Flugelhornmundstücke und US -> DE

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myphrasebook
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Flugelhornmundstücke und US -> DE

Beitrag von myphrasebook » Samstag 22. Dezember 2018, 12:42

Ich würde gerne mehr Flügelhorn spielen. Ich hatte lange Zeit ein Peeters Majestic Flügelhorn, mit dem ich aber starke Intonationsprobleme hatte. Das Instrument war partout zu tief. Ich hatte das Noname-Mundstück recht schnell durch ein GR 66FL-Mundstück ersetzt, aber auch wenn da Intonation und klang besser waren, war das Instrument noch immer zu tief. Ich hatte mich dann entschieden, das Flügelhorn zu verkaufen. Der Käufer hat es dann mit einem (auch nicht passenden) Bach-Mundstück probegespielt und war ganz begeistert. Er hatte der Kanne ganz neue Klänge entlockt und es war nicht mehr zu tief... aber ich hab's trotzdem verkauft.

Jetzt habe ich ein Elaton Super Perinetflügelhorn. Eigentlich ein schönes Instrument. Mit dem beiliegenden B&S-Mundstück ist die Intonation ok, d.h. sie könnte besser sein, aber an und für sich kann ich die Töne noch mit den Lippen ausgleichen. Leider klingt das Horn mit diesem Mundstück sehr nach Trompete und fast gar nicht hornig. Und das GR Mundstück passt auch nicht, da das Super einen deutschen Schaft hat, das GR aber einen amerikanischen Schaft.

Also dachte ich, ich probiere mal den Klier US -> DE Konverter. Für €10 kann man das ja mal machen. Das kleine Stück Blech kam in einer rieeeeesen Kiste. Ausgepackt, ausprobiert - und erst begeistert, dann ernüchtert. Der Klang! Einfach toll, es klingt richtig weich und fluffig, wie ich das von einem Flügelhorn will. Aber die Intonation! Grauenvoll. Das a' rasselt und will nicht richtig einrasten. Alles andere ist queer beet mal zu hoch mal zu tief. Ein Trigger könnte einige Probleme lösen, aber erstens hat das Horn keinen und zweitens wären es immer noch zu viele.

Was mir auffällt - der Adapter geht bis zum Ende des Mundstückhalses und schlägt erst dort richtig an. Das heißt, eigentlich kann der Adapter den Klang eventuell gar nicht richtig übertragen. Mit etwas Klebeband am Hals sitzt das Mundstück besser und die Intonation ist leicht besser, aber noch nicht gut genug.

In dieser Kombination habe ich keine Lust, das Flügelhorn zu spielen (auch wenn ich jetzt vom Klang etwas angefixt bin). Die Fragen, die sich mir stellen:
(1) Ist der Adapter murx? Das Mundstück sitzt ja nicht richtig (oder muss das so?)
(2) Ist das Mundstück murx bzw. hat einen anderen Schaft?
(3) Wenn ja, welches Mundstück kommt dem GR 66FL am nächsten?
(4) Für den Preis eines GR könnte ich mir ja auch ein gebrauchtes Thomann Flügelhorn kaufen, bei dem der amerikanische Schaft des GRs passen sollte. Ich spiele leider nicht genug, um große Investitionen zu rechtfertigen.

Hat schon jemand Erfahrungen mit den US -> DE-Adaptern gesammelt?

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Re: Flugelhornmundstücke und US -> DE

Beitrag von MS.98 » Samstag 22. Dezember 2018, 13:07

Hallo,

der Adapter ist meistens eine schlechte Lösung, viele Hörner reagieren sehr empfindlich auf die zusätzlichen Abstufungen, die dadurch entstehen. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie du diesem Problem begegnen kannst:

1. Du lässt dir für dein Flügelhorn einen zweiten Mundrohrstift anfertigen, sodass du Mundstücke mit Ami-Schaft verwenden kannst. Das Elaton ist ein durchaus gutes Instrument, bei dem sich das lohnen würde, zumal es dir klanglich ja sehr gut gefällt.

2. Du schickst dein Mundstück zu Klier und lässt es dir mit deutschem Schaft nachdrehen.

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Re: Flugelhornmundstücke und US -> DE

Beitrag von dizzyoliver » Samstag 22. Dezember 2018, 17:54

Ich halte die beiden Vorschläge für sinnvoll und nachvollziehbar. Daher würde ich zum Instrumentenbauer gehen und ihn fragen, was ER für sinnvoller hält. Klar, für IHN wäre ein Arbeitsauftrag das Beste, aber wenn er gut ist, wird er das Problem mit Dir ernsthaft besprechen, die Entscheidung musst Du eh alleine treffen.

Ich weiß auch nicht, ob es sinnvoll wäre, hier sich für die "kostengünstigste" Variante zu entscheiden. Daher auch zuerst zum Instrumentenbauer gehen. Du kannst dann immer noch vergleichen, wenn es eine Preissache wäre, was günstiger am Ende wäre. Doch nicht immer ist die günstigste Wahl die beste.
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Re: Flugelhornmundstücke und US -> DE

Beitrag von Blechnase » Sonntag 23. Dezember 2018, 07:20

Vielleicht muss man auch nur die Mundstückaufnahme nacharbeiten. Bei meinem Flh passte keine Schaftform, nur der amerikanische Schaft sosolala mit wackeln. Ich werde das im neuen Jahr beheben lassen, mein Instrumentenbauer sagt, man muss die Aufnahme mit einer Reibeahle (?) etwas anpassen, weil der Konus nicht ganz stimmt.

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Re: Flugelhornmundstücke und US -> DE

Beitrag von schattie280 » Donnerstag 27. Dezember 2018, 07:02

Blechnase hat geschrieben:
Sonntag 23. Dezember 2018, 07:20
Vielleicht muss man auch nur die Mundstückaufnahme nacharbeiten. Bei meinem Flh passte keine Schaftform, nur der amerikanische Schaft sosolala mit wackeln. Ich werde das im neuen Jahr beheben lassen, mein Instrumentenbauer sagt, man muss die Aufnahme mit einer Reibeahle (?) etwas anpassen, weil der Konus nicht ganz stimmt.

Frohe Festtage allerseits!
Moin,

ja, das ist eine Reibahle, mit der die Mundstückaufnahme nachgerieben wird. So kann man einen besseren Sitz des Mundstückes erreichen. Standard ist eine Steigung von 1:20.

Falls der o.g. Mundstückadapter nicht passt, kann ein Instrumentenbauer bestimmt einen passenden drehen. Auch das ist kein größeres Problem und sollte direkt auf Maß möglich sein.

Gruß,
Schattie
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Re: Flugelhornmundstücke und US -> DE

Beitrag von myphrasebook » Dienstag 22. Januar 2019, 22:03

So, vielen Dank für die vielen Vorschläge und Kommentare!

Ich war dann letzte Woche beim Instrumentenbauer meines Vertrauens. Dort habe ich mit ihm gesprochen und habe verschiedene Mundstücke von Klier und Bach ausprobiert. Allerdings hat mir keines richtig zugesagt. Ein neues Mundrohr bzw. kopieren des GR-Mundstücks wären möglich, aber im besten Falle nur ein Kompromiss und er könne nicht garantieren, dass das Horn dann noch die gleichen Klangeigenschaften hat. Auch bei einer Kopie von Klier könne es immer noch Abweichungen geben, die dann nicht das gewollte Spielempfinden bzw. den gewünschten Klang haben. (Ich muss sagen, dass ich als junger Trompeter mal ein Klier hatte, dass ich nach einigem ausprobieren ausgewählt hatte und nie damit glücklich wurde)

Beim Ausprobieren habe ich auch festgestellt, wie sehr ich meine GR-Mundstücke mag. Es hat eine hohe Präzision in den Tönen und einen weichen, aber vollen Klang mit einem Spritzer an Brillianz, die es von einem zu weichem Klang abhebt. Ich habe auch ein GR an der Trompete, und bis jetzt hat nur das Yamaha GP 16C4 bisher an das Spielempfinden herangereicht.

Er hat mir empfohlen zu versuchen ein GR-Mundstück mit deutschem Schaft zu bestellen. Dies sei die Variante die am wenigsten ein Kompromiss darstellt. Alternativ würde er mir ein Antoine Courtois Flugelhorn empfohlen, das könnte mir vielleicht gefallen. Ich sollte mal eines ausprobieren... oh oh...

Wegen Nacharbeiten hatte ich nicht gefragt, aber da der Schaft eh schon zu groß ist, würde das glaube ich nicht helfen.

Aaaaaaber... er hatte auch einen weiteren US - DE-Adapter im Koffer. Auf den ersten Blick war dieser absolut baugleich, auf dem zweiten Blick gab es minimale Unterschiede und die Passung war minimal anders. Er war vielleicht einen viertel Millimeter enger und etwas schwerer. Das Mundstück rutschte nicht den bis zum Ende durch, sondern rastete vorher ein. Mit diesem Adapter ist die Intonation nicht 100%-ig, aber im akzeptablen Bereich. Ich habe dann mal den Adapter mit nach Hause genommen und werde erstmal damit arbeiten, bevor ich mich für die nächste Dummheit entscheide...

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