Carol Brass 6200 / K&H Burba / Kanstul 1525C

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Blechnase
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Carol Brass 6200 / K&H Burba / Kanstul 1525C

Beitrag von Blechnase » Mittwoch 20. Januar 2016, 10:07

Liebe Musici, hatte kuerzlich auf einer Dienstreise eine Pause, die ich zum Ausflug in ein lokales Musikhaus genutzt habe :D

Der Tester:
ist ein bestenfalls moderat begabter, aber begeisterter Amateur, der meistens in mittelgrossen (6-12 Leute) Soul/Funk Formationen oder Big-Bands spielt/gespielt hat. Spiele seit 1980, Wiedereinstieg 2014 nach 12 Jahren Komplettpause. Konzertsicher brauchbarer Bereich bis ca. e3.

Das Testmundstueck:
Denis Wick 3 BFL, amerikanischer Schaft, versilbert

Modelle:
Carol Brass 6200 GSS mit einem Trigger am 3. Ventil, der aussieht wie der beim Conn Vintage One Flh (rel. tief angesetzt, gerader langer Holzgriff), ansonsten: http://www.thomann.de/de/carol_brass_cf ... s_bb_l.htm
Kanstul 1525C mit traditionellen Wasserklappen, ansonsten: http://www.thomann.de/de/kanstul_zkf_15 ... elhorn.htm
K&H Malte Burba Universal FL mit traditionellen Wasserklappen, ansonsten: http://www.kuehnl-hoyer.de/produkt/b-fl ... e-burba-2/

Pro:
Carol: sehr leicht, mit Abstand der komfortabelste Trigger fuer meine rel. kleinen Haende, auch mit angenehmem Widerstand beim Triggern. Die besten Ventile, schnell und leise, angenehmer Widerstand.
Kanstul: Ventile waren fast so schnell wie die Carol, aber schienen minimal lauter und etwas haerter. Das Kanstul war des einzige Horn mit einem Fingerhaken, das ist angenehmer als die Ringe der anderen beiden Modelle. Schicke Optik.
K&H: die Ventile laufen schnell und leise, sind aber deutlich haerter als die der anderen Instrumente. Das Flh haelt sich sehr bequem.

Da ich normalerweise ein K&H Mod. 15 spiele und noch nie ein Flh amerikanischer Bauart in den Haenden hatte, ist die doch etwas andere Haltung bei CB und Kanstul etwas gewoehnungsbeduerftig, aber nicht per se unbequem. Das Burba Modell haelt sich insgesamt aber doch etwas besser.

Contra:
Kanstul / K&H: der Trigger ist fuer meine Haende eindeutig am falschen Ort (zu hoch) montiert und der Hebel ist zu kurz. So wie ich das Instrument halte, kann ich nur mit "einem halben Finger" triggern. Die Kontrolle ist bei Carol viel besser.
Kanstul: das Instrument ist recht schwer, was bei 2-3 Stunden Konzert doch eine Herausforderung werden koennte. Und der Preis ...
K&H: Der Goldlack ist nicht so mein Geschmack.

Klang:
Carol Brass: das 6200 wuerde ein schickes Kornett abgeben :wink: Der Klang ist sehr trompetig, relativ leicht und gut zu modulieren. Fuer ein Flh etwas zu hell, aber nicht scharf. Oberhalb ca. c2-e2 wird der Sound deutlich duenner.
Kanstul: schoener Flh-Klang fuer den Jazz und Funk Bereich. Nach dem, was ich vorab gelesen hatte, hatte ich allerdings einen deutlich dunkleren Klang erwartet. Real fand ich den Sound extrem konsistent durch alle Lagen, aber nicht aussergewohnlich dunkel. Keine Ausreisser bei pp oder ff mit der besten & stabilsten Intonation von fis0-c3 (Bb) von allen drei Testinstrumenten.
K&H: in der tiefen und mittleren Lage (bis ca. c2) deutlich dunkler als die o.g. Instrumente, danach wird der Klang duenner.

Spielgefuehl:
Carol Brass spielt sich super, spricht sehr leicht an, macht allerdings oberhalb von ca. g2 zu und ich habe weiter oben sehr viel pfffft bekommen und wenig Ton. Oktavspruenge c1-c2 gehen sehr gut, c2-c3 eiert. Auch schnelle Laeufe sind gut realisierbar.
Kanstul: Ansprache top, ich habe noch nie ein so leicht ansprechendes Flh gespielt. Das 1525 ist bis jetzt das einzige Flh, mit dem ich vollkommen problemlos (und reproduzierbar) bis c3 gekommen bin, ohne entweder zu quietschen oder nur Luft zu produzieren. Auch Oktavspruenge und c3 direkt klappte ohne Probleme, was weder bei CB noch K&H geklappt hat. Schnelle Laeufe klappen auch sehr gut.
K&H: Ansprache gut, aber nicht auf dem Niveau von Kanstul. In der tiefen und mittleren Lage ist der Sound sehr schoen, aber oberhalb von ca. e2 wird das Spielen sehr anstrengend. c3 kam nur mit starkem Druck oder sonstwie murksen. Schnelle Laeufe brauchen mit der Zeit doch etwas Kraft in den Fingern.

Verarbeitung:
Da gab es bei keinem der Instrumente Probleme, alle schienen gut gemacht und solide. Keine Kratzer oder sonstigen Schaeden. Allerdings habe ich mich aufs Spielen konzentriert und nicht besonders genau geschaut.

Persoenliche Bewertung / Gesambewertung:
Alle drei Instrumente haben ihre Vor- und Nachteile, allerdings schwingt spielerisch das Kanstul doch deutlich obenaus. Selbst wenn ich nicht staendig zwischen g2 und c3 unterwegs bin, finde ich es ueberzeugend, ein Instrument mit einer stabilen Intonation und Ansprache im gesamten von mir sinnvoll nutzbaren Tonbereich zu haben.

Ich wuerde alle Hoerner mit ca. 4.5, aber mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen bewerten. Wenn ich waehlen koennte, wuerde ich mir folgendes wuenschen: Das Kanstul 1525C mit der Ventil-Action und dem Trigger von Carol Brass sowie dem Sound der tiefen und mittleren Lage von K&H. Ausserdem muesste man Kanstul fragen, ob die das alles franzoesisch gewickelt kriegen. Was das dann kostet, weiss ich leider nicht.
Instrumente, Mundstücke, Dämpfer, Orchester und ein Lehrer :D

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