Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Hier ist Platz für eure Equipment Testberichte

Moderator: Die Moderatoren

Forumsregeln
Um den Testberichten eine einheitliche Struktur zu geben haben wir folgenden Rahmen entworfen.
Bitte diese Struktur bei den Berichten zu übernehmen.

Modell:
Besondere Spezifikationen: (Light/Heavy, Bohrung, Becher etc.):

Pro: (Stichworte)
Kontra: (Stichworte)
Gesamtbewertung: (1 bis 5 Punkte)

Klang:
Spielgefühl:
Verarbeitung:
Persönliche Bewertung:

Beiträge werden nach Prüfung durch die Moderatoren
freigegeben.
Antworten
Register
Newbie
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 1. Januar 2010, 17:11
Meine Instrumente: Perinetventil
Drehventil

Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Beitrag von Register » Donnerstag 28. Januar 2010, 18:04

Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn von Dowids, Martens, Worischek und Weimann.

Da ich durch dieses Forum auf die oben genannten Instrumentenbauer aufmerksam geworden bin, hier nun meine Eindrücke, die ich auf der Suche nach einem Drehzylinderflügelhorn gemacht habe.

Vorweg möchte ich sagen, dass ich mich im August letzten Jahres (2009) entschieden habe mir ein qualitativ hochwertiges Flügelhorn von einem guten handwerklichen Instrumentenbauer zu kaufen, also keine Massenware.
Dabei waren für mich die Kriterien wie sehr gute Intonation und eine leichte Ansprache besonders im
hohen Tonbereich, wobei hier der Kraftaufwand so gering wie möglich sein sollte, sehr wichtig.

Alle oben genannten Instrumentenbauer waren sehr freundlich und kundenorientiert, wobei Herr Weimann und Herr Worischek mir ihre Drehzylinderflügelhörner im Rohzustand zur Verfügung stellten.

Von Herrn Dowids hatte ich das Modell G88.
Von Herrn Martens das Modell Horaffia.
Von Herrn Worischek das Modell Flü-B.
Von Herrn Weimann das Modell Weimann.
Die Instrumente wurden mir zugesandt und ich hatte bis auf das Flügelhorn von Martens alle zum ausprobieren zu Hause und konnte somit gut vergleichen.
Getestet habe ich durchgehend mit ein und demselben Mundstück (Marcinkiewicz 7FLB) und die Intonation der Instrumente ständig mit einem Stimmgerät überprüft.

Zu den getesteten Instrumenten:

Dowids: Instrumentenbauer aus München.
Modell G88 in Goldmessing, Schallbecher 150mm, Zirnbauer Maschine, Neusilberbestückung, Tonausgleich am 3. Zug schiebt sich in einem Röhrchen vor und zurück. Wasserklappen keine.
Lieferzeit: 5 bis 7 Monate.
Preis: 2659,- € mit Lackierung.

Martens: Instrumentenbauer aus Schrozberg bei Nürnberg.
Modell Horaffia versilbert, Schallbecher 140mm, Zirnbauer Maschine, Neusilberbestückung, Tonausgleich am 3. Zug schiebt sich in einem Röhrchen vor und zurück. Wasserklappen keine.
Lieferzeit: mindestens 7 Monate
Preis: 2690,- € mit Lackierung.

Worischek: Instrumentenbauer aus Sachsenkam bei Bad Tölz.
Modell Flü-B im Rohzustand, Goldmessing, Schallbecher 160mm, Maschine Eigenbau, Neusilberbestückung, Tonausgleich am 3. Zug über Hebelmechanismus. Wasserklappen keine.
Lieferzeit: 6 bis 8 Wochen
Preis: 2800,- € mit Lackierung.

Weimann: Instrumentenbauer aus Kapellendorf bei Weimar.
Sendete mir zwei Flgh. im Rohzustand zu.
Goldmessing, Schallbecher 150mm, Zirnbauer Maschine, Neusilberbestückung, Tonausgleich am 3. Zug über Hebelmechanismus. Wasserklappen keine.
Lieferzeit: Sofort
Preis: 2650,- € mit Lackierung.

In der Praxis:

Dowids:
-leichte Spielbarkeit der Zirnbauer Maschine
-sehr gute Intonation
-gute Ansprache des Instrumentes, sei es in der kleinen Oktave bis hin zum dreigestrichenen Bereich, wobei hier das Instrument etwas zumachte
-zentrierter klarer Ton (im oberen Bereich etwas zu hell)

Martens:
-leichte Spielbarkeit der Zirnbauer Maschine, läuft sehr gut
-sehr gute Intonation
-leichte Ansprache des Instrumentes, im kleinen Oktavbereich bis hin in den dreigestrichenen Bereich
-sehr harter und markanter Ton

Worischek:
-Spielbarkeit der Eigenbau Maschine gefiel mir nicht so gut wie die der anderen Modelle
-Intonation hatte ich Probleme
-gute Ansprache des Instrumentes, im kleinen Oktavbereich bis zum zweigestrichenen Bereich, höher gehend musste ich mit deutlich mehr Kraftaufwand blasen
-sehr weicher, ich möchte sagen etwas verwaschener Ton, gefiel mir nicht gut


Mein Fazit:

Dieses ist mein erster Bericht in diesem Forum (Neuling) und wird wahrscheinlich auch mein einziger bleiben.
Ohne dieses Forum wäre ich nicht auf diese Instrumentenbauer aufmerksam geworden. Alle liefern sehr gute handwerkliche Arbeit ab mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis.
Überzeugt hat mich in allen Belangen das Flügelhorn von Alexander Weimann der ein netter und kompetenter Mensch ist und mit seinem Wissen und Können für den Kunden (fast) alles umsetzt.

An dem Weimann Instrument hat mir gefallen:

-leichte Spielbarkeit der Zirnbauer Maschine, läuft sehr gut und spielt luftig leicht
-ausgezeichnete Intonation
-sehr leichte und direkte Ansprache, im kl. Oktavbereich bis hin zum dreigestr. Bereich, wobei die Töne sehr sicher und treffend erreicht werden
-von allen getesteten Modellen hatte ich beim blasen den geringsten Kraftaufwand in der oberen Lage nötig
-zentrierter Ton, klar und markant stehend und trotzdem auch warm und dunkel, goldrichtig für die Egerländer Musikrichtung

Lieferzeit: Es dauerte noch zwei Wochen bis zur Auslieferung (November 2009), da ich das Instrument im Rohzustand hatte und es noch poliert und lackiert werden musste.

Materialstärke: Goldmessing 0,45mm, Schallbecher mit französischem Rand, dadurch und auch von den anderen Komponenten war das Instrument am leichtesten von allen, dieses merkt man auch beim blasen es schwingt regelrecht mit (luftig leicht).

Lackierung: Erfolgte bei Leopold Müller in Erlangen.

Schallbecher: Wurde hergestellt (handgehämmert) bei Bernd Sandner in Erlbach.



mfG
Register

annapurna
ExtremPoster
Beiträge: 358
Registriert: Freitag 20. Mai 2005, 11:49
Meine Instrumente: Baumann, Bach
Wohnort: Pfalz

Re: Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Beitrag von annapurna » Donnerstag 28. Januar 2010, 19:44

Vielen Dank für deinen Bericht :gut:

Deakt_20120717
Unverzichtbar
Beiträge: 1336
Registriert: Samstag 20. August 2005, 11:21
Meine Instrumente: nnn

Re: Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Beitrag von Deakt_20120717 » Donnerstag 28. Januar 2010, 20:01

Lieber Register, danke für Deinen ausführlichen und sich kompetent lesenden Bericht!

Nur leider ist es dann für ein wirklich sehr gutes Flügelhorn für Dich offenbar zu spät!
http://www.blechblasinstrumente.de/htdocs/deu/

Benutzeravatar
Fama
Unverzichtbar
Beiträge: 641
Registriert: Dienstag 10. Februar 2009, 08:56
Meine Instrumente: LECHNER
Bischofshofen
Wohnort: Pandora

Re: Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Beitrag von Fama » Donnerstag 28. Januar 2010, 20:07

Danke für deinen Bericht und Gratulation an Alexander.
Als ich vor über einem Jahr mit ihm wegen eines Drehventilflügelhorns telefonierte, teilte er mir freundlich wie immer mit,
dass seine Flügelhörner noch nicht so weit seien und er dieses "schwierige" Instrument nicht auf den Markt werfen würde,
ehe er nicht zur Gänze davon überzeugt sei.
Nun, es ist offenbar vollbracht.
Halt mit Zirnbauer Maschine, aber bitte, jedem das Seine.
Viel Freude damit!

Register
Newbie
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 1. Januar 2010, 17:11
Meine Instrumente: Perinetventil
Drehventil

Re: Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Beitrag von Register » Samstag 30. Januar 2010, 17:05

maniactrumpet hat geschrieben:Lieber Register, danke für Deinen ausführlichen und sich kompetent lesenden Bericht!

Nur leider ist es dann für ein wirklich sehr gutes Flügelhorn für Dich offenbar zu spät!
http://www.blechblasinstrumente.de/htdocs/deu/
Hallo Musikkollegen
schön, dass ihr Euch gleich so rege meldet.

Zu maniactrumpet möchte ich folgendes sagen: Irgendwo gibt es immer etwas besseres, nicht nur bei Musik-
instrumenten, sondern überall im täglichen Gebrauch. Den Herrn Baumann kannte ich von der Website her. Für mich persönlich habe ich Grenzen gezogen. Instrumente von vier Herstellern waren für mich genug, um zu testen. Wichtig für mich war eben die Instrumente zu Hause zu testen und das war bei allen Instrumentenbauern etwa 1 bis 2 Wochenlang möglich, dadurch hatte ich optimale und vor allen Dingen direkte Vergleichsmöglichkeiten.
Ich weiß beispielsweise auch, dass manche Instrumentenbauer keine Instrumente nach Hause senden, sondern man nur vor Ort testen kann.
Auch bekommt man längst nicht immer das getestete Instrument als sein eigenes zugewiesen, sondern man bestellt und ein gefertigtes Instrument wird dann nach Monaten ausgeliefert.

mfG / Register

Register
Newbie
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 1. Januar 2010, 17:11
Meine Instrumente: Perinetventil
Drehventil

Re: Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Beitrag von Register » Sonntag 7. Februar 2010, 16:05

Fama hat geschrieben:Danke für deinen Bericht und Gratulation an Alexander.
Als ich vor über einem Jahr mit ihm wegen eines Drehventilflügelhorns telefonierte, teilte er mir freundlich wie immer mit,
dass seine Flügelhörner noch nicht so weit seien und er dieses "schwierige" Instrument nicht auf den Markt werfen würde,
ehe er nicht zur Gänze davon überzeugt sei.
Nun, es ist offenbar vollbracht.
Halt mit Zirnbauer Maschine, aber bitte, jedem das Seine.
Viel Freude damit!
Hallo Musikkollegen,

Zu Fama: Die Zirnbauer Maschine hat mich sei es in der Ansprache, Intonation oder dem Anblaswiderstand ganz und gar überzeugt. Mein vorheriges Flügelhorn ein Yamaha YFH 436 hatte eine Maschine Eigenbau, Melton, Kühnel und Hoyer haben auch Eigenbau oder Zukauf wie Meinlschmidt oder von B und S. Beim Musikmachen, wenn man mal auf andere Spieler trifft, habe ich des öfteren das Instrument von Kollegen ausprobiert, deshalb habe ich in den letzten Jahren schon einige Eindrücke von Flügelhörner anderer Hersteller bekommen.
Oben beschrieben ist aber nur die eine Komponente, sozusagen das Material, ebenso wichtig ist aber auch der Musiker.
Der persönliche Geschmack, das pers. Gefühl, die musikalischen Fähigkeiten wie Ansatz, Atmung, technische Versiertheit spielen eine ganz entscheidende Rolle beim Kauf und differieren durchaus aufgrund der Subjektivität.
Aufgrund dieser Tatsache kommt der ein oder andere bei den gleichen Testinstrumenten zu anderen Ergebnissen.

Für mich als Amateurmusiker sind alle meine Ansprüche bestens erfüllt worden, wobei die Ausgabe von 2500,- bis 3000,- Euro schon über meiner eigentlichen Preisgrenze waren.

mfG / Register

Register
Newbie
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 1. Januar 2010, 17:11
Meine Instrumente: Perinetventil
Drehventil

Re: Erfahrungsbericht: Drehzylinderflügelhorn

Beitrag von Register » Sonntag 24. April 2016, 19:43

Hallo,
auf den nachfolgenden Satz aus meinem "Erfahrungsbericht" bin ich schon oft angeschrieben worden
wie sich das mit dem amerikanischen Flügelhornschaft von Marcinkiewicz zu dem deutschen Mundrohr
verhält!

Das steht in meinem Erfahrungsbericht:
Getestet habe ich durchgehend mit ein und demselben Mundstück (Marcinkiewicz 7FLB) und
die Intonation der Instrumente ständig mit einem Stimmgerät überprüft.

Mein jetziger Nachtrag dazu:
Wegen dem amerikanischen Flügelhornschaft und dem deutschen Mundrohr mußte ich einen
Adapter verwenden der die unterschiedlichen Durchmesser ausglich und damit das ganze
passend machte.

Register /

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast