Interview Tine Ting Helseth

Hier geht`s um die klassischen Stücke,Märsche,Techniken etc.

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Dobs
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Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Dobs » Dienstag 16. Juli 2013, 08:52

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ulli926
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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von ulli926 » Samstag 28. Dezember 2013, 22:21

Sehr schoen.
Klingt irgendwie sehr erwachsen die ?Piccolo? Was fuer ein Instrument ist das genau?
http://www.youtube.com/watch?v=XXc2JRyPcJU
http://www.youtube.com/watch?v=zKDs3FW28wM
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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von RealC » Samstag 28. Dezember 2013, 23:15

Sieht aus wie eine Scherzer 8111 mit A-Mundrohr. Interessanterweise ein ziemlich altes Instrument, noch ohne Kugelgelenke (m.W. in der Form nur bis in die mittleren 90er gebaut).

Scheint ein Trend zu sein bei Trompeterinnen. Alison Balsom spielt ebenfalls eine deutsche Piccolo (und klingt darauf live fantastisch).

Blas!
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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Blas! » Sonntag 29. Dezember 2013, 13:36

TTH spielt technisch sehr gut, hat einen schönen Klang und ich finde sie sehr sympathisch. Ihre Interpretationen sind mir, insbesondere was Artikulation und Phrasierung angeht, aber häufig zu beliebig und uninspiriert. Zum Beispiel passt ihre Artikulation beim Händel (s. obiger Link) weder zu dem, was das Orchester spielt noch zu dem, was die Sängerin singt. Artikulierte die Sängerin so, wie TTH spielt, hörte sich das m.E. nicht besonders gut an. TTH hätte gut daran getan, ihre Artikulation an den Gesang anzupassen, das tat sie aber leider nicht. Dieses stilistisch manchmal etwas allzu freie Spiel beobachte ich hin und wieder auch bei ihrer britischen Kollegin, an der sich TTH auch ansonsten (Optik, Gestik) zu orientieren scheint. Die stilistische Reife kann aber noch kommen,denn die Dame ist ja noch sehr jung.

Grüße
Blas!

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von ulli926 » Dienstag 31. Dezember 2013, 14:28

Hi, Blas!
Sollte sich TTH wirklich in Artikulation und Phrasierung anpassen. Kommt durch die Kontraste nicht erst Spannung, Qualitaet und Genuss?
Frohe Feiertage u. ein schoenes 2014
LG ulli
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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Blas! » Dienstag 31. Dezember 2013, 15:29

ulli926 hat geschrieben:Kommt durch die Kontraste nicht erst Spannung, Qualitaet und Genuss?
Hallo Ulli,

Kontraste passen hier nicht, finde ich. Ist aber reine Geschmackssache.

Viele Grüße und guten Rutsch!
Blas!

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von burt » Dienstag 31. Dezember 2013, 16:26

Blas! hat geschrieben:Kontraste passen hier nicht, finde ich. Ist aber reine Geschmackssache.
Nicht so ganz. Ich habe das Gefühl, Du hast das Stück nicht so ganz verstanden :wink: Hast Du es schon mal aufgeführt?
Ich mehrmals, sowohl in der Originalbesetzung, mit Orgel und auch im Blechsatz mit dem Tentett. Die musikalischen Anforderungen sind jedoch immer die selben.
Das Ensemble hat bei diesem Stück eine untergeordnete Bedeutung, es begleitet die Solisten. Wenn das Orchester stilistisch nicht ganz zu den Solisten passt, ist das eher ein Problem des Orchesters und nicht der Solisten. Im übrigen bin ich nicht der Ansicht, dass es hier soweit auseinander liegt. Lautstärke und Phrasierung passen hervorragend.
Zudem bin ich der Ansicht, dass Tine sich besonders im Wiederholungsteil sehr schön an die Interpretation der Sängerin anlehnt. Hier stimmt eigentlich alles, nur die Triller gefallen mir persönlich nicht sonderlich, aber das mag auch mit der mangelnden Erfahrung auf der Deutschen Piccolo zusammenhängen. Ihr Klang ist jedoch phänomenal.

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von blechfan » Dienstag 31. Dezember 2013, 23:43

Und hier noch eine zweite Version des Händel-Stückes, aufgeführt von Urban Agnas mit Edita Gruberova:

http://www.youtube.com/watch?v=MeAxNrBNPNI

Welche Version gefällt Euch besser?

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von spätzünder » Mittwoch 1. Januar 2014, 11:53

Bei der TTH-Version "gefallen" mir beide Solisten besser :wink:

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von buccinator » Mittwoch 1. Januar 2014, 12:17

blechfan hat geschrieben:Und hier noch eine zweite Version des Händel-Stückes, aufgeführt von Urban Agnas mit Edita Gruberova:

http://www.youtube.com/watch?v=MeAxNrBNPNI

Welche Version gefällt Euch besser?

Mir gefällt eindeutig die Agnas Version besser, weitaus besser !!! Die beiden Damen "zelebrieren" mir das Stück zu sehr im Belcanto Stil, ist mir persönlich einfach zu schwülstig und überladen mit zweifelhaften Ornamenten. Zweifellos technisch sehr gut gemacht, aber eben m.E. stilistisch eher daneben.
Urban Agnas hingegen gestaltet klarer, mit großem Ton und großem Geschmack. Sein Spiel und auch der Gesang von Gruberova haben für mich einfach mehr Tiefgang zumal es sich ja nicht um eine schmalzige Liebesarie handelt, sondern um einen Auszug aus dem Oratorium "Samson" mit entsprechend biblischem Text.

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Blas! » Mittwoch 1. Januar 2014, 12:36

Erstmal ein gutes neues Jahr allerseits! :Winke:

Besonders dir, lieber burt, wünsche ich für das Jahr 2014 viele fröhliche Erlebnisse, wenig(er) Frust und noch einige weitere (dein Verständnis für das komplexe Werk des guten Schorsch Friedrich hoffentlich schärfende) Aufführungen von "Let the Bright Seraphim". :D

Ich selbst habe das "Stück" erstmals im Alter von 15 Jahren aufgeführt. Meine "Partnerin" war eine gute Amateur-Sängerin im Alter von damals ca. 55 Jahren. Begleitet wurden wir vom örtlichen Sinfonie- bzw. Kammerorchester, das sich in der Mehrzahl aus Laienmusikern zusammensetzte, verstärkt durch einige Lehrer der örtlichen Musikschule. Nachdem ich mich in den Proben noch zurückhaltend an meine Stimme herangetastet hatte, verleiteten mich die ersten (gut gelungenen) Takte der Aufführung dazu, mir einzubilden, ich sei der legitime Nachfolger von Maurice André. Dies wiederum führte dazu, dass ich zwar technisch recht gut, musikalisch aber derart eigensinnig agierte, dass mein damaliger Lehrer mir hernach eine gehörige Standpauke erteilte. Die Sängerin wollte kein weiteres Mal gemeinsam mit mir auftreten.

Im reiferen Alter habe ich das Stück dann noch einmal aufgeführt. Ich denke, es war musikalisch viel besser, da ich gelernt hatte, mich der Singstimme anzupassen.

Der gesungene Text gibt hier im Wesentlichen die Phrasierung vor, so dass Orchester und Trompete sich dem gefälligst anzupassen haben. Selbst verwirklichen kann man sich woanders.

Dies ist hier durch Agnas viel besser gelöst worden als von TTH.

Aber bitte: TTH spielt super und es geht hier (auf sehr hohem Niveau) um Nuancen.

Grüße
Blas!

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Bixel » Donnerstag 2. Januar 2014, 13:56

spätzünder hat geschrieben:Bei der TTH-Version "gefallen" mir beide Solisten besser :wink:
Dito.

:D :gut:

P.S.: Ein Gutes Neues Jahr allerseits!
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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Joruku » Donnerstag 2. Januar 2014, 18:21

Mir gefällt die Version mit TTH auch besser.

Jedoch mein Favorit ist allerdings die (ca. 15 Jahre alte) Version von Wynton Marsalis mit Kathleen Battle (ab 3:13). :oops:
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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Blas! » Donnerstag 2. Januar 2014, 20:13

Bixel hat geschrieben:
Dito.

:D :gut:
Dita.


:D :gut:
Blas!

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Re: Interview Tine Ting Helseth

Beitrag von Kowa » Freitag 3. Januar 2014, 00:02

Wesentlich besser gefallen mir diese Versionen, u.a. weil die Sängerinnen, jede auf ihre Art, viel mehr aus dem Stück herausholen.
Die Gruberova ist als Koloratursopran für das Stück eher ungeeignet, da in der Tiefe das notwendige Volumen für dieses Stück fehlt. Die TTH Version hat bei aller vorzüglicher Klangkultur zuwenig Biss und Charakter und die Sängerin klingt mehr nach "Knäckebrot" als nach Klangsubstanz.

Danielle De Niese, Floris Onstwedder (superbe Leistung für einen 17-jährigen, der sich in den Verzierungen an der zweiten Marsalis-Version orientiert)
http://www.youtube.com/watch?v=pjRnHrYbJ8g

Blechbläserversion
mit Shigeko Hata und dem Magnifica Brass Quintett
http://www.youtube.com/watch?v=Md1TnmgiUJ4
"The hard part is figuring out the easy way to play the trumpet" (Adam Rapa)

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