Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

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Modell:
Besondere Spezifikationen: (Light/Heavy, Bohrung, Becher etc.):

Pro: (Stichworte)
Kontra: (Stichworte)
Gesamtbewertung: (1 bis 5 Punkte)

Klang:
Spielgefühl:
Verarbeitung:
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orlando_furioso
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Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von orlando_furioso » Samstag 7. Dezember 2013, 01:38

Ich möchte meinen Test der ersten Plastiktrompete, der Warburton Tiger, mit einigen allgemeinen Überlegungen beginnen.

Wieso um alles in der Welt muss man eine Trompete aus Plastik bauen?

Vielleicht aus demselben Grund, weshalb man eine Posaune, ein Saxophon oder eine Klarinette aus Plastik baut. Die akustischen Geheimnisse von Musikinstrumenten sind weitgehend gelüftet und dabei zeigt sich, das das traditionelle Material nicht immer und unbedingt notwendig ist, um das gewünschte Ergebnis (den Klang) zu erzeugen. Deshalb wird allenthalben mit Materialien experimentiert (wie Schallbecher aus Holz oder Karbon), also wieso nicht mit Materialien, die auch die Produktion vereinfachen könnten und damit den Preis senken. Das erweitert den Bereich der Menschen, die sich mit Musik beschäftigen könnten, aber aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation bisher davon ausgeschlossen waren. Und eine Trompete aus Plastik könnte viel günstiger hergestellt werden als ein Blechinstrument.

Nun ist die Warburton Tiger nicht gerade billig. Der große T verlangt immerhin 279 EUR, ein stolzer Preis, aber das ist ja immer so: die „early adopters“ müssen die Entwicklung erst einmal finanzieren und dürfen dafür noch Testperson spielen. Ich persönlich nehme dies gerne auf mich - immer im Hinterkopf, das mein finanzielles Risiko gering ist. Wenn die Tiger nicht beißt schicke ich sie zurück und bekomme mein Geld wieder.

Also stellen wir uns der Frage aller Fragen: „Ab in den gelben Sack mit dem Ding“ oder: „Endlich mal eine Innovation“ - „Halleluja“ oder „Kreuzigt ihn“.?

Ich möchte mich bei dem Test nicht von Vorurteilen leiten lassen, wie sie allenthalben kursieren, sondern von meinem ganz persönlichen Anspruch. Meine „Toolbox“ ist eigentlich gut bestückt: Das Arbeitstier ist die vom Meister Böpple handgeschnitzte „J*B*S“ - ganz variabel einsetzbar und über alle Lagen ein Super-Sound. Und genau das ist das Problem: nicht immer ist der „Super-Sound“ das Ideal. Mit meiner gepimpten „fasch 700“ bin ich für die kleine Ensemblearbeit mit Mikrofon inzwischen gut ausgerüstet. Das Ding ist einfach phat - phatter - am phattesten. Leider ist der Umbau immer noch nicht ganz fertig, da sehr diffizil. Sobald das erledigt ist berichte ich natürlich darüber. Mir fehlt noch ein Instrument für die andere Seite: die Kettensäge, der Schneidbrenner. So eine richtige Lead-Spritze, die die ganze Band durchschneidet wie ein rasiermesserscharf geschliffenes Schwert den Körper des Feindes. Die soll nicht klingen, sondern beißen. Meine bisherigen Versuche bei ebay waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Sollte vielleicht die Tiger das fehlende Glied in der Kette sein? Die YouTube Filmchen klingen vielversprechend, okay, da sind aber auch so ein paar Screamertypen an der Arbeit …

BTW: öffnet doch mal parallel zu diesem Text in einem Browserfenster die Seite: http://www.tigertrumpet.com, dann könnt ihr vieles an den dort veröffentlichten Bildern und Videos nachsehen.

Nungut, es ist Weihnachten. Ich bestelle die Tiger und bekomme sie mit rund zweiwöchiger Verspätung geliefert. Laut der Hotline von T gab es wohl diverse Qualitätsprobleme - aber schlussendlich kommt der Karton bei mir an. Die Qualitätskontrolle von T hat also nicht alle abgewiesen. (An dieser Stelle ein Kompliment an T: nicht jeder Online-Händler macht solch eine Qualitätskontrolle! So manches was da aus China beim Endkunden landet wäre besser dort geblieben …)

Ich öffne also den Karton und finde einen blauen Plastikformkoffer, der meiner Tochter spontan den Kommentar entgleiten lässt: „Mann, sieht der Kac.ke aus!“ Nun, ich würde es so drastisch nicht ausdrücken, aber im Grunde hat sie recht. Dieser Baby-hellblaue Koffer ist einfach nur peinlich. Damit würde ich nie-nie-nie auf eine Mucke gehen! Ich müsste ja Angst haben, das sie mich gleich wieder an die Luft setzen. Da hätte man sich auch was besseres, innovativeres ausdenken können (wegen mir ein quietschgrünes Plastikrohr oder was weiß ich was). Der Koffer ist mit Schaumstoff ausgelegt und enthält die Tiger, ein blaues Warburton 2C-Mundstück aus Kunstoff, ein Döschen spezielles Fett und ein Fläschchen spezielles Öl, das nach der Tagescreme der besten aller meiner Frauen riecht. Ausserdem liegt noch eine Bürste für die Ventile bei.

Ich nehme das Instrument aus dem Koffer und staune nicht schlecht. Die ist so superleicht, das glaubt man gar nicht. Ganze 468 Gramm zeigt die Küchenwaage an - ohne Mundstück.

Das Instrument sieht auf den ersten Blick wirklich so aus, als hätte ich sie gerade an der Losbude auf dem Schützenfest gezogen - als Trostpreis. Auch die Kollegen im Orchester dachten erst ich wollte sie verklappsen (der Stich geht an mich 8) ). Aber wenn man mal reinbläst ist man wirklich überrascht was das vorne rauskommt ...

Hier folgt nun meine Zusammenfassung nach einem Tag des intensiven Ausprobierens mit abschließendem Härtetest in der Orchesterprobe eines symphonischen Blasorchesters.

——————————————————————————————————————————————

Modell: Warburton Tiger

Besondere Spezifikationen:

Instrument hergestellt aus ABS- Kunststoff
Farbe Purple mit weißen Ventilzüge
Bb-Trompete
Bohrung Ø 11,79mm
Schallbecher Ø 127mm
Hauptstimmzug, erster und dritter Ventilzug sind ausziehbar
Ventile und Ventilbuchsen aus 6061-T6 Flugzeug Aluminium
Gewicht (ohne Koffer) 500 Gramm
Zubehör: Mundstück Warburton 3C Kunstoff, Tiger Fett, Öl, Ventilbürste und Koffer

Pro:

- Alle Ventile sind identisch - keine Verwechslung möglich
- Superleicht

Kontra:

- Töne lassen sich leicht biegen, man muss sehr gut selbst intonieren
- spricht ein wenig merkwürdig an
- spielt sich und klingt wie Plastik
- Mundrohr biegt sich in der vertikalen

Gesamtbewertung:

Mit gutem Willen 2 Punkte, aber das ist einfach sehr individuell

Klang:

Nach Plastik - wirklich! Wobei ich sehr deutliche Unterschiede zwischen Mundstücken bemerke. Das mitgelieferte Warburton 2C Plastikmundstück entspricht im Rand ziemlich meinen J*B*S Teilen, allerdings ist der Kessel des 2C völlig anders geformt und die Bohrung ist deutlich größer. Damit komme ich zunächst gar nicht klar, obgleich der Klang damit noch am vollsten ist. Nach einigem Rumprobieren entscheide ich mich für mein nachgeschnittenes J*B*S 1, das IMHO die ausgewogenste Mischung an Klang und Höhe ermöglicht. Ich denke hier muss jeder zukünftige TigerBändiger wirklich experimentieren. Die Tiger verhält sich da ganz anders als gewöhnliche Trompeten. Ob mit Plastik oder Metall MP: dem Klang fehlt einfach die Schärfe eines Blechinstrumentes, selbst wenn man die Tiger richtig lossägen lässt. Sie klingt dann zwar laut und durchdringend, aber immer noch mit einem ungewöhnlichen weichen Timbre. Die Tiger ist sicher kein Instrument für den Konzertsaal, aber für Marschmusik, Guggemusik, Show Acts und Jazz ist sie klanglich absolut geeignet. Es ist eben ein Showinstrument - oder zum Mitnehmen in den Urlaub! Anfängern würde ich sie nicht in die Hand drücken. Wenn der Bläser nicht frei spielen kann, wird er der Tiger keine einigermaßen wohlklingenden Töne entlocken können. Die Tiger ist keine Schülertrompete die Fehler verzeiht, sondern eine Diva, die genommen werden will.

Intonation:

Aufgrund des weichen Material kann man den ersten und dritten Zug nicht zum Intonationsausgleich einsetzen. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn die Töne lassen sich auf der Tiger sehr leicht biegen (vergleichbar mit einem Flügelhorn). Auf dem Stimmgerät bekomme ich problemlos je nach Ton 30-40cent hin. In meiner „Grundeinstellung“ war die Intonation über 3 Oktaven hinweg ordentlich. Unter Berücksichtigung meiner derzeitigen Intonationsschwäche (siehe Thread) gab es nur zwei Ausreißer: a und as wichen nach unten ab. Ein Ausgleich war aber immer problemlos ohne Züge möglich.

Spielgefühl:

Bei einer so leichten Trompete erwartet man eine sehr leichte Anspielbarkeit und einen eher dünnen Ton, einfach weil es an Masse fehlt. Der eher dünne Ton bestätigt sich beim ersten anblasen. Sie spricht auch sehr schnell an. Bis zum ff lässt sie sich bis zum g’’ ordentlich spielen. Der Klang ist zwar etwas anders als gewohnt, aber sie mischt sich durchaus im Satz mit Blechtröten.

Jedoch kommt schon in der Komfortzone ein Umstand zum tragen, den ich als eher unangenehm empfinde. Die Tiger reagiert sehr zäh auf meine Kommandos. Schnelle Bindungen sind fast nicht möglich oder nur mit intensiver Einstellbewegung des „Körperapparates“ zu machen. Dadurch spielt sich die Tiger sehr anstrengend.

Verlässt man die Komfortzone in Richtung Lautstärke und/oder Höhe setzt ein weiterer Effekt ein, der vom Material ausgelöst wird. Die Innenwand einer harten Metalltrompete reflektiert die Schallwellen ins Instrument hinein, das weiche Material der Tiger absorbiert - es frisst nachgerade die Energie auf die der Bläser hineinsteckt. Und je mehr Energie der Bläser hineinsteckt, desto mehr wird vom Plastik vernichtet. Oder einfach ausgedrückt - du bläst dich an dem Ding tot.

Schön: die Luft fließt sehr gut ab, selbst bei maximalem Lufteinsatz macht sie nicht zu.

Verarbeitung:

Hier müssen wir etwas ins Detail gehen.

1. Material:

Die Trompete ist aus schlagzähem ABS-Kunstoff und dementsprechend wurden die Bauteile miteinander verklebt. Sprich: eine Reparatur wird nicht möglich sein, falls es zu Schäden am Korpus an sich kommt. Andererseits ist mit einer natürlichen Alterung durch Lochfraß o.ä. nicht zu rechnen. Sollte die Kunstoffrezeptur entsprechend gewählt worden sein, müsste die Tiger bei guter Pflege 50 Jahre halten bis die Schlagzähigkeit merkbar nachlässt. Und da wir sie nicht ständig den Einflüssen des Wetters aussetzen durchaus noch länger.

Das Schallstück ist aus drei Teilen zusammen gesetzt (Stimmzugbogen, gerades Mittelstück. Schallbecher). Die Nahtstellen sind deutlich sichtbar. An den Verbindungsstellen zur Maschine wurde großzügig dimensionierte Anschlüsse verwendet. Das sieht sehr robust aus.

Nicht gut: Das Mundrohr ist in der vertikalen beweglich. Wer also in der Höhe mehr Lippendruck aufwendet oder beim „Shake“ wird das ganz deutlich bemerken. Auch die Ventilzüge könnten noch ein paar mehr Stützen vertragen.

2. Bewegliche Teile:

Bei einer Kunstofftrompete muss man natürlich zuvorderst auf die Teile achten, die bewegt werden. Wie sind diese gearbeitet und kann es hier durch frühzeitigen Verschleiß zu fatalen Problemen kommen.

2.1 Züge: Die drei Züge sitzen passgenau und auch ohne Fett dicht. Ein spezielles Fett wurde beigelegt, das man nur wirklich hauchdünn auftragen muss. Das zweite Ventil hat keinen Zug, der Rohrbogen ist fest eingearbeitet. Die Züge wiegen fast nichts und man behandelt sie ganz automatisch mit großer Vorsicht. Das ist nichts für Grobmotoriker.

2.2 Ventildeckel: Es gibt nur untere Ventildeckel die geschraubt werden können. An der Oberseite ist die Ventilbuchse fest geschlossen bis auf ein Loch für den Ventildrücker. Das Ventil wird entfernt, indem man den unteren Ventildeckel und den Ventildrücker abschraubt und das Ventil unten rauszieht. Die Ventildeckel sind sehr groß und griffig, das Gewinde ebenso. Das erinnert in seinen Dimensionen sehr an eine PET-Flasche. Meine Bedenken, man könnte hier durch verkanten schnell irreparablen Schaden verursachen wurden zerstreut. Beim Zusammenbau muss man zudem die Feder mit dem Deckel zusammen drücken und arbeitet so automatisch mit Vorsicht.

2.3 Ventile: Durch die untenliegende Feder hat man sich eine komplizierte Kreuzelführung erspart. Das Ventil wir über zwei unterschiedlich breite Nute geführt. Ventilgehäuse und Kolben sind aus Kunstoff, jedoch mit einer dünnen Hülse aus Aluminium ausgekleidet resp. überzogen. Der Hersteller nennt eine Legierung 6061-T6. Das ist ein sehr hochwertige Aluminiumlegierung, aus der Fahrradrahmen, Waffenteile oder Tauchflaschen hergestellt werden. Laut Hersteller ist unbedingt die Pflegeanleitung zu beachten - siehe Video auf der tigertrumpet-Seite.

Ein wenig Sorge bereiten mir die Ventildrücker. Knopf und Stange sind ein Bauteil. Der Ventildrücker muss vom Kolben abgeschraubt werden, um ihn unten aus der Hülse ziehen zu können. In den Ventildrücker ist ein Metallgewinde eingelassen und in den Kolben eine kleine Metallschraube, sodaß diese Verbindung einen ganz ordentlichen Eindruck hinterlässt. Es bleibt trotz allem ein gewisser Respekt vor dem Material.

2.4 Wasserklappe: Die ist dimensioniert wie eine normale Wasserklappe und hat anstatt eines Korks ein Silikonpad. Sie arbeitet mit einer Metallfeder und erscheint ausreichend stabil zu sein.

2.5 Sonstiges: Ein wenig Sorge bereitet mir die Mundstückaufnahme. Was tun, wenn das Mundstück mal feststeckt. Mit Abzieher oder Hämmerchen würde ich da nicht rangehen. Also wäre es sicher von Vorteil ein Kunstoffmundstück einzusetzen und den Stängel ganz sauber zu halten und hauchdünn mit dem beigelegten Zugfett einzuschmieren. Falls das Kunstoff MP nicht mehr rausgeht kann man es immer noch absägen und die Reste aus dem Mundrohr rausfräsen oder irgendwie anders „rausprokeln“.

Persönliche Bewertung:

Es ist sehr überraschend, was aus einem Teil billigem Plastik rauszuholen ist! Mehr ist aber auch nicht.

Die Tiger funktioniert - ja, man kann ordentlich darauf spielen. Das macht IMHO aber nur Sinn in der unteren und mittleren Lage (bis g’’) und in komfortabler Lautstärke. Die Tiger ist kein Screamer und keine Kreissäge, dazu ist der Kraftaufwand viel zu hoch - weil die Energieverluste durch das Material zu hoch sind. Ich sehe ein Einsatzgebiet vielleicht in der Guggenmusik, oder der 4. Trompeter der Big-Band möchte auch mal im Rampenlicht stehen. Das war’s dann aber auch.

Ausserdem muss die Zeit zeigen, wie lange die Maschine durchhält. Die Ventile sind zu ersetzen, die Aluminiumhülse in der Ventilbuchse eventuell auch. Allein die Führungsnute für die Ventile sind der Pferdefuß. Wieweit werden diese im Lauf der Zeit „auslutschen“? Wenn die Ventile der Tiger dadurch zu haken beginnen hilft nur noch der gelbe Sack.

Da die Tiger irreparabel ist müsste die Frage nach der Versorgung mit Ersatzteilen (Ventilteile, Züge etc-) geklärt werden. Der große T hat mir auf meine diesbezügliche Mail bisher keine Antwort gegeben.

Nach reiflicher Überlegung werde ich die Tiger zurückschicken. Als reiner Gag sind mir 279 EUR zu viel Geld.

Weitere Erkenntnis: ABS scheint für eine Trompete kein geeignetes Material zu sein. Forscht weiter Jungs, ich bin gerne bereit Neues auszuprobieren.
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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von catfan » Samstag 7. Dezember 2013, 08:51

https://www.youtube.com/watch?v=tNoTMDo ... ata_player

Wahrscheinlich taugt sie auch zu anderem, als zu Guggenmusik und 4. Big Band Stimme. Kommt wohl auf den Spieler an.

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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von catfan » Samstag 7. Dezember 2013, 09:04


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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von kamillo » Samstag 7. Dezember 2013, 11:19

Hast du probiert, ob Dämpfer darin halten und so klingen, wie man´s erwartet?

Dann könnte ich mir die Tiger als optischen gag gut vorstellen, z.B. bei "The Toy Trumpet" (Raymond Scott) http://www.youtube.com/watch?v=WGitKtOp3sc

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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von Singvögelchen » Samstag 7. Dezember 2013, 22:22

Herzlichen Dank für die umfangreiche Warnung! :gut:
Da hast du dir beim Schreiben mehr Mühe gegeben als die Hersteller an der Plastikpresse.



:cracy:
Liebe Grüße vom Singvögelchen!


"Blas schön rein, dann kommts schön raus!"

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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von orlando_furioso » Sonntag 8. Dezember 2013, 12:09

AlexRu hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=tNoTMDo ... ata_player
Wahrscheinlich taugt sie auch zu anderem, als zu Guggenmusik und 4. Big Band Stimme. Kommt wohl auf den Spieler an.
Nun, ich sehe das aus der Perspektive des mehr oder weniger dilettierenden Feld-Wald-und-Wiesen-Trompeters. Und das dürfte wohl auf die Mehrzahl der hier mitlesenden zutreffen. Bedenklich - und im Sinne dieses Tests durchaus aussagekräftig - finde ich die Tatsache, dass die Tiger-Screamer auf den diversen Warburton Videos rein physiognomisch vorwiegend im Format amerikanischer Quarterbacks daherkommen. Wer mit solch einem Body gesegnet ist braucht die Tiger nicht zu fürchten. Ganz im Sinne meines Tests ... :D
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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von orlando_furioso » Sonntag 8. Dezember 2013, 12:11

kamillo hat geschrieben:Hast du probiert, ob Dämpfer darin halten und so klingen, wie man´s erwartet?

Dann könnte ich mir die Tiger als optischen gag gut vorstellen, z.B. bei "The Toy Trumpet" (Raymond Scott) http://www.youtube.com/watch?v=WGitKtOp3sc
Das Schallstück und der Schallbecher sind deutlich schlanker, als bei normalen Trompeten. Dazu kommt noch die Materialdicke. Ein ziemlich neuer Dämpfer (New Stone Line) hält gerade so. Eventuell müsst man die Korken etwas anschleifen.
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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von orlando_furioso » Sonntag 8. Dezember 2013, 12:23

Singvögelchen hat geschrieben:Herzlichen Dank für die umfangreiche Warnung! :gut:
Da hast du dir beim Schreiben mehr Mühe gegeben als die Hersteller an der Plastikpresse.
Vielen Dank für die Blumen, aber das würde ich so nicht sehen. Man merkt schon, das in der Tiger viele Jahre Entwicklung stecken. Sie sieht wie ein Spielzeug aus, aber das System ist schon absolut durchdacht und sehr gut umgesetzt.

Zur Verbesserung des derzeitigen Instrumentes würde ich drei Details nennen wollen:

1. Das Mundrohr benötigt mehr Stabilität und darf sich nicht mehr durchbiegen
2. Die Mundstückaufnahme muss grundsätzlich überdacht werden. Wenn man ein konisches Metallrohr (MP) in einen Plastikzylinder schiebt, dann wird sich der über kurz oder lang dort festsetzen, weil der Kunstoff eben weich und das Metall hart ist. Das MP rutscht nach und geht dann nicht mehr raus. Vielleicht sollte man die Backbore integrieren und dann nur noch den MP-Kopf aufschrauben. Damit hat Warburton ja Erfahrung.
3. Ich würde die Stange des Ventildrückers fest am Ventil befestigen und dann nur noch den Kopf abschrauben.

Aber das sind alles nur "hätte-hätte-Fahrradkette" Gedankenspielereien. Wie schon geschrieben ist ABS IMHO kein geeignetes Material für eine Trompete und dann das Thema Ventilführung ...
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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von Bixel » Sonntag 8. Dezember 2013, 14:31

orlando_furioso hat geschrieben: Alle Ventile sind identisch - keine Verwechslung möglich
Meiner Meinung nach führen identische Ventile zwangsläufig zu Verwechslungen.

Man kennt das doch z.B. von eineiigen Zwillingen.

:?
.
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Re: Testbericht: Warburton Tiger Trumpet

Beitrag von orlando_furioso » Sonntag 8. Dezember 2013, 18:38

In diesem Video hört man den live-Klang IMHO ganz gut. Und man merkt auch, das der Kollege zwar hoch spielt, aber so richtig "schneiden" kann die Tiger trotzdem nicht. Ich habe ausserdem gerade mal im TrumpetHerald-Forum nachgelesen. Dort wird allgemein auch das schlechte Slotting (das ich so nicht benannt habe, da ich ungerne solche Fachbegriffe benutze) moniert.

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