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E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Freitag 9. Februar 2018, 12:59
von superafro182
Hallo Freunde des guten Tons,

Ich habe diese Woche endlich meine Schagerl Wien in Silber bekommen.
Ton, Spielverhalten usw sind ( meines Gefühls nach) genauso, wie das Testinstrument , dass ich ende November hatte.

Allerdings ist mir aufgefallen, dass das E2 mit 0 gegriffen, sowie das Es2 mit 2 gegriffen zu tief sind. und das nicht nur messbar mit Stimmgerät, sondern auch ziemlich deutlich hörbar. Ich hab aber ein relativ gutes Gehör. Das G2 hingegen neigt wieder dazu, leicht zu hoch zu gehen, das ist aber ohne probleme ausgleichbar und stört nicht.
C3 Stimmt wieder gut.

Klar in nem C-Dur Dreiklang wäre das die richtige Tendenz, aber sollte man sowas bei einer neuen Trompete für rund 3700 € akzeptieren? Ich wollte nur mal nachfragen, bevor ich Schagerl wieder auf den Sack gehe.

Ich meine, auf dem Testinstrument war das nicht oder zumindest nicht so ausgeprägt, sonst wäre mir das aufgefallen und ich hätte es noch im Hinterkopf. Im Gegenteil, ich war der Meinung, dass ich noch nie eine so perfekt intonierende Trompete in der Hand hatte.

Im gleichen Atemzug: ich höre sehr leichte Schleifgeräusche im 1. und 3. Ventil. Ist das normal bei einer neuen Maschine? Ich hab durchs Mundrohr sowie in die Lager Hetman 11er Öl in die Ventile befördert, es wurde ein wenig besser aber teilweise schleift da immer noch was. legt sich sowas mit der Zeit? die Testmaschine lief flüssig wie Butter.

Ich bitte um schnelle Weisheiten, bevor Schagerl meint, das ist alles ganz normal, wobei es das nicht ist.

Danke und Gruß

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Freitag 9. Februar 2018, 13:26
von Fanfaristico
superafro182 hat geschrieben: Ich bitte um schnelle Weisheiten, bevor Schagerl meint, das ist alles ganz normal, wobei es das nicht ist.
Wenn du selber der Meinung bist, dass es nicht korrekt intoniert, dann zurück damit.
Ist das Gerät von einem Verkaufsgeschäft oder direkt von Schagerl?
Werden bei Schagerl die Instrumente noch selber oder in Fernost gefertigt?

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Freitag 9. Februar 2018, 14:02
von Flügelhorny
superafro182 hat geschrieben:Hallo Freunde des guten Tons,

Ich habe diese Woche endlich meine Schagerl Wien in Silber bekommen.
Ton, Spielverhalten usw sind ( meines Gefühls nach) genauso, wie das Testinstrument , dass ich ende November hatte.

Allerdings ist mir aufgefallen, dass das E2 mit 0 gegriffen, sowie das Es2 mit 2 gegriffen zu tief sind. und das nicht nur messbar mit Stimmgerät, sondern auch ziemlich deutlich hörbar. Ich hab aber ein relativ gutes Gehör. Das G2 hingegen neigt wieder dazu, leicht zu hoch zu gehen, das ist aber ohne probleme ausgleichbar und stört nicht.
C3 Stimmt wieder gut.

Klar in nem C-Dur Dreiklang wäre das die richtige Tendenz, aber sollte man sowas bei einer neuen Trompete für rund 3700 € akzeptieren? Ich wollte nur mal nachfragen, bevor ich Schagerl wieder auf den Sack gehe.

Ich meine, auf dem Testinstrument war das nicht oder zumindest nicht so ausgeprägt, sonst wäre mir das aufgefallen und ich hätte es noch im Hinterkopf. Im Gegenteil, ich war der Meinung, dass ich noch nie eine so perfekt intonierende Trompete in der Hand hatte.

Im gleichen Atemzug: ich höre sehr leichte Schleifgeräusche im 1. und 3. Ventil. Ist das normal bei einer neuen Maschine? Ich hab durchs Mundrohr sowie in die Lager Hetman 11er Öl in die Ventile befördert, es wurde ein wenig besser aber teilweise schleift da immer noch was. legt sich sowas mit der Zeit? die Testmaschine lief flüssig wie Butter.

Ich bitte um schnelle Weisheiten, bevor Schagerl meint, das ist alles ganz normal, wobei es das nicht ist.

Danke und Gruß
Tja,solche Geschichten mit Intonationsproblemen hört man immer wieder.Wieviel Cent weicht der Ton denn ab?Das Mundstück könnte auch der Grund sein.Da gibt es auch oft Intonationsprobleme.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Freitag 9. Februar 2018, 22:05
von Cilie
Also ich kenne das von anderen Instrumentenbauern (Martens) so, dass man sich seine Bestandteile raussucht und dann genau das Instrument bekommt, welches man angespielt hat (nur bei der Maschine wird halt eine neue bestellt). Der Vorteil ist, man weißt genau was ankommt.
Zu neuen Maschinen kann ich nur sagen, dass meine ohne Kratzen, Schleifen oder sonst was ankam; und dass bei einer Zirnbauermaschine, denen man nachsagt, dass die extrem geringe Fertigungstoleranzen haben. Die lief Einwandfrei, so wie man es eben bei solchen Preisen erwarten kann.
Ich persönlich würde mich definitiv bei Schagerl melden und darüber berichten. Die Trompete war teuer und hält nicht was sie verspricht. Wenn du die Trompete einschickst und sie stellen die benannten Mängel ebenfalls fest, werden sie sicher für Ersatz, in welcher Form auch immer aufkommen.
Wenn das Ventil nicht nur bisschen kratzt/schleift, sondern auch hängt, würde ich die Trompete definitiv gleich zurück geben...so etwas muss dann nochmal neu eingeläppt werden, da hilft kein Öl.
Bei der Stimmung wüsste ich jetzt nicht, was man tun soll...
Grüßle

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Samstag 10. Februar 2018, 11:14
von buccinator
Cilie hat geschrieben: Bei der Stimmung wüsste ich jetzt nicht, was man tun soll...
Grüßle
....sich 'ne Weimann oder Kühn kaufen... :D :D :D

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Samstag 10. Februar 2018, 13:13
von blechfan
Flügelhorny hat geschrieben:Das Mundstück könnte auch der Grund sein.Da gibt es auch oft Intonationsprobleme.
Ich würde auch zunächst mal mit verschiedenen Mundstücken testen. Dein Yamaha 14b4 ist vielleicht nicht grad der Knüller für 'ne Drehventiltrompete. Bei Breslmaier wirst Du sicher was geeigneteres finden.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Sonntag 11. Februar 2018, 15:04
von superafro182
Ist das Gerät von einem Verkaufsgeschäft oder direkt von Schagerl?
Werden bei Schagerl die Instrumente noch selber oder in Fernost gefertigt?
Direkt von Schagerl, das Instrument wurde auch direkt für mich, mit meinen Anpassungen gebaut. Die Meisterinstrumente werden dort von Hand gefertigt. Alles darunter in Asien.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Ungelesener Beitragvon Cilie » Freitag 9. Februar 2018, 22:05
Also ich kenne das von anderen Instrumentenbauern (Martens) so, dass man sich seine Bestandteile raussucht und dann genau das Instrument bekommt, welches man angespielt hat (nur bei der Maschine wird halt eine neue bestellt). Der Vorteil ist, man weißt genau was ankommt.
Ich hatte zum Test ein Austellungsstück (die Wien; andere Modelle waren roh zum testen, nicht Verkaufsfertig), das ich sogar für nen Batzen weniger behalten hätte können. Es war aber unlackiert, und mich haben die dreckigen und vor allem stinkenden Hände nach dem Spielen angekotzt.
Hätte man dieses Instrument versilbert, wäre es wegen der zu verrichtenden Mehrarbeit, dem Preis eines neuen, von mir anpassbaren Instrument gleichgekommen, oder sogar drüber gewesen.
...sich 'ne Weimann oder Kühn kaufen... :D :D :D
ein Kollege von mir studiert und hat sich ein Weimann bauen lassen. Als sie dann fertig war, hat er sie direkt wieder um Verkauf angeboten, weil sie nicht so geworden ist, wie er sie zusammengestellt hatte.

Bei Schagerl habe ich keinen Kaufzwang, im Gegensatz zu anderen "Edelschmieden".
Ich würde auch zunächst mal mit verschiedenen Mundstücken testen. Dein Yamaha 14b4 ist vielleicht nicht grad der Knüller für 'ne Drehventiltrompete. Bei Breslmaier wirst Du sicher was geeigneteres finden.
Ich spiele auf der Schagerl bisher mit meinem Thein 1C-F. Das 14b4-GP spiele ich eigentlich lieber, es klingt aber schon eine Ecke heller und härter.
Liegt das am "GP"? also quasi dem Megatone-Material? Würde ein Bach 3c oder normales 14B4 weicher klingen?

Das Problem mit dem E" besteht aber mit allen Mundstücken.


Ich rufe morgen bei Schagerl an und schildere das Problem. Zurück muss die Kanne eh noch einmal, weil sich der Trigger nicht so vom Ventilzug lösen lässt , wie er es müsste...

Die Frage ist, kann man überhaupt etwas an einem Instrument machen, um nur einen Naturton etwas höher zu bekommen???
Ich würde echt seelisch leiden, wenn ich nochmal 2 Monate auf ein neues Instrument warten müsste :lol:

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Sonntag 11. Februar 2018, 15:47
von Flügelhorny
Du mußt dich von dem Gedanken frei machen,das es für viel Geld auch sehr gute Instrumente gibt.Leider haben auch Oberklasse Instrumente oft enorme Streuungen bei der Intonation und auch Klangfarbe.Selbst bei perfekter handwerklicher Verarbeitung ,gibt es solche Probleme.Oft liegt es am Mundrohr,am Stimmzug,oder wie gut das Schallstück gebogen wurde.

Also einfach reklamieren und abwarten was passiert.Das ist dein gutes Recht.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Sonntag 11. Februar 2018, 16:10
von superafro182
Ich wollte damit nur sagen, dass mir das bei weimann kühn, thein oder sonst wem auch passieren kann, nur dass man dann "sein" Instrument an der backe hat.

Ich habe gerade mit dem stimmgerät gemessen: das e" ist ca 10-15 Cent zu tief, je nachdem von wo ich gerade komme, aber eher mit Hang zur 15. Alles andere stimmt, wie es muss.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Sonntag 11. Februar 2018, 20:55
von Singvögelchen
Muss das e`` nicht sogar immer so tief sein (laut Naturtonreihe im Gegensatz zur gleichschwebenden Stimmung)?
Ich greife diesen Ton seit Jahren mit dem 3. Ventil (auf der Kühn, auf der Weimann, auf der Lechner), das es`` mit 23 und noch ein Kleines bisschen getriggert...also außer in schnellen Läufen, wo du die Intonation einer Sechzehntelnote eh nicht auf die Goldwaage legen kannst.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Sonntag 11. Februar 2018, 21:08
von Sandu
Ich kenne kein Instrument, auf dem e und es nicht in der Tendenz abweichen.
Wenn es aber in deinem Fall richtig krass ist, würde ich reklamieren.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Montag 12. Februar 2018, 08:02
von TrompetenKäfer
Ohne dem Schagerl jetzt helfen zu wollen ;) E´´ und Es´´ sind Töne, die man idR auf der Drehventil intonationsmäßig beachten muss; und 10-15 Cent zu Tief (von Null ausgehend?) ist etwas, das man jederzeit sollte korrigieren können.

Ich weiß nicht, welches Instrument du vorher gespielt hast, aber ich kenne das von mir, wenn ich von der Pumpventil (B&S Challenger I mit Bach 5C) auf Drehventil wechsle (Meisterinstrument, Breslmair 3G), dann fühlt sich das so an, als ob ich von "in ein Rohr gepress" in den "Großen Teich" entlassen werde; die Möglichkeiten und Spielräume der Drehventil sind in meinem Fall einfach viel größer, und ich muss bewusster und sauberer spielen, als auf der "kleinen Pumpe".

Das lernt man mit der Zeit und ich denke, wenn du dich erst an die neue Trompete gewöhnt hast, wird dir garnichtmehr auffallen, dass du anfangs intonationsprobleme hattest.

Bzgl. Mundstück: ich spiele Bach 5C und 3C auf der Drehventil und kenne das Yamaha 15E4; am liebsten ist mir aber mein Breslmair G3; das passt wie A*** auf Eimer; was ich damit sagen will: funktionieren wird beizeiten was, aber Drehventiler sind mittels Mundstück sehr beeinflussbar, und man kann es sich dabei richtig schwer machen, oder eben nicht :)

Mein Rat: schau mal, dass du mit dem Zeug, das du jetzt zur Verfügung hast, zurecht kommst, gewöhn dich an die neue Trompete und dann kannst du immer noch fein justieren.

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Montag 12. Februar 2018, 11:10
von superafro182
Meinst du damit, ich soll es korrigieren können mit dem Ansatz oder schagerl soll es korrigieren können?

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Montag 12. Februar 2018, 11:34
von TrompetenKäfer
superafro182 hat geschrieben:Meinst du damit, ich soll es korrigieren können mit dem Ansatz oder schagerl soll es korrigieren können?
Du sollst es physiologisch beherrschen lernen ;)

Re: E2/Es2 zu tief auf neuer Schagerl Wien

Verfasst: Montag 12. Februar 2018, 13:56
von gozilla
Moin,
wenn an der Wien sonst alles gut funktioniert würde ich wegen e2 /es2 nicht reklamieren. Bin da ganz bei Singvögelchen und TrompetenKäfer. Der Instrumentenbauer geht bei ein paar Tönen immer einen Kompromiß zwischen Baubarkeit und Intonation ein, diese kommen dann bei gewissen Mundstück Trötenkombinationen eben mehr oder weniger zum Vorschein. Ist ähnlich wie auf der Bb Pumpe das Ansprechen eines notierten D3 auf 0 bzw 1.
Beim Mundstück würde ich irgendwo bei Mainstream bleiben und nicht zu wild Testen...bringt nichts.
Gruß G