschrieben:Lieber fein und kontrolliert als laut und bratzig.
M.A. hat meistens leise geübt.
Ich übe ebenfalls meistens (eher) leise.
Den Ausbau der Range (nach oben) übe ich aber "laut und bratzig".
Was wohl "M.A." geübt hat, wenn er nicht leise geübt hat?

Entscheidend ist m.E., dass man aus den eigenen Erfahrungen und Beobachtungen sinnvolle Schlüsse zieht und auf dieser Grundlage ein eigenes Konzept strickt.
Es können dabei bekanntlich ganz unterschiedliche Konzepte entstehen.

Vor allzu ausgeprägtem missionarischem Eifer soll man sich m.E. hüten - selbst als "diplomierter" Trompeter.

:wink:
.
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Re: laut oder leise?

Beitrag von Dobs » Freitag 8. Juli 2011, 14:57

Ich mache immer mal wieder die Übungen, die Bob Odneal in seiner Methode propagiert - extrem leise (ppppppppp...) Bindeübungen - und bilde mir ein, daß jedenfalls meine Sicherheit im hohen Register davon profitiert hat. Ob ich da oben ohne bratzig zu sein, laut spielen kann, mag ich nicht so recht beurteilen, das sollte man wohl eher die Posaunen vor mir fragen. Ich habe die Odneal Übungen aber auch nie als Training einer kleinen Lippenöffnung betrachtet, sondern eher als Training der Atemstützmuskulatur. Jedenfalls bei mir ist die Stütze bei derart extrem leisen Tönen ähnlich stark wie "oben rum".
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