BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von wheelinwolf » Freitag 29. Februar 2008, 18:08

Hallo BE-ler,
kleiner Zwischenbericht.

ich habe jetzt das Buch 4 Wochen, mache LC, LCS und bekomme jetzt langsambei RI immer öfter das G auf der Linie hin. Die ersten zwei Wochen kam gar nix, dann nur seeehr hohe Töne (G3). Ich mache nur RI, weil ich ein Einsetzer bin.
Vor Gigs und Proben hab ich 1-2Tage kein BE gemacht, und an den anderen Tage hab ich BE (rumprobiert) und dann anschließend Clarke, Play alongs, Band in a box mit meinem Normalansatz gespielt. In der Weise habe ich meinen Normalansatz in Qualität und Ausdauer beibehalten aber auch noch nicht verbessert. Profitiert habe ich von den FAQ's bei Bert Lochs (dt übersetzt von Uli).
Man muss schon etwas Geduld und Mut haben um darauf zu vertrauen, dass das was wird, oder hoffentlich nicht schlechter wird, wenn erst mal gar nix vorne rauskommt. Aber, so scheint es, hat Bert Lochs selbst auch lange gebraucht bis er bei RI einen Ton rausgebracht hat und geht auch auf dieses Problem ein.

in bester Hoffnung

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von Hochwälder » Dienstag 18. März 2008, 09:19

Hallo BE-ler
Ist es sinnvoll oder kontraproduktiv, wenn ich meine Roll-In Übungen im Anschluss an mein normales, tägliches 45 - 60 minütige Übeprogramm anhänge?
Oder sollen sie eher separat, unabhängig geübt werden?
Ist anschließendes Didgeridoo-Spielen zu Lockerung angebracht oder auch eher gegenwirkend?
Wie sind hier die Erfahrungen?

Es kann natürlich sein, dass es Antworten im unüberschaubaren BE-Thread gibt,
aber ich hab heut noch was anderes vor. :D

Vielen Dank, Andreas.
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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von hannes » Dienstag 18. März 2008, 12:19

Hochwälder hat geschrieben:Hallo BE-ler
Ist es sinnvoll oder kontraproduktiv, wenn ich meine Roll-In Übungen im Anschluss an mein normales, tägliches 45 - 60 minütige Übeprogramm anhänge?
Oder sollen sie eher separat, unabhängig geübt werden?
Ist anschließendes Didgeridoo-Spielen zu Lockerung angebracht oder auch eher gegenwirkend?
Wie sind hier die Erfahrungen?

Es kann natürlich sein, dass es Antworten im unüberschaubaren BE-Thread gibt,
aber ich hab heut noch was anderes vor. :D

Vielen Dank, Andreas.
Ich mache mir keine Gedanken, an welcher Stelle ich meine Übungen einbaue. Oft spiele ich zuerst Übungen, die sehr anstrengend sind (z.B. Lippensummen mit Ansatzprüfer, Mundstück) und mache dann eine Pause. Dann folgt Literatur, dann wieder Pause und dann wieder Übungen. Das Ganze kann auch in anderer Reihenfolge sein, wobei ich nur nach sehr anstrengenden Phasen Pausen einbaue. Ansonsten verlasse ich mich auf mein Gefühl. Didgeridoo geht übrigends immer (auch zwischendurch zur Lippenmassage und Entspannung :lol: ).

Ob die Reihenfolge kontroproduktiv/produktiv ist, interessiert mich auch. Ich kann es mir nur so erklären, dass alles Üben mit ermüdeten Lippen (die Pausen brauchen) nichts bringt. Wenn ich mich fit fühle, übe ich, wozu ich Lust habe und achte nicht auf irgendeine Reihenfolge. Ich glaube, dass die Pausen wichtig sind, wenn man sie braucht. Ich pausiere bei kurzen Übezeiten nicht, selbst wenn ich Übungen machen und dann Literatur spiele. Wenn ich den ganzen Tag Zeit habe, dann mache ich intuitiv :lol: Pausen. Ich glaube, dass man sehr gut spürt, wenn man Pausen braucht.

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von johannesp » Montag 24. März 2008, 20:29

Habe mir das ganze Thema jetzt durchgelesen und nun auch vor das Buch zu bestellen. Habe da nur ein Problem, hatte einen Crash meines PC's und nun sind alle E-Mails weg. Könnte mir jemand eventuell die Daten von Rooij's(?)( Anschrift, IBAN etc. ) zukommen lassen, auch per PN. Wollte das Geld nämlich morgen überweisen...

Sry für Offtopic!

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von MrLargo » Dienstag 19. Mai 2015, 20:45

Hallo!

Nach 7 Jahren will ich den Thread mal wiederbeleben. Ich hoffe, es gibt überhaupt noch BEler?!? Ist hier zumindest ziemlich ruhig darum geworden.

Ich mache BE seit 3 Wochen und es geht ganz gut: Besonders RO#4 klappt immer besser. Insgesamt fällt mir RO ohnehin nicht besonders schwer. RI finde ich schwieriger und ich habe keine Ahnung, ob ich es richtig mache. Insgesamt hat sich - wenn überhaupt - mein bisheriges Spiel nur im Sound leicht verändert (klingt fokussierter). Andere Fortschritte haben sich noch nicht ergeben, aber es sind ja auch erst 3 Wochen.

Aber erstmal ein paar konkrete Fragen an erfahrene BEler:

- Ich mache den Lip Clamp vor dem Spielen von RI und mache vor dem ersten RI-Ton immer 2-3mal diese "hiss"-Sache (Lip Clamp und dann pusten, zwischen Lippen entsteht Öffnung, Lippen liegen dann nicht mehr an den Zähnen an...). Beim Spielen sind dann Ober- und Unterlippe extrem eingerollt. Beim normalen Spielen hilft es mir aber, wenn die Unterlippe in der Höhe eher nach vorne geht, damit die Lippenöffnung nicht zugeht. Soll sich das durch BE auf die Dauer ändern?

- Ich rutsche bei TOL auch häufig zwischen die Lippen, ist das schlimm? Die Oberlippe ist von Innen so rutschig, dass das einfach passiert. Spüren kann ich die Oberlippe aber immer beim Anstoß (im normalen Spiel mache ich das aber nicht).

- Ich mache BE in der Reihenfolge: 1) LC und LCS, 2) RO1-4, 3) RI1-2, 4) TOL. Ich weiß, dass am Ende des Buches auch Übungspläne sind, aber bisher fand ich die nicht so sinnvoll, weil ich vor der BE-Einheit immer mein normales Übeprogramm (Mischung aus John Daniels und Robert Platt) mache. Haltet ihr das für sinnvoll?

- Die Bindeübungen mache ich nicht speziell so, wie sie gedruckt sind. Vielmehr baue ich in andere Bindeübungen "Snaps" ein. Auch die crescendo-Übungen mache ich nicht speziell. Baut ihr die überhaupt in euer Programm ein (habe hier darüber noch nichts gelesen).

Ansonsten kann ich mitteilen, dass meine Frau, die selbst Musikerin ist und auch schon viele andere schräge Übungen von mir mit anhören musste, zum ersten Mal durch diese kranken Missklänge an den Rand der Verzweiflung getrieben wurde...

LG
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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von lurchi » Mittwoch 20. Mai 2015, 08:44

MrLargo hat geschrieben:
Ansonsten kann ich mitteilen, dass meine Frau, die selbst Musikerin ist und auch schon viele andere schräge Übungen von mir mit anhören musste, zum ersten Mal durch diese kranken Missklänge an den Rand der Verzweiflung getrieben wurde...
Ja, den Effekt kenne ich auch.

Ich hab jetzt schon ewig keine BE-Übungen mehr gemacht, weil mir anderes gerade mehr Spaß bringt und ich die Baustelle "Ansatz" nicht mehr so sehr im Mittelpunkt habe. Hat sich ja dank BE vieles gebessert. Mach dir weniger Gedanken wie sich einzelne Komponenten später im neu entwickelten Ansatz wiederfinden werden. Mach die BE Übungen separat, Spielen ist Spielen und BE ist BE. Das wird automatisch dann irgendwann.

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von Sandkuchen » Mittwoch 20. Mai 2015, 11:27

MrLargo hat geschrieben:Ich mache BE seit 3 Wochen und es geht ganz gut: Besonders RO#4 klappt immer besser. Insgesamt fällt mir RO ohnehin nicht besonders schwer. RI finde ich schwieriger und ich habe keine Ahnung, ob ich es richtig mache. Insgesamt hat sich - wenn überhaupt - mein bisheriges Spiel nur im Sound leicht verändert (klingt fokussierter). Andere Fortschritte haben sich noch nicht ergeben, aber es sind ja auch erst 3 Wochen.
Ich habe auch schon länger nicht mehr mit BE gearbeitet. Wenn ich das lese, bekomme ich aber einen Schrecken. Du machst es jetzt seit drei Wochen und beschäftigst dich mit RO4???? Lass es langsam angehen. BE funktioniert so, dass Du deinem Körper Möglichkeiten der Tonerzeugung anbietest, die dieser sich dann unbewusst beim Spielen nimmt. Die Kernübungen RO, RI und TOL sollten nur einen (sehr) kleinen Teil des Übeprogramms ausmachen! Am Anfang nur Lipp Clam, TOL (1) ggfs. RO1 machen. Nach einiger Zeit dann LCS und dann erst RI1 dazu. Erst zu nächsten Übung gehen, wenn die vorher regelmäßig klappt. Nicht wild rumexperimentieren, sondern einfach nur die Übungen machen. Dabei darauf achten, dass du möglichst wenig Druck auf das Mundstück ausübst. Nach meiner Erfahrung ist das einer der "gefährlichen" Nebenwirkungen von BE. Bei RI ist das extrem wichtig. Nach meiner Einschätzung bei RO vornehmlich mit der Unterlippe arbeiten und die Oberlippe im Mundstück ausstülpen. So bekommst Du ein gutes Gefühl dafür, ob du einsetzt oder nicht.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich RI wirklich im Sinne des Erfinders gemacht habe. Mir hat es viel gebracht, aber so richtig fluppen tuts nicht.
MrLargo hat geschrieben:- Ich mache den Lip Clamp vor dem Spielen von RI und mache vor dem ersten RI-Ton immer 2-3mal diese "hiss"-Sache (Lip Clamp und dann pusten, zwischen Lippen entsteht Öffnung, Lippen liegen dann nicht mehr an den Zähnen an...). Beim Spielen sind dann Ober- und Unterlippe extrem eingerollt. Beim normalen Spielen hilft es mir aber, wenn die Unterlippe in der Höhe eher nach vorne geht, damit die Lippenöffnung nicht zugeht. Soll sich das durch BE auf die Dauer ändern?
DU SOLLST NICHT AM ANSATZ RUMSPIELEN! :wink:

BE soll über unbewusste Abläufe funktionieren. Analysiere nicht deinen Ansatz, sondern hör dir zu und lass es geschehen. Der Ansatz verändert sich unbewusst und es ist ein längerer Prozess. Du machst es gerade mal drei Wochen und du machst dir schon Gedanken, wie dein Ansatz sein soll????
MrLargo hat geschrieben:- Ich rutsche bei TOL auch häufig zwischen die Lippen, ist das schlimm? Die Oberlippe ist von Innen so rutschig, dass das einfach passiert. Spüren kann ich die Oberlippe aber immer beim Anstoß (im normalen Spiel mache ich das aber nicht).
Nicht so viel denken :mrgreen: Mach TOL1 langsam und nach ein paar Wochen dann auch TOL2. Mir hat es beim Kampf gegen das Einsetzen geholfen. TOL ist wohl ein Weg um RI in die Praxis zu transformieren und hilft beim Fokussieren des Ansatzes.
Zusätzlich hat TOL mir wohl auch beim verkleinern der Zungenbewegung geholfen. Im normalen Spiel würde ich es nicht verwenden, es sei denn du willst den klanglichen Effekt haben.
MrLargo hat geschrieben:- Ich mache BE in der Reihenfolge: 1) LC und LCS, 2) RO1-4, 3) RI1-2, 4) TOL. Ich weiß, dass am Ende des Buches auch Übungspläne sind, aber bisher fand ich die nicht so sinnvoll, weil ich vor der BE-Einheit immer mein normales Übeprogramm (Mischung aus John Daniels und Robert Platt) mache. Haltet ihr das für sinnvoll?

- Die Bindeübungen mache ich nicht speziell so, wie sie gedruckt sind. Vielmehr baue ich in andere Bindeübungen "Snaps" ein. Auch die crescendo-Übungen mache ich nicht speziell. Baut ihr die überhaupt in euer Programm ein (habe hier darüber noch nichts gelesen).
S.o. Langsam angehen und klein Dosieren. BE ist wie Salz. In kleinen Dosen sehr nützlich, in großen Dosen pures Gift. Reihenfolge und Einbettung ins Übeprogramm würde ich variieren. Nach ein paar Monaten hast wirst du sehen, wie es dir passt.

BE besteht im Kern aus Ansatzübungen. Doch dienen diese nur dazu, um mit der Luft richtig umgehen zu können. Deshalb sind die Übungen Bindung/Tönehalten/Laut-Leise sehr wichtig für das Konzept. Die Vorstellung von Smile ist ein fetter Sound, wie man an den Hörbeispielen auf der CD nachvollziehen kann. (Es gab/gibt einen Blog, in dem ein Trompeter über seine Erfahrungen mit BE berichtet hat. Er hat einen ziemlich kleinen Sound. Ein klares Zeichen, dass er sehr selektiv dem BE-Konzept gefolgt ist.) Ob du die Übungen aus dem Buch oder andere machst ist egal, wenn auch mal "Snaps" einbaust. Die Übezeit für die "Luft" sollte länger sein, als die für die Lippen!

Viel Erfolg und bitte GEDULD!

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von buddy » Mittwoch 20. Mai 2015, 11:41

Ein sehr guter Beitrag. :gut:

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von MrLargo » Samstag 23. Mai 2015, 11:07

Danke für deine ausführliche Antwort, Sandkuchen!!!

Ich werde mir einiges davon zu Herzen nehmen! Trotzdem bin ich noch etwas verwirrt: Ich mache RO4, weil RO1-3 gut klappen und ich meine, einen Nutzen von RO4 zu spüren. Bei RO1 fühle ich mich ehrlich gesagt unterfordert.

Wenn ich dich richtig verstehe, ist das eigentlich der Knackpunkt. Sind diese Thesen richtig?
- Es geht bei diesen therapeutischen Übungen darum, sie erstmal zu machen und dabei darauf zu achten, alles richtig zu machen.
- Man macht Übungen so lange, bis man eine Veränderung im normalen Spielen bemerkst. Erst dann nimmt man andere dazu.
- Unter-/Überforderung sind dabei keine Kriterien, sondern eher das veränderte Spielgefühl.

Würdest du (oder andere) diese Thesen so unterschreiben? Für mich ist das in der Tat ein anderes Übekonzept: Beim Einspielen gehe ich zwar ähnlich vor, ansonsten suche ich aber meistens schrittweise meine Grenzen und versuche, sie nach und nach auszuweiten.

LG
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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von Sandkuchen » Samstag 23. Mai 2015, 16:50

MrLargo hat geschrieben:Trotzdem bin ich noch etwas verwirrt: Ich mache RO4, weil RO1-3 gut klappen und ich meine, einen Nutzen von RO4 zu spüren. Bei RO1 fühle ich mich ehrlich gesagt unterfordert.
Bei RO geht es nicht um "fordern", sondern Luft, Luft, Luft .... lockerer druckloser Ansatz und fetter Sound (Bassposaune). Immer dran denken, RI,RO und TOL sind Grundsatzübungen, die nur einen kleinen Übeanteil haben sollten. In der Beschreibung RO1 heißt es, suche erst den Ton. Wenn das sicher ist, arbeite am Fokus, also fetten Sound. Das funktioniert jetzt schon? Du kannst den Ton richtig lange aushalten?

RO2a) finde ich richtig schwer. Ich habe es nicht geschafft das in Tempo 60 bpm in einem Atem zu spielen. RO2b) macht nur sinn, wenn Du TOL drauf hast.

RO4 soll in Kombination mit RI2 dazu dienen, das RO-Feeling in den normalen Ansatz zu überführen. Ich würde RO4 erst üben, wenn Du RI2 drauf hast.
MrLargo hat geschrieben:Sind diese Thesen richtig?
- Es geht bei diesen therapeutischen Übungen darum, sie erstmal zu machen und dabei darauf zu achten, alles richtig zu machen.
- Man macht Übungen so lange, bis man eine Veränderung im normalen Spielen bemerkst. Erst dann nimmt man andere dazu.
- Unter-/Überforderung sind dabei keine Kriterien, sondern eher das veränderte Spielgefühl.

Würdest du (oder andere) diese Thesen so unterschreiben?
Nein. Grundsätzlich bringen Übungen dann viel, wenn man sie perfekt spielt und so einprogrammiert. Trompetenlernen braucht Zeit. Also immer Übungen auch dann noch weiter üben, wenn man sie kann, um sie einzuprogrammieren.

Ich würde weitergehen, wenn es perfekt klappt und ich das so dann noch eine Woche oder Monat gefestigt habe. Mein Rat ist, lass dir Zeit und gib RO, RI und TOL einen regelmäßigen aber geringen Probenanteil (max. 10 min in Summe). Soweit Du nicht zwei Stunden oder mehr übst, würde wenn RO1 läuft, dann nur RO2a und RO2b (soweit TOL klappt) machen und RO1 nicht mehr. Wenn RO2 klappt, dann abwechselnd RO1 oder RO2 und dazu dann RO3. Lass dem ganz Zeit, denke ehr in Monaten als in Tagen und Wochen.

Mir hat - neben der Verringerung des Einsetzens dank BE - das langsame Üben am meisten gebracht. Also die Sachen, die ich nicht kann, so langsam zu üben, dass ich sie spielen kann. Wenn ich Clark 1 bis 4, die ich vor 20-30 Jahren relativ viel geübt hätte, könnte ich jetzt virtuos spielen.

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von MrLargo » Montag 25. Mai 2015, 10:45

Sandkuchen hat geschrieben:
MrLargo hat geschrieben:Trotzdem bin ich noch etwas verwirrt: Ich mache RO4, weil RO1-3 gut klappen und ich meine, einen Nutzen von RO4 zu spüren. Bei RO1 fühle ich mich ehrlich gesagt unterfordert.
Bei RO geht es nicht um "fordern", sondern Luft, Luft, Luft .... lockerer druckloser Ansatz und fetter Sound (Bassposaune). Immer dran denken, RI,RO und TOL sind Grundsatzübungen, die nur einen kleinen Übeanteil haben sollten. In der Beschreibung RO1 heißt es, suche erst den Ton. Wenn das sicher ist, arbeite am Fokus, also fetten Sound. Das funktioniert jetzt schon? Du kannst den Ton richtig lange aushalten?
Ja. Jeder Trompeter ist anders, mir fiel das von Anfang an nicht schwer, sorry.
Sandkuchen hat geschrieben:RO2a) finde ich richtig schwer. Ich habe es nicht geschafft das in Tempo 60 bpm in einem Atem zu spielen. RO2b) macht nur sinn, wenn Du TOL drauf hast.
TOL finde ich ungewohnt, aber es geht. Aber Tempo 60 auf einem Atem ist eine Ansage, das ist bei mir auch so. Muss ich weiter dran üben.
Sandkuchen hat geschrieben:RO4 soll in Kombination mit RI2 dazu dienen, das RO-Feeling in den normalen Ansatz zu überführen. Ich würde RO4 erst üben, wenn Du RI2 drauf hast.
Gut, ich verzichte erstmal auf RO4. So ganz überzeugt bin ich zwar nicht, weil mir RO4 ja gut tut (s.o.). Aber da mir RI2 noch schwer fällt, ist es wohl nicht im Sinne des Erfinders. Als neugieriger BE-Anfänger lasse ich mich gerne drauf ein.
Sandkuchen hat geschrieben:
MrLargo hat geschrieben:Sind diese Thesen richtig?
- Es geht bei diesen therapeutischen Übungen darum, sie erstmal zu machen und dabei darauf zu achten, alles richtig zu machen.
- Man macht Übungen so lange, bis man eine Veränderung im normalen Spielen bemerkst. Erst dann nimmt man andere dazu.
- Unter-/Überforderung sind dabei keine Kriterien, sondern eher das veränderte Spielgefühl.

Würdest du (oder andere) diese Thesen so unterschreiben?
Nein. Grundsätzlich bringen Übungen dann viel, wenn man sie perfekt spielt und so einprogrammiert. Trompetenlernen braucht Zeit. Also immer Übungen auch dann noch weiter üben, wenn man sie kann, um sie einzuprogrammieren.
Also bejahst du die Thesen. :D Nichts anderes sagen sie aus. Ich sehe es aber nicht so, das "grundsätzlich" Übungen nur dann viel bringen, "wenn sie perfekt [ge]spielt und so einprogrammiert" sind. Hätte ich in den vielen Jahren und im Studium ausschließlich Übungen gespielt, die ich perfekt (was auch immer das ist) kann, hätte ich so manchen Fortschritt nicht gemacht. Man muss die Komfortzone natürlich bei bestimmten Übungen auch verlassen! Aber - wie ich mit anderen Worten oben beschrieben habe - wohl offensichtlich nicht bei diesen Übungen.
Sandkuchen hat geschrieben:Ich würde weitergehen, wenn es perfekt klappt und ich das so dann noch eine Woche oder Monat gefestigt habe. Mein Rat ist, lass dir Zeit und gib RO, RI und TOL einen regelmäßigen aber geringen Probenanteil (max. 10 min in Summe). Soweit Du nicht zwei Stunden oder mehr übst, würde wenn RO1 läuft, dann nur RO2a und RO2b (soweit TOL klappt) machen und RO1 nicht mehr. Wenn RO2 klappt, dann abwechselnd RO1 oder RO2 und dazu dann RO3. Lass dem ganz Zeit, denke ehr in Monaten als in Tagen und Wochen.
Guter Tipp! Werde ich beherzigen!
Sandkuchen hat geschrieben:Mir hat - neben der Verringerung des Einsetzens dank BE - das langsame Üben am meisten gebracht. Also die Sachen, die ich nicht kann, so langsam zu üben, dass ich sie spielen kann. Wenn ich Clark 1 bis 4, die ich vor 20-30 Jahren relativ viel geübt hätte, könnte ich jetzt virtuos spielen.
Ich bin ebenfalls Fan vom langsamen Üben. :gut: Eingesetzt habe ich zum Glück nie.

Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht. So etwas wie BE habe ich noch nie gemacht, ich hoffe auf ein gutes Ende! :D

LG
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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von Hochwälder » Mittwoch 27. Februar 2019, 12:04

MrLargo hat geschrieben:
Montag 25. Mai 2015, 10:45
Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht. So etwas wie BE habe ich noch nie gemacht, ich hoffe auf ein gutes Ende! :D
Mich würde interessieren, ob du dran geblieben bist und wie das 'Ende' aussieht?
Generell würden mich aber auch die langjährigen Erfahrungen anderer BE-ler interessieren.
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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von soundhighend » Mittwoch 27. Februar 2019, 12:25

@Hochwälder

Ich würde mich jetzt nicht als "klassischen" oder "reinen" BE-ler bezeichnen, allerdings hatte ich mir das Heft besorgt und mich über rd. 2 Jahre mit den Übungen (parallel zu meinem sonstigen Übungsprogramm) befasst. Insbesondere RI, jedoch auch RO möchte ich als Basis dafür bezeichnen, meinen Ansatz etwas mehr in Richtung "Optimum" verändert zu haben. Ich praktiziere die BE-Übungen mittlerweile zwar nicht mehr, jedoch stelle ich für mich eine veränderte und vor allen Dingen flexiblere Ansatzmaske fest. Speziell eine "eingerolltere" Oberlippe und ein (mittlerweile un-)bewußtes Variieren des Lippen-Einroll- und Ausrollverhaltens in Abhängigkeit der zu spielenden Tonhöhe sehe ich als Ursache für eine verbesserte Ausdauer an. Hierauf aufbauend kann ich eine moderate und bewußt steuerbare Ausweitung meines Tonumfanges - logischerweise in Abhängigkeit meines individuellen Übeaufwandes - generieren.
Insgesamt bin ich mit dieser Entwicklung durchaus zufrieden. Ob diese Entwicklung nun eindeutig und ausschließlich auf das Arbeiten mit BE zurückzuführen ist, darf der geneigte Leser natürlich in Zweifel ziehen. Möglicherweise hätte sie sich durch "normales" Üben ebenfalls eingestellt. Ich würde die Beschäftigung mit BE für mich aber durchaus als kausalen Startpunkt dieser Entwicklung ansehen.

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von MrLargo » Mittwoch 27. Februar 2019, 21:23

Hochwälder hat geschrieben:
Mittwoch 27. Februar 2019, 12:04
MrLargo hat geschrieben:
Montag 25. Mai 2015, 10:45
Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht. So etwas wie BE habe ich noch nie gemacht, ich hoffe auf ein gutes Ende! :D
Mich würde interessieren, ob du dran geblieben bist und wie das 'Ende' aussieht?
Generell würden mich aber auch die langjährigen Erfahrungen anderer BE-ler interessieren.
Also, ich habe BE nicht weitergemacht. Die Übungen haben mich irgendwann sehr genervt und eine wirklich spürbare Verbesserung habe ich auch nicht wirklich gemerkt. Nach wie vor schließe ich nicht aus, dass BE eine gute Methode sein kann. Für einen richtigen Erfolg habe ich es dann wohl doch nicht lange genug durchgehalten. Ich hatte einfach keine Lust mehr darauf, derartige Geräusche zu produzieren... :narr:

Wie ist es denn mit dir? Du hast doch damals auch BE praktiziert?

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Re: BE - Einige Tipps für BE Neulinge

Beitrag von Hochwälder » Donnerstag 7. März 2019, 10:55

Hallo, vielen Dank für eure Rückmeldung.
Ich bedaure es heute sehr, dass ich damals (mein Gott, es sind 10 Jahre her) nicht an der Methode drangeblieben bin. Ich konnte zwar mit RO meinen Lächelansatz in den Griff bekommen aber letztendlich scheiterte das Üben damit an meinen schlechten Englischkenntnissen und dem daraus folglich fehlenden Verständnis.
Meine musikalischen Aufgaben habe ich die letzten Jahre jedoch gut meistern können, sodass ich nicht gerade frustriert war, wie einige Jahre zuvor.

Mein BE-Buch hatte ich dann sogar hier verkauft. Ende letzten Jahres stand hier wieder Eines drin und oh Wunder, als Beigabe gab es die mMn sehr gute deutsche Übersetzung dazu. Ich habe dann sofort zugeschlagen.
Nach dem Lesen des Buches und dem erneuten Beginn mit den Übungen, bin ich dann Anfang des Jahres für ein BE-Coaching zu Uwe Zaiser gefahren.
Er ist ein sehr netter und umgänglicher Trompeter, mit dem ich einen sehr guten und informativen Vormittag erlebte.
Seither versuche ich so oft wie möglich die Übungen in meinen Plan einzubauen. Uwe meint, wenn möglich täglich, aber zumindest jeden zweiten Tag.
Nach ca. 3 Monaten ist das natürlich alles noch recht frisch, aber ich bin begeistert, welche Fortschritte ich mache. Vieles wird einfacher.
Es erfordert aber schon Disziplin, die ungewohnten Extremübungen kontinuierlich durchzuziehen.
Ich bleibe aber jetzt auf jeden Fall dran und werde bei Gelegenheit mal wieder berichten.
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