Anstoßen an der Unterlippe?!

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

Moderator: Die Moderatoren

Antworten
TrompetJunior
NormalPoster
Beiträge: 42
Registriert: Samstag 19. August 2006, 10:50
Wohnort: Weißenthurm
Kontaktdaten:

Anstoßen an der Unterlippe?!

Beitrag von TrompetJunior » Samstag 28. Juli 2007, 13:45

Hallo liebe Musikerfreunde,

habe eben die Suchfunktion verwendet, aber nicht wirklich ein Thread gefunden, dass zu diesem Thema passt, falls es doch eins gibt, schickt mir bitte den Link und entschuldigt mich.

Also ich habe vor ein paar Monaten meine Stoßtechnik drastisch verändert, da sie komplett falsch war (zunge hat sich verkrampft und im 3/4 des Gaumes angestoßen, also noch einen spürbaren Kilometer von den Schneidezähnen weg.
Nun habe ich das schon ziemlich gut in den Griff bekommen und stoße nun intuitiv weiter vorne an, zwar noch eher ein "tat" aber das wird noch.

Mir ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass ich meine Zunge immer weiter nach unten verlagert, bis ich eben definitiv festgestellt habe, dass ich an der Unterlippe anstoße, klanglisch ist da jedoch kein Unterschied.

Malte Burba schrieb in seinem Buch, dass sich der Körper immer den einfachsten Weg sucht, aber er nicht immer der beste ist?!


Meine Frage: Werden dadurch, dass ich an der Unterlippe antoße, irgendwann Technische und Klanglische Probleme auftreten? Meinen Lehrer kann ich leider nicht fragen, da er bis nächsten Samstag im Urlaub ist.

Bitte um Antworten, danke im voraus!
Born to be Music!

buddy
Unverzichtbar
Beiträge: 7130
Registriert: Samstag 7. April 2007, 16:50
Meine Instrumente ..: Yamaha, Kanstul, Bach

Beitrag von buddy » Samstag 28. Juli 2007, 14:25

Du hast deine Stichworte und Suchoptionen nicht genannt, daher meine allgemeinen Tips:
Oft hilft es, die Stichworte bei Google einzugeben, das Trompetenforum ist oft mit passenden Beiträgen verlinkt. Sinnvoll ist es auch, die Optionen "Nach allen Wörtern suchen" (bei mehreren Begriffen) und "Ergebnis anzeigen als: Beiträge" (statt Themen) zu wählen.

Wenn dein Lehrer dich nach der Malte Burba Methode unterrichtet, dann bedeutet dies, dass Du nach einem geschlossenen System ausgebildet wirst. Es macht wenig Sinn, andere Techniken einzustreuen, bevor die "offizielle" Technik nicht verinnerlicht ist.
Wenn Du dich an Malte Burba "orientierst", aber dein Lehrer das gar nicht weiß, hast Du gute Chancen, im trompetentechnischen "off" zu landen.
Die Burba Methode mischt sich nicht gut mit anderen Techniken, wie hier im Forum viele Male beschrieben wurde.

Mit an der Unterlippe fixierter Zunge spielt z.B: Hannes. Diese Technik wird unter BE bzw. Balanced Embouchure von Jeff Smiley behandelt, u.a.: http://www.trompetenforum.de/TF/viewtopic.php?t=5300

TrompetJunior
NormalPoster
Beiträge: 42
Registriert: Samstag 19. August 2006, 10:50
Wohnort: Weißenthurm
Kontaktdaten:

Beitrag von TrompetJunior » Samstag 28. Juli 2007, 14:33

hallo,

also ersteinmal waren meine stichworte "anstoßen unterlippe", da kamen zwar threads, aber keine passenden. Aber danke für die "suchtipps".

Ich werde weder nach der Burbatechnik unterrichtet, weder orientiere ich mich an ihr. Ich hab nur mal kurz in das buch hingeschaut und mir den satz : "der körper sucht sich immer den einfachsten weg" gemerkt.

danke für den link!
Born to be Music!

trp
Unverzichtbar
Beiträge: 635
Registriert: Donnerstag 31. März 2005, 09:25

Beitrag von trp » Samstag 28. Juli 2007, 18:00

...zunge an der unterlippe ist ok.

(noch besser wäre es wenn sie ständig dort bleiben würde.)

es erfordert eine gewisse geschicklichkeit, (burba zungentraining ist sehr zu empfehlen), mit dieser fixierten position vernünftig zu artikulieren.

viel erfolg damit

trp

hannes
Unverzichtbar
Beiträge: 2301
Registriert: Dienstag 22. Februar 2005, 16:35
Meine Instrumente ..: Harrelson 909, Harrelson 907 (modifizierte Bach Stradivarius), Courtois Flügelhorn

Beitrag von hannes » Samstag 28. Juli 2007, 21:33

buddy hat geschrieben: Mit an der Unterlippe fixierter Zunge spielt z.B: Hannes. Diese Technik wird unter BE bzw. Balanced Embouchure von Jeff Smiley behandelt, u.a.: http://www.trompetenforum.de/TF/viewtopic.php?t=5300
Jeff Smileys Anstoß ist mit der Zungenspitze an die Oberlippe und nicht fixiert! Also völlig anders. Fixiert an der Unterlippe spielen nach meinem bisherigen Recherschen Hessions, Bill Carmichael, TCE-ler (mit extremer Luftkomprimierung durch Dauerkontakt mit beiden Lippen, was mir nicht in der Form zusagt), meine Wenigkeit und bestimmt noch eine Menge Trompeter, von denen man es nicht weiß.
Burba-Methode fixiert die Zunge hinter den unteren Schneidezähnen und propagiert die Ringmuskelkontraktion mit nach untem gespanntem Kinn. Diese Methode habe ich auch mit mäßigen Erfolg angewendet. Seit ich mir die Kinnspannung ziemlich abgewöhne und die Zunge weiter vorne an der Unterlippe fixiere habe ich enorme Fortschritte. Ich halte das gespannte Kinn für kontraproduktiv und nur dann für vertretbar, wenn man abnormal an seiner sonstigen mimischen Muskulatur arbeitet. Die Kontrolle über die Lippenöffnung nur mittels Ringmuskel und mit entgegensetzer Kinnmuskulatur zu halten war für mich nur mit begrenztem Erfolg was Ausdauer und Höhe betrifft gekrönt.
Man sollte wirklich wissen, auf welche Methode man sich einlässt. Heutzutage gibt es einfachere und v.a. schneller wirkende Techniken als Burba, was absolut nicht heißt, dass diese Methode keine hervorragenden Resultate erbringen kann. Ich wage aber zu behaupten, dass dies nur auf einen kleinen Kreis sehr fleißiger Musiker (v.a. Profis wie Brönner...) zutrifft. Alle Amateure, die zu mir nach langen Burba-Frustrationen zum Unterricht kamen, scheiterten bzw. hatten nur mäßigen Erfolg und/oder kamen an Grenzen. Dies passiert natürlich noch in wesentlich höherem Maße, wenn man im Selbststudium so vorgehen will. Wer mit erfahrenem Lehrer nach Burba arbeitet sollte wissen: in diesem System gibt es keine Kompromisse, insbesondere was die mimische Arbeit betrifft. Nichts desto trotz halte ich Burbas Ausarbeitungen über die Atmung und Zunge (ich mache es ja im Grunde genauso, nur weiter vorne) für hervorragend. Mit seiner mimischen Muskulatur bin ich aber nicht ganz einverstanden, da sie sehr umständlich und kaum alltagstauglich ist.
Der Anstoß an die Unterlippe ohne Fixierung kann zu Intonationsproblemen; außerdem ist so die Gefahr, dass die Oberlippe nicht im Luftzentrum, also zu weit oben ist. Mit der Fixierung wäre diese Problem nach einigem Üben behoben (am besten mit erfahrenem Lehrer).

Hannes

TrompetJunior
NormalPoster
Beiträge: 42
Registriert: Samstag 19. August 2006, 10:50
Wohnort: Weißenthurm
Kontaktdaten:

Re: Anstoßen an der Unterlippe?!

Beitrag von TrompetJunior » Samstag 20. Oktober 2007, 23:36

Hallo, ich melde mich mal wieder zu meinem alten Thread.

Ich habe mich mit meinem Lehrer über genau dieses Problem unterhalten und er meinte nur "Hast du denn ein Problem damit, wenn du an der Unterlippe anstößt?".. ich meinte "nein, habe ich nicht". da grinste er und meinte nur, warum wir das dann ändern sollten. nun, habe ich gemerkt, was mein problem damit ist:

Wenn ich an der Unterlippte (OHNE FIXIERUNG) anstoße, verschließe ich nicht mit der Zunge den Luftkanal sondern: Dadurch das ich meine Zunge gegen den unteren, inneren Teil der Unterlippe stoße, rutscht dieser nach oben und verschließt für kurze Zeit den Mund. Ich hoffe das das verständlich ist!

Dadurch resultiert meines erachtens nach: -> Probleme beim anstoßen der Töne in der Höhe
-> Ein sauberer Legatostoß ist nicht möglich


Nun habe ich seit vorgestern beim üben genau drauf geachtet, dass ich "klassisch" stoße, d.h also die Zunge stößt zwischen Schneidezähnen und Gaumen an. Nach ca. 1h Stoßtraining war der Klang des alten Stoßes fast wiederhergestellt. Auch in der Höhe klappt der Anstoß schon um einiges besser. Je schneller die Zunge wird, desto unsauberer wird der Stoß, aber ich denke durch üben wird das auch noch besser.
(Wenn ich bis hierhin in irgendeinem Punkt falsch liege, korrigiert mich bitte!)

Doch ein Problem habe ich dennoch, der Legatostoß! Selbst mit den Silbenvorstellugnen (da,la und na, welche eigentlich sehr weich sind) bleibt mein stoß doch eher marcatohaft. Was für mich persö. sehr mies ist, da ich eher der Typ bin der schöne Melodien spielt, bei welchem es auf einen exakten und präzisen Legatstoß ankommt. Hättet ihr vlt. Tipps, Anregungen und evtl. auch Übungen, damit ich einen sauberen Legatostoß hinbekommen?


Danke im voraus!
Born to be Music!

HornPlayer
NormalPoster
Beiträge: 34
Registriert: Dienstag 30. Oktober 2007, 17:34
Meine Instrumente ..: Selmer Concept TT
King Silver Sonic
Yamaha 16c4 GP
Schilke 15A4
Kontaktdaten:

Re: Anstoßen an der Unterlippe?!

Beitrag von HornPlayer » Samstag 3. November 2007, 14:58

Hi

Habe die Beiträge alle gelesen und ich kann dazu sagen, dass wenn deine Zunge zu weit oben ist(Zunge zwischen den Zähnen), dass der Stoß zu knallig ist! Du wirst wahrscheinlich mit der Zungenspitze anstoßen?!
Meine Zungenspitze ist hinter den unteren Schneidezähnen, ich stoße also nicht mit der Zungenspitze sondern weiter hinten an! So kann ich wunderbar Legato spielen, aber auch Marcato!
Akzente mach ich übrigens mit der Luft und nicht mit der Zunge

Viel Glück
Rock'n Roll ????

Benutzeravatar
jamaika
Unverzichtbar
Beiträge: 1046
Registriert: Donnerstag 10. Mai 2007, 22:06

Re: Anstoßen an der Unterlippe?!

Beitrag von jamaika » Samstag 3. November 2007, 17:37

TrompetJunior hat geschrieben:Doch ein Problem habe ich dennoch, der Legatostoß! Selbst mit den Silbenvorstellugnen (da,la und na, welche eigentlich sehr weich sind) bleibt mein stoß doch eher marcatohaft. Was für mich persö. sehr mies ist, da ich eher der Typ bin der schöne Melodien spielt, bei welchem es auf einen exakten und präzisen Legatstoß ankommt. Hättet ihr vlt. Tipps, Anregungen und evtl. auch Übungen, damit ich einen sauberen Legatostoß hinbekommen?
Vielleicht probierst du es mal mit " dahahaha, oder Tahahaha", dann muesste es schon etwas besser werden. Es kann natuerlich sein, das deine Zunge bei Legatolaeufen zu langsam ist, was dann mit den Fingern nicht uebereinstimmt. Und das ist dann ein schoener Salat, der sich nicht schon anhoert. Auch mag durch das "da, na, und la", die Zunge etwas plump wirken, was sich dann auf den Ton auswirkt.

Gruss Jamaika

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast