Versilbern ??

Welches sind die besten ?

Moderator: Die Moderatoren

FlüTro
Unverzichtbar
Beiträge: 2835
Registriert: Montag 28. November 2005, 21:34
Kontaktdaten:

Versilbern ??

Beitrag von FlüTro » Montag 22. September 2008, 17:17

Jetzt hat mir jemand angeboten meine alte Committee
komplett zu entlacken, kleine Beulchen raus, polieren
und zu versilbern.

ist das ne gute Idee ??

Ich dachte immer das Silber wäre so dick,
dass man das im Nachgang nicht tun solle ??

Peter

Benutzeravatar
amateur
Unverzichtbar
Beiträge: 1114
Registriert: Mittwoch 15. August 2007, 22:23
Meine Instrumente: Kühnl&Hoyer 6010 G
Wohnort: nähe Salzburg

Re: Versilbern ??

Beitrag von amateur » Montag 22. September 2008, 17:24

Beim Versilbern werden ca. 0,003 mm Kupfer als Haftgrund und ca. 0,005 mm Silber galvanisch aufgebracht.
Also dünner wie jeder Lack.

Vorsicht ist aber geboten, meistens werden die Instrumente meinen Erfahrungen nach durch das Versilbern etwas härter/schärfer im Ton.

LG, Helmut

Edit: Wie viel soll´s eigentlich kosten? Wäre interessant zu erfahren :wink:

FlüTro
Unverzichtbar
Beiträge: 2835
Registriert: Montag 28. November 2005, 21:34
Kontaktdaten:

Re: Versilbern ??

Beitrag von FlüTro » Montag 22. September 2008, 17:32

450 Euro

härter & schärfer - das brauch ich bei der Committe
eigentlich nicht.

Wie wär das bei Gold ??

Und was ist denn eigentlich rose brass ??

Peter

Benutzeravatar
amateur
Unverzichtbar
Beiträge: 1114
Registriert: Mittwoch 15. August 2007, 22:23
Meine Instrumente: Kühnl&Hoyer 6010 G
Wohnort: nähe Salzburg

Re: Versilbern ??

Beitrag von amateur » Montag 22. September 2008, 17:36

Vergolden funktioniert im Prinzip genauso, die Goldschicht ist meistens etwas dicker wie beim Silber.
Nach Aussage eines Mitarbeiters von Miraphone macht Gold den Ton eher etwas weicher.

Rose Brass ist mW die englische Bezeichnung für Goldmessing

LG, Helmut

FlüTro
Unverzichtbar
Beiträge: 2835
Registriert: Montag 28. November 2005, 21:34
Kontaktdaten:

Re: Versilbern ??

Beitrag von FlüTro » Montag 22. September 2008, 17:56

aha, weicher muss ooch nich sein.
dann mach lieber nix,
weil klanglich ist sie so wie sie ist perfekt
peter

Benutzeravatar
RealC
Unverzichtbar
Beiträge: 1483
Registriert: Mittwoch 24. August 2005, 15:03
Meine Instrumente: -

Re: Versilbern ??

Beitrag von RealC » Montag 22. September 2008, 22:37

amateur hat geschrieben:Vergolden funktioniert im Prinzip genauso, die Goldschicht ist meistens etwas dicker wie beim Silber.
Nach Aussage eines Mitarbeiters von Miraphone macht Gold den Ton eher etwas weicher.

Rose Brass ist mW die englische Bezeichnung für Goldmessing

LG, Helmut
goldbrass ist goldmessing. rose ist rotmessing soweit ich weiß. mit noch mehr kupfer, sehr weicher klang.

Anonym0925_2
Unverzichtbar
Beiträge: 566
Registriert: Dienstag 27. März 2007, 12:38

Re: Versilbern ??

Beitrag von Anonym0925_2 » Dienstag 23. September 2008, 07:50

amateur hat geschrieben:... die Goldschicht ist meistens etwas dicker wie beim Silber.
...
LG, Helmut
Nein. Umgekehrt.
amateur hat geschrieben: Nach Aussage eines Mitarbeiters von Miraphone macht Gold den Ton eher etwas weicher.
...
LG, Helmut
Ja, das glauben viele. War lange Zeit und ist noch ein Verkaufsargument. Aber ich will das nicht wieder eskalieren, ist sehr viel subjektives Empfinden dabei. Gleich melden sich die Experten :mrgreen:
amateur hat geschrieben:...
Rose Brass ist mW die englische Bezeichnung für Goldmessing
LG, Helmut
Wurde von RealC schon richtig gestellt.

Viele Grüße,

Ff

Benutzeravatar
Wolfram
Instrumentenbauer
Beiträge: 2622
Registriert: Donnerstag 12. April 2007, 18:08
Meine Instrumente: B-Konzerttrompete (Eigenbau)
B-Trompete LEVANTE LV-TR5205
Wohnort: fast i.Zentr. d.Deutschen Musikinstr.-baus

Re: Versilbern ??

Beitrag von Wolfram » Dienstag 23. September 2008, 11:02

Fanfarikuss hat geschrieben:
amateur hat geschrieben:... die Goldschicht ist meistens etwas dicker wie beim Silber.
...
LG, Helmut
Nein. Umgekehrt.
Wenn man die beste Variante benutzt Instrumente zu vergolden, gehört unter die Goldschicht zuerst eine Kupferschicht und dann noch eine Silberschicht, ehe dann die eigentliche Goldschicht aufgetragen wird. Somit kann die Gesamt-Dicke der Beschichtung schon etwas kräftiger sein als bei der einfachen Versilberung.
LG, Wolfram
B-Konzerttrompete "Marke: Eigenbau"
B-Trompete LEVANTE LV-TR5205
Mundstück "Stomvi 3"

Anonym0925_2
Unverzichtbar
Beiträge: 566
Registriert: Dienstag 27. März 2007, 12:38

Re: Versilbern ??

Beitrag von Anonym0925_2 » Dienstag 23. September 2008, 11:27

Wolfram hat geschrieben:
Fanfarikuss hat geschrieben:
amateur hat geschrieben:... die Goldschicht ist meistens etwas dicker wie beim Silber.
...
LG, Helmut
Nein. Umgekehrt.
Wenn man die beste Variante benutzt Instrumente zu vergolden, gehört unter die Goldschicht zuerst eine Kupferschicht und dann noch eine Silberschicht, ehe dann die eigentliche Goldschicht aufgetragen wird. Somit kann die Gesamt-Dicke der Beschichtung schon etwas kräftiger sein als bei der einfachen Versilberung.
LG, Wolfram
Die österreichischen Instrumentenbauer lassen bei Ögussa galvanisieren.

Standardprozess beim galvanisch Versilbern: 30g Silber pro Trompete, ergibt etwa 18 bis 20µm Schichtdicke, maximal 25µm. Silber ist um ca. 40HV härter als Gold.

Standardprozess beim Vergolden: versilbern als Sperrschicht, danach 6g Gold pro Trompete. Ergibt eine etwa 5 bis 6 µm dicke Schicht.

Unterkupfern tut kein Mensch mehr.

http://www.oegussa.at/neu/galvanik/dekorativ.htm

http://www.oegussa.at/neu/galvanik/elektrolyt.htm

Benutzeravatar
Wolfram
Instrumentenbauer
Beiträge: 2622
Registriert: Donnerstag 12. April 2007, 18:08
Meine Instrumente: B-Konzerttrompete (Eigenbau)
B-Trompete LEVANTE LV-TR5205
Wohnort: fast i.Zentr. d.Deutschen Musikinstr.-baus

Re: Versilbern ??

Beitrag von Wolfram » Dienstag 23. September 2008, 15:03

Fanfarikuss hat geschrieben: Unterkupfern tut kein Mensch mehr.
Hallo Fanfarikus!
.. zufällig hatte ich heute Mittag ein Meeting (dank deiner Empfehlung) mit einer der führenden Firmen für Galvano-Technik!
Muß nun auch meine Meinung revidieren, was die Kupferschicht anbelangt.

Trotzdem wird es von einigen Produzenten in Deutschland heute noch so gemacht!
Manche versilberte Trompete, die auch hier im Forum schon benannt wurde, hat unter dem Silber noch eine Kupferschicht...
Aber ich gebe dir nun Recht, dass dies nicht mehr zwingend notwendig ist!
LG, Wolfram
B-Konzerttrompete "Marke: Eigenbau"
B-Trompete LEVANTE LV-TR5205
Mundstück "Stomvi 3"

Benutzeravatar
amateur
Unverzichtbar
Beiträge: 1114
Registriert: Mittwoch 15. August 2007, 22:23
Meine Instrumente: Kühnl&Hoyer 6010 G
Wohnort: nähe Salzburg

Re: Versilbern ??

Beitrag von amateur » Dienstag 23. September 2008, 20:09

@ Fanfarikus:

O. K., die Aussagen, wie z. B. Miraphone arbeitet, sind wohl Blödsinn...
In meiner Firma arbeiten wohl auch keine Menschen mehr, weil wir doch tatsächlich immer noch unterkupfern, mal nachfragen, welche Art Lebewesen wir sind...
18 - 25 µm Silber auf dem Instrument ist auch ca. dreimal so viel, wie meiner Erfahrung nach aufgebracht wird.
Nachdem wir aber sowieso nichtmenschlich sind ist das ja auch schon egal :mrgreen:

LG, Helmut

Toneking
PowerPoster
Beiträge: 76
Registriert: Freitag 16. Mai 2008, 23:02
Meine Instrumente: diverse

Re: Versilbern ??

Beitrag von Toneking » Dienstag 23. September 2008, 21:15

Hallo,
meine Tröte wure vor 2 Jahren bei der Generalüberholung angeblich erst verkupfert und dann mit ca. 15µm versilbert. Ich habe noch nicht dran rum gekratzt, um das zu überprüfen, aber ich habe andererseits auch keinen Grund, dies dem Instrmentenbauer nicht zu glauben (auch wenn er natürlich nicht selbst die Versilberung durchgeführt hat.

Viel Grüße

Benutzeravatar
Wolfram
Instrumentenbauer
Beiträge: 2622
Registriert: Donnerstag 12. April 2007, 18:08
Meine Instrumente: B-Konzerttrompete (Eigenbau)
B-Trompete LEVANTE LV-TR5205
Wohnort: fast i.Zentr. d.Deutschen Musikinstr.-baus

Re: Versilbern ??

Beitrag von Wolfram » Mittwoch 24. September 2008, 08:19

Das Kupfer unter dem Silber notwendig ist, hat mit dem Lötzinn zu tun. Dies ist immer noch blei-haltig. Erst nach und nach wird auch im Musikinstrumentenbau bleifreies Lötzinn eingesetzt..
Anders als in der Elektro-Industrie ist für die Musik-Industrie von Brüssel noch keine strenge Auflage gegeben worden.

Das Blei greift das Silber an und verursacht Flecken im Silber (und bei vergoldeten Instrumenten dann auch im Gold).
Deshalb ist die Kupferschicht eine Schutzmaßnahme!

In der Schmuck-Industrie mag das bereits anders sein...
LG, Wolfram
B-Konzerttrompete "Marke: Eigenbau"
B-Trompete LEVANTE LV-TR5205
Mundstück "Stomvi 3"

Anonym0925_2
Unverzichtbar
Beiträge: 566
Registriert: Dienstag 27. März 2007, 12:38

Re: Versilbern ??

Beitrag von Anonym0925_2 » Mittwoch 24. September 2008, 08:26

amateur hat geschrieben:@ Fanfarikus:

O. K., die Aussagen, wie z. B. Miraphone arbeitet, sind wohl Blödsinn...
In meiner Firma arbeiten wohl auch keine Menschen mehr, weil wir doch tatsächlich immer noch unterkupfern, mal nachfragen, welche Art Lebewesen wir sind...
18 - 25 µm Silber auf dem Instrument ist auch ca. dreimal so viel, wie meiner Erfahrung nach aufgebracht wird.
Nachdem wir aber sowieso nichtmenschlich sind ist das ja auch schon egal :mrgreen:

LG, Helmut
:question:
Ich sprach ausdrücklich von den österreichischen Instrumentenbauern, bitte lesen.
Miraphone ist das nicht denke ich.
Und wenn du hier schon von deiner Firma sprichst: wo arbeitest denn? Stellt ihr Musikinstrumente her?
Oder geht's hier um dekorative Galvanik wie etwa bei Brillenfassungen, etc.

Benutzeravatar
amateur
Unverzichtbar
Beiträge: 1114
Registriert: Mittwoch 15. August 2007, 22:23
Meine Instrumente: Kühnl&Hoyer 6010 G
Wohnort: nähe Salzburg

Re: Versilbern ??

Beitrag von amateur » Mittwoch 24. September 2008, 11:05

Dass Miraphone kein österreichischer Hersteller ist, stimmt absolut, es sei denn, irgendwer hätte Waldkraiburg aus Bayern ausgegliedert.
Die hohe Kunst des Instrumentenbaus hat aber mMn keine Grenzen und wird überall nach den gleichen Prinzipien praktiziert :wink:

Wir stellen keine Musikinstrumente her, unsere Galvanik hat aber auch schon Instrumente für Mitarbeiter versilbert/vergoldet, natürlich nach Rücksprache/Anleitung vom Fachmann.
In erster Linie Galvanisieren wir Elektro-Bauteile.
Der erste Link sieht mir allerdings sehr nach Schmuckveredelung (dekorativ) aus.
Im zweiten Link wird lediglich die Anwendung der verschiedenen Oberflächenveredelungen erklärt.

LG, Helmut

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 2 Gäste