fasch FPT-700

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Modell:
Besondere Spezifikationen: (Light/Heavy, Bohrung, Becher etc.):

Pro: (Stichworte)
Kontra: (Stichworte)
Gesamtbewertung: (1 bis 5 Punkte)

Klang:
Spielgefühl:
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orlando_furioso
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fasch FPT-700

Beitrag von orlando_furioso » Donnerstag 23. Februar 2012, 01:05

Modell:
fasch FPT-700
(http://www.fasch.eu)

Besondere Spezifikationen:
Das Instrument hat ein auswechselbares Schallstück und wird mit zwei unterschiedlichen Schallstücken ausgeliefert

Pro:
  • Maschine läuft super
  • Wechselbarer Schallbecher für deutlich unterschiedliche Sounds
  • "Reversed" Mundrohr
Kontra:
  • Ventile sind nur mit dünnen Gummipolstern gedämpft und schlagen entsprechend hart auf
  • Design-Sünde
  • Spricht in der tiefen Lage schlecht an
Gesamtbewertung:
Kann objektiv nicht bewertet werden. Das Instrumente hat viele Eigenschaften, die man nur persönlich bewerten kann (siehe unten).

Klang:
Zunächst (neues Instrument) natürlich trocken und zudem seltsam kalt und "blechig", entwickelt sich nach einiger Zeit jedoch ganz ordentlich. Allerdings trägt der Sound nicht so wirklich gut (was will man in der Preisklassen auch erwarten...). Der Klang ist sehr stark vom verwendeten Mundstück und Schallstück abhängig! Mit einem Bach 7c empfand ich persönlich den Sound facettenreicher und klarer als mit meinen JBS-Mundstücken. Mit denen - bis auf eines - klingt sie ein bisschen muffig, ohne rechten Kern. Das ist merkwürdig, denn normalerweise holen diese Mundstücke auch aus billigen Trompeten noch die stillen Reserven raus. Allerdings ist der Soundeindruck vor und hinter dem Instrument ganz unterschiedlich. Am besten sollte man mit einem Kollegen probieren oder beim Ausrobieren eine Aufnahmen machen.

Spielgefühl:
Das Instrument hat ein sehr schnell öffnendes Mundrohr und bietet keinerlei Wiederstand. Im Gegenzug braucht man natürlich sehr viel Luft. Für Trompeter die solche offenen "Fässer" lieben absolut genial. Merkwürdigerweise habe ich mit allen Mundstücken Mühe, die Töne in der tiefen Lage (also unter c) sauber zu treffen - sowohl beim Binden als auch direkt angespielt. In der mittleren und hohen Lage gibt es diesbezüglich keine Probleme. Das Instrument spricht dann sehr gut an und man fühlt sich sofort heimisch ...

Verarbeitung:
Jetzt wird es schwierig. Ich habe das Instrument als Mängelexemplar direkt vom Hersteller "aus der Bucht gezogen". Für einen absoluten Schnäppchenpreis. Laut Aussage des Herstellers hatte das Instrument folgende Mängel:

1.Die Verschraubungen am hinteren Schallbechersteg geht nicht ganz zu
2. Versilberung angelaufen

Beide Mängel waren vorhanden und liessen sich relativ problemlos und mit Hausmitteln beheben. Wenn ich nun also davon ausgehe, das das Instrument bis auf diese Mängel in dem normalen Verkaufszustand war, fallen mir dennoch einige unschöne Dinge hinsichtlich der Verarbeitung auf:
  • Beide Schallbecher lassen sich nicht 100% spannungsfrei anmontieren. Inwiefern sich das auf den Sound auswirkt kann man nur in einem direkten Vergleich klären
  • Der Bereich zwischen den Ventilen wurde vor dem versilbern nicht vollkommen gesäubert. Hier gibt es zwei Stellen mit Graten, die nicht richtig versilbert sind
  • Man sieht deutlich, das der Hersteller einen Standard-Maschinenstock verarbeitet hat. Während Ventilknöpfe und obere und untere Ventildeckel minimalistisch (um nicht zu sagen "kubistisch") designt sind, hat der Maschinenstock eine leicht gerundete Formgebung mit einem Ring zwischen oberem und unterem Bereich. Das passt designmäßig aber sowas von überhaupt nicht zusammen - da kriegt man sofort Augenkrebs von! Zum Glück sieht man das beim Spielen nicht (oder man macht eine Ledermanschette um die Maschine).
  • Das Logo sitzt nicht genau oben auf dem Schallbecher
  • Es gibt an vielen Stellen kleine Mängel, die darauf hinweisen, das bei der Herstellung nicht 100% sorgfältig gearbeitet wurde (was will man bei dem Preis auch erwarten ...)
Persönliche Bewertung:
Ich persönlich mag offene Trompeten mit einem großen Mundrohr. Da der Klang und der Klangunterschied zwischen den Schallbechern mit meinen JBS-Mundstücken nicht so wirklich überzeugen bin ich ein bisschen enttäuscht. Aber vielleicht gibt sich das mit der Zeit wenn das Instrument und ich aufeinander eingespielt sind. Andererseits bin ich als Anhänger der Böpple-Fraktion 8) natürlich Instrumente einer ganz anderen Liga gewöhnt. Ich habe mir das Instrument auch nur gekauft, weil ich meine alte JBS verkauft habe :cry: , es noch ein bisschen dauert bis meine neue JBS fertig ist :verbeug: , ich derzeit kein gescheites Instrument habe :trumpet2: und schlussendlich die Kanne so billig ersteigern konnte :huepf: . Ich denke mal so zum Marschieren wird sie mir lange Freude machen. Ausserdem will ich sie ein bisschen "pimpen" lassen - dazu aber mehr an anderer Stelle sobald das erledigt ist.

Nun aber zur großen abschließenden Frage die wohl die meisten hier interessiert: "Kaufen oder nicht kaufen?"

Wie mir der Hersteller mitgeteilt hat wurde die Produktion inzwischen eingestellt. Einen Test ist das Instrument allemal Wert, vielleicht kann man noch eines der letzten Stücke ergattern und wird froh und glücklich damit. Die Sache mit dem Preis-/Leistungsverhältnis ist auch so'n Ding: An sich würde ich das Instrument in die Kategorie "300 bis 500 EUR" einstufen. Aber dann ist es versilbert und hat auch noch das 2. Schallstück mit dabei. Dann ist der VK von 700 EUR auch wieder nicht ungerechtfertigt. Andererseits bekommt man für soviel Geld auch bereits eine ordentliche Yamaha oder Jupiter - und die schlägt einem der Instrumentenbauer nicht um die Ohren wenn man sie zur Reparatur bringt. Man kann die Frage "Kaufen oder nicht kaufen" also nur mit einem uneingeschränkten "Jein" beantworten ...
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Re: fasch FPT-700

Beitrag von mcsnoop » Samstag 25. Februar 2012, 00:19

Scheint noch Restbestände zu geben bei Fasch.

http://www.ebay.de/itm/fasch-Bb-Trompet ... 519d903eb5

Für 199EUR sofortkauf für alle interessierten Tester sogar preislich kaum was falsch zu machen. =)
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Re: fasch FPT-700

Beitrag von orlando_furioso » Samstag 25. Februar 2012, 14:02

Oh, dann kloppt Fasch jetzt die Reste raus. Wer schon länger mit dem Gedanken gespielt hat sich das Instrument anzuschaffen oder wer ein variables Zweitinstrument braucht sollte sofort zugreifen! Für diesen Preis ein echtes Schnäppchen.
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Re: fasch FPT-700

Beitrag von tj-trumpet » Mittwoch 7. März 2012, 12:42

Sehr interessanter Bericht. Danke dafür. Ich habe das Angebot bei Ebay auch verfolgt. Da ich eh gerade auf der Suche nach einer Zweittrompete bin habe ich da für 199€ mal zugeschlagen. Ich habe bei Fasch selber angefragt, was es mit diesem Instrument auf sich hat. Nun, es ist ein Auslaufmodell, welches nicht mehr gefertigt wird und jetzt verschleudern die die letzten aussterbenden Exemplare zu Dumpingpreisen. Ob es eine neue Trompete mit 2 Schallstücken geben wird, stand noch nicht fest. Die rümpeln gerade das komplette Sortiment aus und bauen neue Serien. Ich habe mich in erster Linie auch für eine c-Trompete interessiert, die jedoch 4-5 Monate Wartezeit kosten würde. Es kommt eine neue C-Trp auf den Markt. Ich habe auch ein Foto derselbigen zugeschickt bekommen....

Zurück zur FPT-700:
Heute ist sie mit der Post gekommen und werde sie in den nächsten Tagen mal testen. Das gute ist ja das zweiwöchige Rückgaberecht. Der Preis war natürlich der Knaller.

Das Instrument kam recht schmutzig bei mir an, d.h. die Versilberung war schon etwas angelaufen und es gab noch Fertigungsspuren. Die Ventile musste ich erstmal kräfig ölen. Das erste Ventil tuts noch nicht so, wie ich es will, jedoch 2 und 3 sind ok. Das Schallstück lässt sich auch ohne Probleme und Spannung auswechseln.

Die Tröte liegt ganz gut in der Hand und spielt sich auf den ersten Eindruck ganz nett, jedoch ist der Klang holzig. Man muss sich auf das Teil erstmal einlassen. Ich werde dann aber gerne an dieser Stelle mehr berichten...
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big phat p(h)orn ...

Beitrag von orlando_furioso » Samstag 3. Mai 2014, 21:17


Nu isse endlich fertich:

Im Frühjahr 2012 war sie eine ganz normale fasch FPT-700 mit auswechselbarem Schallbecher, frisch als B-Ware aus der Bucht gezogen:

Bild

Dann habe ich sie eine Weile gespielt, bis meine neue JBS fertig war, dann wurde in kleinen Schritten experimentiert, dann lag sie fast ein Jahr beim Schallstückmacher und nu isse endlich fertig. Es hat leider gedauert, weil eigentlich sollte der Schallbecher noch nach oben gebogen werden, aber der Schallstückmacher hat sich dann doch nicht getraut, weil die Biegestelle durch die geschraubten Stege ziemlich weit vorne hätte sein müssen (siehe letztes Foto). Da war es ihm am Ende dann doch zu gefährlich. Okay, dann wurde sie ohne biegen lackiert. Ist auch so ein Hingucker geworden.

Der Sound ist natürlich oberfett und eigentlich eignet sie sich am Besten für Combo mit Mikro. Man kann aber durchaus auch "reinhalten", aber das kostet dann schon Kraft, wegen der hohen Masse. Die Resonanzbleche sind richtig massiv - 1mm starkes Messingblech! Interessanter Weise meine einzige Trompete, die auch mit dem "Assymetric"-Mundstück einigermaßen klingt - da heben sich wohl zwei Effekte auf.

Mit der Zweitausstattung (silbernes Schallstück und Original Stimmzug) ist es ein ganz seriöser Ersatz, wenn das teure Erstbesteck mal zu Hause bleiben soll ...

Hier also der "Red Monette Prana Killer":

Bild Bild
Bild Bild
Bild Bild

Den Umbau realisiert hat übrigens - das kann man an dieser Stelle sicher sagen - Blasinstrumente Metzger in Hannover zu einem echt fairen Preis!

Porno!
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Re: big phat p(h)orn ...

Beitrag von Flügelhornprofi » Dienstag 5. August 2014, 13:31

orlando_furioso hat geschrieben:
Nu isse endlich fertich:

Im Frühjahr 2012 war sie eine ganz normale fasch FPT-700 mit auswechselbarem Schallbecher, frisch als B-Ware aus der Bucht gezogen:

Bild

Dann habe ich sie eine Weile gespielt, bis meine neue JBS fertig war, dann wurde in kleinen Schritten experimentiert, dann lag sie fast ein Jahr beim Schallstückmacher und nu isse endlich fertig. Es hat leider gedauert, weil eigentlich sollte der Schallbecher noch nach oben gebogen werden, aber der Schallstückmacher hat sich dann doch nicht getraut, weil die Biegestelle durch die geschraubten Stege ziemlich weit vorne hätte sein müssen (siehe letztes Foto). Da war es ihm am Ende dann doch zu gefährlich. Okay, dann wurde sie ohne biegen lackiert. Ist auch so ein Hingucker geworden.

Der Sound ist natürlich oberfett und eigentlich eignet sie sich am Besten für Combo mit Mikro. Man kann aber durchaus auch "reinhalten", aber das kostet dann schon Kraft, wegen der hohen Masse. Die Resonanzbleche sind richtig massiv - 1mm starkes Messingblech! Interessanter Weise meine einzige Trompete, die auch mit dem "Assymetric"-Mundstück einigermaßen klingt - da heben sich wohl zwei Effekte auf.

Mit der Zweitausstattung (silbernes Schallstück und Original Stimmzug) ist es ein ganz seriöser Ersatz, wenn das teure Erstbesteck mal zu Hause bleiben soll ...

Hier also der "Red Monette Prana Killer":

Bild Bild
Bild Bild
Bild Bild

Den Umbau realisiert hat übrigens - das kann man an dieser Stelle sicher sagen - Blasinstrumente Metzger in Hannover zu einem echt fairen Preis!

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Darf ich fragen, wieviel der Umbau inklusive der Lackierung gekostet hat ?

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Re: fasch FPT-700

Beitrag von Bixel » Freitag 8. August 2014, 10:16

Für Porno-Fans: ein weiterer Rohling.

:trumpet2:
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