Tonerzeugung mit den Lippen

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Addi1971
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Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Addi1971 »

Hallo, ich (48) bin blutiger Anfänger und tue mich schwer, mit den Lippen ohne Mundstück einen vernünftigen Ton zu erzeugen. Habt ihr einen guten Tipp für mich?
inspired
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von inspired »

suche am besten mal nach "buzzing" im "Fundamentales"-Bereich hier im Forum und du wirst viele, viele Beiträge zum lesen finden.
Zu dem hinzu gibt doch mal noch ein paar ausführliche Details. Nur mit Text ist helfen schwierig und ohne Text unmöglich
Gibt hier viele hilfsbereite und kompetente Leute aber die wollen mit Informationen gefüttert werden.:wink:
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von blechfan »

Als Anfänger können Dir diese 10 Lektionen sicher weiterhelfen (wenn Du Englisch kannst ...):
https://www.youtube.com/playlist?list=P ... ADF50EDE6B
Gruß blechfan
Hochwälder
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Hochwälder »

Addi1971 hat geschrieben: Donnerstag 4. Juli 2019, 15:18 Hallo, ich (48) bin blutiger Anfänger und tue mich schwer, mit den Lippen ohne Mundstück einen vernünftigen Ton zu erzeugen. Habt ihr einen guten Tipp für mich?
Als Anfänger ist es sicher nicht wichtig, einen 'vernünftigen' Ton lediglich mit den Lippen zu produzieren.
Ziel sollte erst mal sein, einen guten Ton auf der Trompete, bzw. auf dem Mundstück zu erzeugen.
Selbst geübte Bläser haben bei reinem Lippenbuzzing teilweise Probleme.
Ich empfehle dir eher, dich mit Mundstück-Buzzing zu beschäftigen. Hier kann das Buzzing-Book von Thompson eine wertvolle Unterstützung sein.

Nichts desto trotz wird dir das Lippenbuzzing leichter fallen, wenn du die Zungenspitze hinter den unteren Schneidezähnen mit Kontakt zur Unterlippe positionierst.
Aber wie gesagt, das Buzzing mit Mundstück oder auch Leadpipe-Buzzing (ohne Stimmzug) werden dir bessere Dienste leisten (Hilfsmittel: BERB oder MACK).
Viel Erfolg.
Wer nie vom Weg abkommt, der bleibt auf der Strecke.
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Addi1971
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Addi1971 »

Vielen Dank an Euch, ich werde mir wohl so ein Teil kaufen, scheint das richtige Üben des Absatzes zu unterstützen.
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womei
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von womei »

Lip-buzzing wird völlig überschätzt und ist eigentlich nur in Ausnahmefällen zu Trainingszwecken dienlich. Selbst James Stamp dessen warm ups oft als Referenz herangezogen werden, hat diese nur bei ganz wenigen seiner Schüler eingesetzt.
Jens92
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Jens92 »

Lip buzzing ist natürlich kein Muss, aber es kann bei Problemen ungemein helfen und die Probleme auch zum Vorschein bringen.

Natürlich muss es richtig dosiert sein. 10-60 Sekunden können reichen.

Was Stamp gemacht hat, tut hier auch gar nichts zur Sache. Wynton macht auch kein lip buzzing.

Trotzdem kann es unwahrscheinlich helfen, wenn man es richtig macht. Falsches lip buzzing, bei dem man nur die Lippen zusammenpresst wäre allerdings äußerst sinnfrei.

Ebenso muss man die Korrelation zwischen lip buzzing, mouthpiece buzzing und Trompete spielen verstehen, um es zielführend einsetzen zu können.

Wenn lip buzzing aber bewusst gemieden wird, weil man es nicht kann und es ja sowieso nichts bringt, dann sollte man es erst recht üben.
Mit so einer Einstellung würde man sich nur selbst im Weg stehen.

Richtig eingesetzt, stärkt lip buzzing das Fundament und dient als optimales Kontrollwerkzeug. Nicht zuletzt sollten wir auch mit unseren Lippen Musik machen können.

Lip buzzing weg zu lassen wäre in etwa wie der Verzicht auf Grundübungen beim Krafttraining. Das wäre genauso Schwachsinn.
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womei
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von womei »

"Lip buzzing weg zu lassen wäre in etwa wie der Verzicht auf Grundübungen beim Krafttraining."
Das würde ja bedeuten, dass Trompeter die nicht Lip buzzen bzw. es gar nicht können gar keine Trompete spielen können?
(arme tine thing helseth)
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Jens92 »

Bei Tine Thing Helseth mag es an der Zahnstruktur liegen und nein, das bedeutet es nicht.

Es kann auch einfach sein, dass sie es nie gebraucht und deswegen auch nie geübt hat und sie es deshalb dort spontan nicht hinbekommen hat.

Die Mechanismen, die beim lip buzzing greifen, sind dennoch die gleichen, wie beim Spielen.
Das zu leugnen wäre schlicht falsch.

Wenn du es nicht brauchst, dann lass es doch einfach. Aber zu behaupten, es wäre völlig überschätzt ist eben einfach zu kurz gedacht.

Wie gesagt, bei Problemen kann es sehr hilfreich sein. Wenn man es ansonsten nicht braucht, ist doch alles gut.
Jedem das Seine.

Man kann drauf verzichten, wenn die Prinzipien des Spiels trotzdem passen.

Ich habe bewusst etwas übertrieben, um zu sagen, dass es so einfach eben nicht ist.
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von womei »

"bei Problemen kann es sehr hilfreich sein" stimme ich zu.

"Die Mechanismen, die beim lip buzzing greifen, sind dennoch die gleichen, wie beim Spielen." definitiv nicht zwingend Im Idealfall wird das buzzing der Lippen gänzlich passiv initiiert.
siehe hierzu:

https://www.youtube.com/watch?v=MVs2G60-ilo&t=4s
https://www.youtube.com/watch?v=paMT6JGEd94&t=1s
Jens92
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Jens92 »

Sorry, aber ich habe keine Lust auf weitere Diskussionen darüber.

Es ist mir auch egal, ob da ein Professor möglicherweise etwas anderes sagt.

Fakt ist: Die Lippen schwingen.

Ob beim Lippenbuzzing, Mundstückbuzzing, Leadpipebuzzing oder beim Trompete spielen.

Und das funktioniert nach den exakt gleichen Mechanismen grundsätzlich. Nur die verrichtete Arbeit ist jeweils eine andere.

Wenn du das ignorieren willst, bitte.
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Jens92 »

Passiv insofern initiiert, weil die Ansatzmaske auf den Luftstrom reagiert.

Hierfür brauchen wir aber eine Fläche, die sofort schwingen kann.

Und das genauso beim buzzing jeglicher Art wie beim Spielen.

Darüber lässt sich auch nicht streiten.
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Bixel
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Bixel »

Der Umstand, dass einige virtuose Trompeter*innen Lip Buzzing nicht beherrschen, sollte Beweis genug sein, dass Lip Buzzing nicht dieselben Anforderungen stellt wie alle Buzzing-Varianten, die das Mundstück einbeziehen. Ich finde es dennoch erstrebenswert, das Lip Buzzing zu erlernen und zu kultivieren, weil es eine gute Aufwärmübung darstellt - und weil es ein witziger Effekt ist, wenn man über zwei bis drei Oktaven buzzend musizieren kann.

Schädlich für das Trompetenspiel scheint mir Lip Buzzing lediglich zu sein, wenn man meint, die Mechanismen beim Trompetenspiel und beim Lip Buzzing seien dieselben.
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Jens92
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Jens92 »

Der Umstand, dass einige virtuose Trompeter*innen Lip Buzzing nicht beherrschen, beweist erst einmal gar nichts.

Dass lip buzzing dieselben Anforderungen stellt wie alle anderen Buzzing-Varianten, habe ich nie behauptet, da ich mir dessen sehr bewusst bin, dass die Anforderungen sehr wohl sehr unterschiedlich sind.

Dass bei gleich verrichteter Arbeit ein mit den Lippen gebuzztes, tiefes Trompeten-Bb in etwa einem Mundstück-d1 und in etwa einem Trompeten-g1 entspricht, beweist jedoch sehr wohl, dass die grundsätzlichen Mechanismen dieselben sind.
Das jeweilige Intervall mag variieren, aber die Prinzipien sind die gleichen.
Ein Trugschluss wäre es, jeweils den gleichen Ton mit exakt demselben Setting und gleicher Arbeit erreichen zu wollen. Buzze ich ein g1, entspricht das natürlich nicht einem g1 auf der Trompete, sondern eher einem es/e2
Witzig hieran wiederum ist, dass einige Trompeter dies als Begründung anführen, dass die Mechanismen unterschiedlich sind.
Jene verstehen eben diese Korrelation nicht. Schade.

Als Aufwärmübung ist lip buzzing gut geeignet, wie du bereits gesagt hast. Besonders um täglich eben diese Mechanismen zu überprüfen und den Tonumfang auszubauen.

Es ist nämlich nicht bloß witzig über 2-3 Oktaven mit den Lippen buzzen zu können, sondern auch absolut erstrebenswert, eben weil die Mechanismen der Buzzing-Varianten die gleichen sind und wir keine Hilfsmittel wie ein Mundstück zuhilfe haben, um die Ansatzmaske aufrecht zu erhalten.

Hier sind wir nämlich beim Kern angelangt: Warum sollte man sonst auch lip buzzing üben?

Schön mal wieder einen konstruktiven Beitrag von dir zu lesen, Bixel, und das meine ich durchaus ernst.
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Bixel
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Re: Tonerzeugung mit den Lippen

Beitrag von Bixel »

Jens92 hat geschrieben: Donnerstag 25. Juli 2019, 22:39 Der Umstand, dass einige virtuose Trompeter*innen Lip Buzzing nicht beherrschen, beweist erst einmal gar nichts.
Ich darf dir in Sachen Logik ein wenig auf die Sprünge helfen:

Der oben erwähnte Umstand beweist, dass die Beherrschung des Lip Buzzings keine notwendige Bedingung für die Beherrschung des Trompetenspiels ist.
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