Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Hier geht`s um die klassischen Stücke,Märsche,Techniken etc.

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Lucius
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Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von Lucius » Samstag 23. Mai 2009, 01:02

Ich würde gerne einmal die These von burt aus dem Thread "B-Trompete einen Ton tiefer" zur Diskussion stellen:
burt hat geschrieben:Posaunenchöre, welche Holzblasinstrumente einsetzen, gehören verboten :wink:
Spontan kann ich burt darin nur zustimmen - ich würde seine These sogar zuspitzen und sagen: auch Hörner aller Art (Flügel-, Wald-, Tenor- etc.) gehören im Posaunenchor verboten (vielleicht mit Ausnahem einer dezent geblasenen Tuba im on-off-Modus). - Vielleicht gibt es aber auch gute Argumente dagegen...

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buccinator
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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von buccinator » Samstag 23. Mai 2009, 02:04

Allerdings..............!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Flügelhörner und andere Instrumente der Hornfamilie haben ja nun wohl absolut Berechtigung im Posaunenchor als Register im Gegensatz zu den Trompeten / Posaunen.............das hat doch nichts mit "Holzbesetzung" zu tun......

Es ergibt sich ein sehr feiner "Sound", wenn man über einen kompetenten "Hornsatz" verfügt !

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mikefiftyniner
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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von mikefiftyniner » Samstag 23. Mai 2009, 09:42

Für Johannes Kuhlo waren Trompeten und Posaunen das Feinbild. Für ihn kamen nur Instrumente aus der Hornfamilie infrage, Kuhlohorn (eine besondere Form des Flügelhorns), Tenorhorn, Bariton und Helikon (eine um den Oberkörper geschlungene Form der Tuba) waren "seine" Instrumente.

Heute finde ich den Registerwechsel zwischen Trompeten- und Hornfamilie ein wichtiges Gestaltungsmittel. Auch habe ich schon Doppelchöre mit Blechbläsern und Blockflöten besetzt, was durchaus reizvoll war.

Eine dauerhafte Vermischung von Blech und Holz im Posaunenchor lehne ich aber auch ab!
Zuletzt geändert von mikefiftyniner am Samstag 23. Mai 2009, 11:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von peaceman » Samstag 23. Mai 2009, 10:32

Ich spiele seit einiger Zeit in einem sehr kleinen Posaunenchor, wo wir nur Trompeten und Posaunen haben. Das finde ich klanglich phantastisch, weil es sich viel besser mischt, als mit den Horn- und verwandten Instrumenten. Dieser strahlende Klang gefällt mir sehr gut und - alle aus der hornblasenden Zunft mögen mir verzeihen - die anderen stören da eher ;-)
Wie gesagt, meine sehr persönliche Meinung. Aber ich finde zum Beispiel auch das Blechbläserquintett eine recht uninteressante Besetzung, weil schwer zu spielen und wenn es gut sein soll, müssen wirklich alle fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt.

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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von Sandkuchen » Samstag 23. Mai 2009, 12:16

Ein PoCo mit vier Trompeten, vier Posaunen und Tuba ist sicher bei Niveau ein Traum. Beim Choralspiel ist eine homogene gute Besetzung (Tr, Po, T oder Saxophonquartett) klangschöner. Aber Niveau ist leider bei vielen PoCo Mangelware.

Funktional dient der PoCo dazu in der Gemeinde ein instrumentalmusikalisches Angebot zu machen (Kultur- und Gemeinschaftsförderung) und bei der Gottesdienst Gestaltung mitzuwirken. Diese Funktion kann nur erfüllt werden, wenn Jugendarbeit geleistet wird und immer neue Spieler herangeführt werden. Bei uns hat das mit einer reinen Blechbesetzung nicht hinreichend geklappt, so war die natürliche Folge, die Barrieren zu überwinden und Holz zu integrier. Die Positive Folge war, das wir ein richtig großer Haufen mit vielen Jugendlichen sind, der sich musikalisch gut entwickelt. Als Schmankerl sind wir auch noch musikalisch viel Vielseitiger, als wir früher je wahren.

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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von trompeterli » Samstag 23. Mai 2009, 18:12

Lucius hat geschrieben:Ich würde gerne einmal die These von burt aus dem Thread "B-Trompete einen Ton tiefer" zur Diskussion stellen:
burt hat geschrieben:Posaunenchöre, welche Holzblasinstrumente einsetzen, gehören verboten :wink:
Spontan kann ich burt darin nur zustimmen - ich würde seine These sogar zuspitzen und sagen: auch Hörner aller Art (Flügel-, Wald-, Tenor- etc.) gehören im Posaunenchor verboten (vielleicht mit Ausnahem einer dezent geblasenen Tuba im on-off-Modus). - Vielleicht gibt es aber auch gute Argumente dagegen...

Lucius
Hallo Lucius,
bei der These von burt ging es um Saxophone. Die gehörten nach seiner Meinung im Posaunenchor verboten.
Ein Begründung hierfür war aber nicht erkennbar. Es bleibt spannend.
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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von trompeterli » Samstag 23. Mai 2009, 18:17

peaceman hat geschrieben:Ich spiele seit einiger Zeit in einem sehr kleinen Posaunenchor, wo wir nur Trompeten und Posaunen haben. Das finde ich klanglich phantastisch, weil es sich viel besser mischt, als mit den Horn- und verwandten Instrumenten. Dieser strahlende Klang gefällt mir sehr gut und - alle aus der hornblasenden Zunft mögen mir verzeihen - die anderen stören da eher ;-)
Wie gesagt, meine sehr persönliche Meinung. Aber ich finde zum Beispiel auch das Blechbläserquintett eine recht uninteressante Besetzung, weil schwer zu spielen und wenn es gut sein soll, müssen wirklich alle fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt.
Hallo,
wenn nur Trompeten und Posaunen geblasen werden müssen dann die Spieler nicht fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt?
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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von jilse » Montag 25. Mai 2009, 13:30

Lucius hat geschrieben:Ich würde gerne einmal die These von burt aus dem Thread "B-Trompete einen Ton tiefer" zur Diskussion stellen:
burt hat geschrieben:Posaunenchöre, welche Holzblasinstrumente einsetzen, gehören verboten :wink:
Spontan kann ich burt darin nur zustimmen
Warum? Nur weil sie nicht in der "klassischen Posaunenchorbesetzung" nicht enthalten sind?
Zwar kommen fuer viele Posaunenchoere Holzblasinstrumente einfach aus dem Grund schon
nicht in Betracht, weil es typischerweise im Posaunenchor niemanden gibt, der ggfs. bei Pro-
blemen Hilfen geben kann (mangels Erfahrung mit Holzblasinstrumenten) und weil oftmals
der Leiter noch nicht einmal weiss, welchen Tonumfang er denn den Holzblaesern abverlangen
kann, aber sonst? Fuer "gehoeren verboten" sehe ich einfach keinen Grund (wobei man dann
aber vielleicht ueberlegen sollte, ob man dem ganzen nicht vielleicht einen anderen Namen
gibt als "Posaunenchor" ...).
Lucius hat geschrieben: - ich würde seine These sogar zuspitzen und sagen: auch Hörner aller Art (Flügel-, Wald-, Tenor- etc.) gehören im Posaunenchor verboten
Warum? Ist dir eigentlich klart, dass Johannes Kuhlo (einer der "Vaeter der Posaunenchoere")
eindeutig die Hoerner bevorzugt hat? Er haette (sofern er haertte waehlen muessen, ob er nun
ausschliesslich weite oder ausschliesslich enge Instrumente im Posaunenchor zulaesst) wohl
eindeutig den weiten Instrumenten (Fluegelhoernern, Tenorhoernern, ...) den Vorzug gegeben.
Zwar gab es auch zu seiner Zeit bereits gegenlaeufige Tendenzen, die den engen Instrumenten
den Vorzug gegeben haetten, aber beim "Chorleiterlehrgang fuer Posaunenchorleiter", den ich
1983/1984 mal absolviert hatte, wurde noch als "offizielle Lehrmeinung" vertreten, dass man
doch 2/3 weite Instrumente und ein Drittel enge Instrumente anstreben solle und dass bei einem
Posaunenchor mit nicht mehr als 12 Blaesern noch keine Tuba notwendig waere (damals haben
mich aber beide Thesen nicht unbedingt ueberzeugt, was wohl einer der Gruende war, dass ich
IIRC im Fach "Instrumentenkunde" nur eine "3" als Note erhalten hatte ...). Uebrigens habe ich
am letzten Wochenende fuer mein Posaunenspiel bei der "Kirchenmugge" (http://www.kirchenmugge.de)
ein Lob von einem Floetisten erhalten: er haette es vorher kaum fuer moeglich gehalten, dass
man auf eienr Posaune so leise spielen koenne, wie ich das bei der Begleitung von einer Gitarre
und einer Floete bei einem Stueck von Henry Purcell getan habe ...
Lucius hat geschrieben: (vielleicht mit Ausnahem einer dezent geblasenen Tuba im on-off-Modus). - Vielleicht gibt es aber auch gute Argumente dagegen...
Wenn der Tubist gut genug ist, ist eine Tuba eigentlich auch schon bei kleinen Besetzungen nicht
verkehrt. Entgegen den Annahmen mancher Blaeser und auch vieler "nicht Blaeser" ist eine Tuba
ein wunderbares Instrument mit einem fantastischen Klang. Wieso auch sonst wuerde selbst der
liebe Gott dieses Instrument spielen (es heisst doch schliesslich "Vater unser, der Tubist im Himmel")?
:lol:

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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von jilse » Montag 25. Mai 2009, 13:36

trompeterli hat geschrieben:
peaceman hat geschrieben:Ich spiele seit einiger Zeit in einem sehr kleinen Posaunenchor, wo wir nur Trompeten und Posaunen haben. Das finde ich klanglich phantastisch, weil es sich viel besser mischt, als mit den Horn- und verwandten Instrumenten. Dieser strahlende Klang gefällt mir sehr gut und - alle aus der hornblasenden Zunft mögen mir verzeihen - die anderen stören da eher ;-)
Wie gesagt, meine sehr persönliche Meinung. Aber ich finde zum Beispiel auch das Blechbläserquintett eine recht uninteressante Besetzung, weil schwer zu spielen und wenn es gut sein soll, müssen wirklich alle fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt.
Hallo,
wenn nur Trompeten und Posaunen geblasen werden müssen dann die Spieler nicht fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt?
trompeterli
Bei Posaunen ist bei schnelleren Laeufen eine gewisse Fitness sicher wuenschenswert, sonst bekommen
die den Zug nicht schnell genug bewegt ... :D
In Bezug auf die toene gilt soch bei vielen Posaunisten eher die Gemeinsamkeit mit dem Blitz: es schlaegt
so gut wie nie zweimal an der selben Stelle ein ...
:lol:

Juergen (Posaunist und Tubist im Posaunenchor und einigen anderen Besetzungen)

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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von peaceman » Dienstag 26. Mai 2009, 09:31

trompeterli hat geschrieben:
peaceman hat geschrieben:Ich spiele seit einiger Zeit in einem sehr kleinen Posaunenchor, wo wir nur Trompeten und Posaunen haben. Das finde ich klanglich phantastisch, weil es sich viel besser mischt, als mit den Horn- und verwandten Instrumenten. Dieser strahlende Klang gefällt mir sehr gut und - alle aus der hornblasenden Zunft mögen mir verzeihen - die anderen stören da eher ;-)
Wie gesagt, meine sehr persönliche Meinung. Aber ich finde zum Beispiel auch das Blechbläserquintett eine recht uninteressante Besetzung, weil schwer zu spielen und wenn es gut sein soll, müssen wirklich alle fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt.
Hallo,
wenn nur Trompeten und Posaunen geblasen werden müssen dann die Spieler nicht fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt?
trompeterli
Ich rede nicht von technischen Aspekten, sondern nur von Klang. Wenn Hörner/Verwandte und Posaunen/Trompeten gut zusammen klingen sollen, braucht man Musiker, die sehr gute Ohren dafür haben und auch die Fähigkeiten, ihren eigenen Klang anzupassen. Das ist natürlich letzen Endes auch eine technische Fähigkeit, hat aber in der Hauptsache mit "Musikalität" zu tun und ist schon die hohe Schule der Musizierens, die nicht so viele beherrschen.

Im Gegensatz dazu finde ich es, deutlich angenehmer, nur mit Trp/Pos zu spielen, weil der "Zusammenklang" wesentlich leichter herstellbar ist und die Instrumente schon durch ihre Bauart homogener klingen. Uff, gar nicht so leicht zu beschreiben, was ich meine.

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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von Lucius » Dienstag 26. Mai 2009, 23:13

1. Zum Thema Holzblasinstrumente:
Ich kann schon verstehen, daß man sich aus Gründen des musikalischen Angebots, der Jugendarbeit etc. öffnen will [siehe Sandkuchen], klanglich ist's dann aber eigentlich kein Posaunenchor mehr. Und wenn die Öffnung soweit geht wier hier: http://www.ev-posaunenchor-hochstadt.de/, frag ich mich, ob das überhaupt noch ein Posaunenchor im ursprünglichen Sinne ist.

2. Zum Thema Hornfamilie:
@jilse: Klar weiß ich, daß Kuhlo nichts anderes wollte als seine Hörner - aber Kuhlo ist für mich Geschichte und kein Leitbild.

Ansonsten: Als Klangregister finde ich's akzeptabel, im Doppelchor etc. vielleicht auch reizvoll - aber Barockmusik oder im speziellen venezianische Doppelchörigkeit mit Hörnern? Man muß ja nicht auf Originalinstrumenten musizieren, aber die weiten Mensuren und dieser hornige Klang ist doch sehr weit vom Klangideal dieser Zeit entfernt...
Und zur Mischung, da würde ich peaceman absolut zustimmen, wenn er schreibt:
peaceman hat geschrieben: Wenn Hörner/Verwandte und Posaunen/Trompeten gut zusammen klingen sollen, braucht man Musiker, die sehr gute Ohren dafür haben und auch die Fähigkeiten, ihren eigenen Klang anzupassen. Das ist natürlich letzen Endes auch eine technische Fähigkeit, hat aber in der Hauptsache mit "Musikalität" zu tun und ist schon die hohe Schule der Musizierens, die nicht so viele beherrschen.

Im Gegensatz dazu finde ich es, deutlich angenehmer, nur mit Trp/Pos zu spielen, weil der "Zusammenklang" wesentlich leichter herstellbar ist und die Instrumente schon durch ihre Bauart homogener klingen.
Ich habe vor 40 Jahren in einem Posaunenchor mit ausschließlich Trompeten und Posaunen angefangen und spiele jetzt in einem mit fast ausschließlich diesen Instrumenten. Der Tubist ist sehr dezent, das ist ok, zumal der z.T auch pausiert. Das jeweils eine Flügel- und Tenorhorn empfinde ich aber klanglich schon als fremd. Auch da kann ich peaceman nur zustimmen:
peaceman hat geschrieben: Ich spiele seit einiger Zeit in einem sehr kleinen Posaunenchor, wo wir nur Trompeten und Posaunen haben. Das finde ich klanglich phantastisch, weil es sich viel besser mischt, als mit den Horn- und verwandten Instrumenten. Dieser strahlende Klang gefällt mir sehr gut und - alle aus der hornblasenden Zunft mögen mir verzeihen - die anderen stören da eher ;-)
3. Zum Blechbäserquintett:
peaceman hat geschrieben:[...] ich finde zum Beispiel auch das Blechbläserquintett eine recht uninteressante Besetzung, weil schwer zu spielen und wenn es gut sein soll, müssen wirklich alle fit sein, damit es sich gut mischt und nach was klingt.
Auch das sehe ich so. Mir würde hier die Besetzung mit Trompeten, Alt-, Tenor- und Baßposaune viel besser gefallen. Ein Streichquintett bleibt ja auch in der Regel mit zweiter Bratsche (Mozart u.a.) oder zweitem Cello (Schubert, Boccherini) innerhalb der Geigenfamilie.

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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von orlando_furioso » Mittwoch 27. Mai 2009, 00:31

Ich hau jetzt mal eine provozierende These raus:

-- Posaunenchöre sind ein Auslaufmodell --

-> PC sind hinsichtlich der musikalischen Bandbreite viel zu stark festgelegt
-> PC haben die Enwicklung in der Aus- und Fortbildung der Musiker (D-C-B-Lehrgänge) verpennt
-> Die musikalische Qualität und die Ausbildungsqualität ist in der Regel "bescheiden"

Die Abgrenzung E-/U-/Kirchen-Musik gehört in die Mülltonne der Geschichte. Sollten wir nicht froh um jedes Kind sein, das sich gegen die Playstation und für die Musik entscheidet. Und die Kinder können wir nur halten, wenn wir attraktive und qualitativ hochwertige Musik machen. Musik, die den Kindern Spaß macht. Welcher 12-jährige spielt wohl mit Begeisterung "Was Gott tut, das ist Wohl getan" am Sonntag früh um 10 in einer a...kalten Kirche vor 24 Omas und Opas?

Der Posaunenchor nach Kuhlo'schem Vorbild und Dogma ist ein Relikt aus einer vergangenen Zeit - Friede seiner Asche!

Vor 100 Jahren, als der Herr Lehrer noch bei der sonntäglichen Messe die Orgel bediente, war die Kirchenmusik das was die Kinder an musikalischer Bildung mitbekommen haben. Dabei selbst mitzumachen war kein schwerer Schritt. Aber das ist heute ganz anders. Deshalb muss der Weg in die Kirchenmusik heute anders verlaufen. Erst muss man den Kiddies über die aktuelle Musik Spaß am musizieren machen, um Ihnen dann die traditionellen Werte nahe zu bringen: klassische Musik, Kirchenmusik, volkstümliche Musik etc. - und zwar ALLE!

Wenn die PC es nicht schaffen kurzfristig die Kurve zu kratzen, dann gute Nacht! Die Einbindung von Holzbläsern und die Öffnung für die Popularmusik mag da ein Weg von vielen sein.

okay, jetzt dürft ihr auf mich einschlagen :argh:

P.S.: bin morgen den ganzen Tag weg, erwartet also keine schnellen Antworten. Bin mal gespannt auf die Reaktionen wenn ich am Abend heimkomme ...
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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von Dobs » Mittwoch 27. Mai 2009, 00:45

orlando_furioso hat geschrieben:Ich hau jetzt mal eine provozierende These raus:

-- Posaunenchöre sind ein Auslaufmodell --

-> PC sind hinsichtlich der musikalischen Bandbreite viel zu stark festgelegt
-> PC haben die Enwicklung in der Aus- und Fortbildung der Musiker (D-C-B-Lehrgänge) verpennt
-> Die musikalische Qualität und die Ausbildungsqualität ist in der Regel "bescheiden"
Der Meinung kann man natürlich sein, ich nehme an, Du hast selbst schon in diversen Posaunenchören gespielt, um das besser beurteilen zu können?
Ich habe von Posaunenchören zu wenig Ahnung, deshalb nehm' ich mir jetzt ne Tüte Popcorn und schau zu, wie die Vertreter der PC's hervortreten und den Kampf aufnehmen.
Interessanterweise kann man die gleichen Thesen für viele Musikgruppen im Amateurbereich aufstellen, so auch z. B. für - das behaupte ich - fast alle Blasorchester, deren Musikstil Du doch vorwiegend vertrittst, wenn ich das richtig sehe? ;-)
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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von moppes » Mittwoch 27. Mai 2009, 10:33

Dobs hat geschrieben: Ich habe von Posaunenchören zu wenig Ahnung, deshalb nehm' ich mir jetzt ne Tüte Popcorn und schau zu, wie die Vertreter der PC's hervortreten und den Kampf aufnehmen.
:-) Dito. Aber mich erinnert das an die immer wieder aufflammende Diskussion, ob Musikvereine nicht Auslaufmodelle sind ....

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Re: Holzblasinstrumente im Posaunenchor?

Beitrag von Trumpetralfino » Mittwoch 27. Mai 2009, 10:51

Meine Vorstellung von Posaunenchören deckt sich eigentlich ziemlich genau mit folgendem Video ! Leider fehlen die Posaunen ! :lol:
http://www.youtube.com/watch?v=uK5w5E_ywDI

Holz ? Nein !
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