Workshop Trompete Total in Koblenz

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Maxbert
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Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Maxbert » Sonntag 21. Oktober 2018, 15:51

Dieses Wochenende fand der Trompete Total Workshop in Koblenz im Görreshaus (Rheinische Philharmonie) statt.
Alle Infos: https://www.trompete-total.de

Ich wollte euch ein bisschen was über meine Erfahrungen berichten:
Zunächst mal, ich war nicht komplett da, sondern habe nur beim Workshop von Andrea Tofanelli am Samstagmorgen teilgenommen. Habe den hier im Forum inserierten Platz dafür spontan übernommen. Um 10 ging der los, ich war überpünktlich um 9.30 Uhr da. Dann gab es erstmal eine große Überraschung: Eine Trompeterin und ein Trompeter aus meinem Bekanntenkreis waren auch da. Im Vorraum war eine "kleine" Ausstellung angeboten. Da das Bläserstudio den Workshop in Zusammenarbeit mit B&S, Bach und Yamaha ausrichtet, standen unglaublich viele Trompeten und Flügelhörner zum Testen bereit. Habe dann direkt mal in ein paar Hörner reingeblasen. Die neue 190 37 ML Bach wollte ich schon länger anspielen. Das ist wirklich ein tolles Horn, ebenso die New York (die mir aber wegen der L-Bohrung etwas zu anstrengend wäre). Auch die 43B LR hat mir gut gefallen. Die neuen Bach-Trompeten sind insgesamt echt amtlich, ein Test lohnt!

Das weitere Testen musste dann aber warten: Es war 10, der Workshop begann. Angesetzt waren 3h. Wir waren 5 Trompeter. Ein sehr netter Herr schätzungsweise Mitte-Ende 40, zwei 15-jährige "junge Wilde", ein Elfjähriger, der erst ein Jahr spielt und ich (29). Bunt gemischt also. Andrea hielt den Workshop auf Englisch, Verständigungsprobleme gab es keine. Zunächst erzählte er ein wenig über sich und seinen trompeterischen Lebensweg, vom "Wunderkind" zur Frustration im (klassischen) Studium mit aufgezwungener Ansatzveränderung, die in fast zur Aufgabe brachte und der letztendlichen Erleuchtung durch den Besuch einer Masterclass von Armando Ghitalla. Dieser "reparierte" Andreas Ansatz. Danach stelle Tofanelli fest, dass - ohne dass er das gezielt erreichen wollte - seine Range immer größer wurde. Von da an ging er in die Richtung seines Idols Maynard Ferguson. Während des gesamten Workshops erzählte zahlreiche Anekdoten aus seiner Vita - und das mit seiner sympathischen Art, es war wirklich kurzweilig.

Für jeden einzelnen Teilnehmer war über eine halbe Stunde Zeit. Ich begann, setzte mich vorne zu Andrea. Ich erklärte ihm, dass ich hauptsächlich Jazz spiele und mit ihm gerne an Soundqualität und Style arbeiten wolle. Ich spielte dann den Anfang von Vizzuttis Firedance auswendig vor, Noten hatte ich zu Hause vergessen :D. Andrea reichte das aber bereits aus, er hatte direkt eine Idee, die mein gesamtes Spiel in der oberen Oktave effizienter und lebendiger machen sollte. Es ging um die Zunge: Ich habe bei den hohen Tönen im Mundraum ein "i" geformt, das ist aber letztendlich zu eng. Der Ton wird tendenziell klein, eng und stimmt auch nicht mehr ganz gut. Ich solle nun mal versuchen die Zunge wie bei einem "shh"-Laut zu formen. Um den Unterschied festzustellen, sollte ich Tonleitern von C" aus spielen, einmal mit meiner bisherigen Zungenposition, dann mit der neuen. Das Ergebnis war beeindruckend, was alle Workshop-Teilnehmer und die Zuschauer bestätigten. Mein Ton wurde mit der neuen Technik fetter, war im Zentrum und er resonierte. Dabei fühlte sich alles wunderbar einfach an und das bis zum G3, was momentan meine "Grenze" ist. Das neue System ist effizienter, denn ich bin entspannter und kann weniger Gas geben, da die Projektion eindeutig besser wird. Andrea hat mir noch weitere kleine Tipps gegeben. Aber diese eine Kleinigkeit mit Zunge war mein "Aha-Erlebnis" und das, was ich aus dem Workshop mitgenommen habe.

Das stellte auch Andreas Philosophie dar: Er wollte jedem Teilnehmer einen direkten praktischen Tipp geben, der das Spielsystem direkt verbessert. Und das schaffte er bei jedem. Nach mir kam der nette Herr an die Reihe. Der hatte einen sehr schönen und lyrischen Sound, hatte aber Probleme mit der Höhe. Auch hier kam die schnelle Analyse: die Corners sind zu weit hinten (Lächel-Ansatz). Die beiden arbeiteten in der halben Stunde daran, diese kleine Änderung ins System zu bringen, zumindest so weit, dass mit dieser Grundlage zuhause und mit dem Lehrer weiter gearbeitet werden kann. Dass auch hier das "Nachvornebringen" der Corners sinnhaft war, zeigte sich deutlich, denn ganz unbedarft und ohne groß darüber nachzudenken, spielte der Herr mehrere C3. Das hatte er bis dahin noch nie! erreicht.

Es folgte der Elfjährige, der erst seit einem Jahr spielt. Der spielte aus seiner Trompetenschule Scarborough Fair vor. Der erste Versuch war ehrlich gesagt nicht sonderlich berauschend, er spielte auch sehr defensiv, leise und mit wenig Luft. Andrea verstand es, den Jungen dazu zu bringen, aus sich raus zu gehen. Er spielte dann mit mehr Luft und einer anderen, selbstbewussteren Attitüde und es klang auf einmal komplett anders! Der Sound war voll und rund, es ging kaum ein Ton mehr daneben und man konnte spüren, dass da gerade was passiert ist. Wow. Dann stellte Andrea noch fest, dass der Junge wegen seiner Zahnspange den Ansatzwinkel besser etwas senken sollte. Der Junge war aufgrund des ungewohnten Gefühls skeptisch, aber was aus dem Trichter kam sprach für sich: Eine erneute Verbesserung des Sounds. Gemeinsam motivierten wir den Jungen dazu, alles Gesagte beizubehalten, denn so klang er wirklich wunderbar und könne sich bis zum Tage, an dem die Spange raus kommt, weiterentwickeln.

Die beiden 15-jährigen Jungs waren motiviert bis in die Haarspitzen. Sie spielten gemeinsam in einer Schulbigband, hatten Bock auf Jazz und Hunger auf Tipps, die sie vorwärts bringen. Einer der beiden hatte bereits ein tolles Spielsystem, ist aber noch ein "ungefeilter" Diamant. Hier versuchte Andrea die Attitüde des jungen Mannes zu verändern. Er empfahl ihm erstens sehr viel Musik zu hören und sich Klangvorstellungen draufzuschaffen. Zweitens solle er, auch wenn es ihm vielleicht nicht den größten Spaß mache, klassische Trompetenübungen spielen. Drittens empfahl er ihm sich musikalisch universell aufzustellen, dann habe er eine tolle Zukunft als Musiker vor sich. Der zweite Fünfzehnjährige spielte schon etwas "musikalischer" Trompete, hatte aber kleine technische Schwierigkeiten, insbesondere bei der Höhe. Auch hier waren es die "Corners". Andrea arbeite einige Minuten mit ihm und siehe da, er konnte mit Lockerheit bis zum D3 spielen, obwohl er vorher bereits ab G2 Schwierigkeiten hatte. Sogar ein E3 war schon fast da. Auch dieser junge Mann wurde mit seinem neuen Zugang motiviert und konnte wertvolle Grundlagen zum Ausarbeiten mit nach Hause nehmen.

Jeder konnte aus dem Workshop etwas mitnehmen, dass ihn zu einem besseren Trompeter macht. Andrea hat uns geholfen eines der Stellrädchen in unserem Gesamtsystem zu synchronisieren, meist mit nur kleinen Änderungen. Zudem ist Andrea wirklich super nett, sehr humorvoll und erzählt gerne Geschichten. Fazit: Absolut empfehlenswert!

Danach war dann wieder Trompeten testen angesagt. Ganz ohne Hintergedanken war ich dabei nicht. Ich hatte zwar keine direkte Kaufabsicht, dennoch überlegte ich schon seit längerer Zeit, mir eine Kanne zu kaufen, die eher Allround-fähig ist, trotzdem ähnliche Lead-Eigenschaften wie meine Benge aufweist. Im Kopf schwirrte immer wieder die neue Bach 190 37 umher. Ich testete mich aber unvoreingenommen durch das vorhandene Sortiment. Hängen blieb ich dann bei Yamaha: Bei einem Modell, das ich eigentlich gar nicht auf dem Radar hatte, machte es "Klick". Bei der 8335LA in Silber hatte ich direkt ein unglaublich gutes Gefühl beim Spielen. Ich teste mich noch weiter durch, aber es trieb mich immer wieder zur LA. Ich fragte dann bei den Jungs vom Bläserstudio nach dem Preis von der LA, die ich dauernd testete. Dann kam aber die Hiobsbotschaft, genau diese Kanne war bereits reserviert. :schock: Ich war schon etwas enttäuscht, dann wurde mir aber gesagt, dass noch eine zweite silberne LA da wäre, zudem eine lackierte. Ich testete alle, die beiden Silbernen gefielen mir am besten. Ich favorisierte immer noch das bereits reservierte Exemplar, allerdings war die zweite Trompete auch super und ich traute meinen Lippen nicht mehr so ganz, denn ich war langsam abgeblasen. Außerdem war in der Halle ohrenbetäubender Lärm, ich war schließlich nicht der einzige Trompeter der dort testete.

Die beiden Jungs vom Bläserstudio und der Herr vom Yamaha-Vertrieb wollten mich dann nicht mit der Enttäuschung alleine lassen, nicht das gewollte Exemplar zu bekommen. Es gab nämlich einen Joker: Thomas Lubitz vom Yamaha Atelier war vor Ort. Ich hatte bereits vorher am Tag schon mit ihm gesprochen, er hatte mich bezüglich der Yamaha Modelle beraten und mir noch einige tolle Hörner zum Testen in die Hand gedrückt. Mit beiden silbernen LAs durfte ich dann mit Thomas Lubitz einen separaten Proberaum der Rheinischen Philharmonie gehen. Die Idee war, dass Thomas die zweite Kanne mit ein paar Kniffen auf meine Bedürfnisse hin bearbeiten sollte.

Doch es kam anders! :Hä:

Wir machten zunächst mal einen Doppelblind-Test. Thomas Lubitz stand hinter einer Stellwand und auch ich wusste nicht, welche der beiden Kannen ich gerade in der Hand hatte. Als ich dann beide anspielte, war uns direkt klar, welche für mich die bessere sei. Ein Exemplar hatte nämlich viel mehr Klangfarben, klang fetter und ich war sicherer damit. Es stellte sich dann heraus, dass es eben genau die LA war, die nicht reserviert war. Mein eigentlicher Wunschkandidat zeigte sich beim Testen in einer ruhigen Situation mit einem zweiten paar (sehr) geschulter Ohren als die weniger gute Variante. Thomas Lubitz schaute sich dann meinen neuen Wunschkandidaten nochmal genauestens an, wertete es als hervorragendes Exemplar und versuchte noch ein paar Modifikationen mit mir aus. Letztendlich blieb die LA aber genauso wie sie ist, denn damit hatte ich die besten Resultate. Diese Trompete habe ich dann auch direkt mit nach Hause genommen, denn die Entscheidung wurde mir dadurch noch leichter gemacht, dass es für Teilnehmer des Trompete Total-Workshops Sonderkonditionen gab und ich knapp 500€ weniger hinblättern musste als regulär.
Jetzt hat mein Geldbeutel zwar ein Loch, aber ich bin zufrieden :cracy:

Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall das komplette Trompete-Total Wochenende mitnehmen. Der Workshop ist sehr gut organisiert und bietet für jeden Trompeter was, ob Klassiker, Jazzer oder alles dazwischen und darüberhinaus. Die Dozenten sind toll und sehr vielseitig. Auch die Instrumentenausstellung ist ein Gedicht für alle Testwütigen unter uns. Ich kann euch die Reise nach Koblenz nur ans Herz legen. Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr dort :mrgreen:

P.S.: Tut mir leid, dass ich hier so einen langen Roman fabriziert habe. :Uups:

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Cavaillé » Sonntag 21. Oktober 2018, 16:43

Super, Danke Dir für die Mühe und Ausführlichkeit Deines Berichtes. Eigentlich schade, dass nicht mehr Leute so was hier posten, insbesondere, wenn es auch noch zu einem solchen Aha-Erlebnis gekommen ist.
Ich gehe demnächst zum Baldauf, bin gespannt, was da kommt...
Kannst Du bitte erklären, was der Unterschied zwischen shh-Stellung und i-Stellung ist, vielleicht anhand von Wörtern ? Ich habe immer gedacht, man soll die Düse mit der Zunge möglichst eng machen, ist aber offenbar nicht so....

Gruß und Dank, Thomas
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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von blechfan » Sonntag 21. Oktober 2018, 22:06

Maxbert hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 15:51
Tut mir leid, dass ich hier so einen langen Roman fabriziert habe.
Nichts zu entschuldigen, war sehr kurzweilig zu lesen. Vielen Dank für Deine Mühe. Und vor allem viel Vergnügen mit Deiner neuen 8335LA!
Gruß blechfan (8335G-Kollege)

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Miboba » Montag 22. Oktober 2018, 00:13

Danke für den Bericht, Maxbert!

Ich fand ihn sehr spannend und informativ.

Gruß
Miboba

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von SebiW. » Montag 22. Oktober 2018, 08:12

Vielen Dank für deine Mühe diesen kurzweiligen Text geschrieben zu haben. Er macht beim lesen eindeutig Lust auf mehr. :-)
Viele Grüße Sebastian

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Maxbert
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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Maxbert » Montag 22. Oktober 2018, 11:15

Cavaillé hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 16:43
Ich gehe demnächst zum Baldauf, bin gespannt, was da kommt...
Kannst Du bitte erklären, was der Unterschied zwischen shh-Stellung und i-Stellung ist, vielleicht anhand von Wörtern ? Ich habe immer gedacht, man soll die Düse mit der Zunge möglichst eng machen, ist aber offenbar nicht so....
Hallo Thomas! Rüdiger ist klasse, hatte bei ihm auch mal eine Stunde und das hatte mich damals auch weitergebracht. Ich kann aber mittlerweile grundsätzlich empfehlen, sich vorher ein (Problem-)Feld zu überlegen, das man dann mit dem Dozenten angeht. Man kann dann zielgerichteter arbeiten und die (teure) Unterrichtszeit bestmöglich ausnutzen.

Den Unterschied würde ich versuchen, so zu umschreiben: Beim "i" geht der Zungenrücken nah an den Gaumen, ist dabei aber flach. Die Zunge liegt quasi so --. Der Luftkanal wird enger, der Luftstrom ist aber nicht "gerichtet".
Beim "Sh", wie im Wort "ich", entsteht in der Mitte der Zunge noch ein kleiner Kanal. Die Zunge ist dann eher so: V (Natürlich nicht so extrem, die Zunge liegt auch hier eng am Gaumen an, aber der Zungenrücken ist gefühlt tiefer als bei "i"). Durch diese kleine Rinne fließt die Luft dann gerichtet ins Mundstück. Vielleicht erfährt sie dadurch auch eine weitere Kompression.

Das kann auch alles totaler Nonsense sein, aber so stelle ich es mir zumindest vor. Mein Tipp: Einfach in einem großen Raum mal unterschiedliche Zungenpositionen ausprobieren und auf den Klang achten. Der gute Klang ist natürlich das Ziel :gut:

An die anderen: Vielen Dank für die positive Rückmeldung zum Bericht :gut:

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Sonic » Montag 22. Oktober 2018, 11:57

Hallo Maxbert,

Danke Dir ebenfalls! Ich hätte aber noch zwei Fragen:
- Welche "Modifikationen" wurden denn von Thomas Lubitz vorgenommen, welche den Sound noch verändern sollten?
- Yamaha steht ja eigentlich für eine gleichmäßige Qualität. Wie konnten es sich die Yamaha-Mitarbeiter erklären, dass es zwischen den beiden Modellen doch (anscheinend starke) Abweichungen gab?

Danke und Grüße,
Sonic

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Dobs » Montag 22. Oktober 2018, 12:07

Danke für den super Bericht. Was hast Du denn am Ende für die LA bezahlt?
"Musik und Bier sind Themen, die traditionell sehr eng miteinander verbunden sind." - Sch.-Hausbrandt (Herri Bier)

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Trumpetjörgi » Montag 22. Oktober 2018, 13:28

Maxbert hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 15:51
P.S.: Tut mir leid, dass ich hier so einen langen Roman fabriziert habe. :Uups:
Der liest sich aber sehr spannend; dank!
Auch meine Frage: Welche Modifikationen wollte Herr Lubitz am "fertigen" Instrument noch tätigen?

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Maxbert » Montag 22. Oktober 2018, 13:45

Dobs hat geschrieben:
Montag 22. Oktober 2018, 12:07
Danke für den super Bericht. Was hast Du denn am Ende für die LA bezahlt?
Es waren knapp unter 2400€.
Trumpetjörgi hat geschrieben:
Montag 22. Oktober 2018, 13:28

Der liest sich aber sehr spannend; dank!
Auch meine Frage: Welche Modifikationen wollte Herr Lubitz am "fertigen" Instrument noch tätigen?
Er hat mir, wie es wohl auch bei der Baldauf Variante der Fall ist, einen kleinen Metallring am Gewinde des dritten Zuges angebracht. Also quasi wie ein O-Ring, der über das Gewinde kommt und vom unteren Ventildeckel gehalten wird. Die Kanne ging dann los wie die Feuerwehr, allerdings hatte ich erstens viel weniger Kontrolle (habe kaum einen Ton mehr getroffen) und zweitens ist diesem herrlich komplexen und dichten Sound etwas verloren gegangen. Er hat sich auch das Valve Alignement angeschaut, das war aber tadellos. Sicherlich hat er bei der Inspektion noch auf einige andere Details geachtet, aber er meinte, dass das Horn einwandfrei wäre und es keinen weiteren Tunings bedarf.

Ich kann hier nur nochmal auf den Workshop hinweisen: Am Freitag hat Herr Lubitz für das Auditorium wohl einen Vortrag gehalten und dabei auch anhand eines Instruments gezeigt, welche Änderungen am Instrument, und seien sie noch so klein, welche Auswirkung haben. Ich war ja leider nicht da, aber die anderen Teilnehmer haben erzählt, dass sei alles deutlich hör- und spürbar gewesen. :licht:

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von TrompetenKäfer » Dienstag 23. Oktober 2018, 09:06

Ein schöner Bericht und ich finde es auch aus der eigenen Erfahrung immer toll, solche Workshops zu besuchen. Ich hatte schon mit Michael T. Otto, Rüdiger Baldauf, Franz Wagnermaier, Hans Gansch,... das Vergnügen, und es war bei jedem etwas dabei, das wieder einen AHA-Effekt generiert hat. Es sind, wenn das Spielsystem nicht komplett im Eimer ist, meist nur Kleinigkeiten, die in diese oder jene Richtung helfen können - siehe Maxbert´s Erfahrung mit der Zungenstellung.

Manches hat sich für mich dann in der Praxis als weniger praktikabel oder zielführend erwiesen, dafür hat es wieder neue Wege eröffnet, vieles vom Gezeigten hat zu Verbesserungen geführt, und das OHNE dass an der Hardware besonders zu schrauben gewesen wäre.

Was ich mir auf Anraten eines Referenten machen ließ, war (Drehventil) die Bohrung am 3. Ventil und ein kleines Gewicht im 3. Ventildeckel. Zusätzlich mit einer kl. Veränderung des Ansatzwinkels und Arbeit an den "Corners" (war auch zu weit hinten) hat sich klanglich und spieltechnisch in kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung eingestellt.

Alleine das kleine Gewicht am 3. Ventil hat der Trompete mehr Klangdichte und Projektion gebracht; da ich ein sehr leichtes Instrument habe, hat´s das wohl gebraucht, um es im Zaum zu halten und ich habs bis heute nichtmehr verändert.

Ich freue mich über die positiven Erfahrungen von Maxbert und kann jedem nur raten, sich unterschiedlichste Referenten anzuschauen, wenns möglich ist. Bringen tuts in jedem Fall etwas und das eine oder andere ist sicher hilfreich.

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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Hochwälder » Dienstag 23. Oktober 2018, 10:01

TrompetenKäfer hat geschrieben:
Dienstag 23. Oktober 2018, 09:06
Ein schöner Bericht und ich finde es auch aus der eigenen Erfahrung immer toll, solche Workshops zu besuchen. .......... und es war bei jedem etwas dabei, das wieder einen AHA-Effekt generiert hat. Es sind, wenn das Spielsystem nicht komplett im Eimer ist, meist nur Kleinigkeiten, die in diese oder jene Richtung helfen können - siehe Maxbert´s Erfahrung mit der Zungenstellung.
Dem schließe ich mich gerne an.
Es sind oft diese kleinen Denkanstöße, die man von Lehrern erhalten kann um sein Spiel zu verbessern.
Siehe auch den Auszug mit den Mundwinkeln im Bericht.
@Max, freut mich, dass es dir so gut gefallen hat und viel Spaß mit dem neuen Horn :gut: :lol:
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Re: Workshop Trompete Total in Koblenz

Beitrag von Evolution » Dienstag 13. November 2018, 23:36

Vielen Dank für den schönen Bericht! Es ist wunderbar, wenn man einen langen, interessanten und begeisterten Bericht liest. Denn darum geht es in der Musik doch. Die vielen kritischen oder eher schnodrig-hingerotzten Kommentare in manchen Threads motivieren und helfen nicht. So ein Artikel schon.
Und viel Spaß mit der LA! Ist eine tolle Trompete. Offen vorne am Mundstück, aber mit Widerstand weiter hinten. So fließt die Luft, der Klang ist fett, aber es bleibt die Kontrolle und Ausdauer. Manche sagen, sie braucht viel Luft. Aber mein Eindruck nach Gewöhnung war, dass es eben nur das Gefühl ist, da der Widerstand spät kommt. Aber da ist er.

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