Intonationsproleme Flügelhorn

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Moderator: Die Instrumentenbauer

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Reinhard246
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Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von Reinhard246 » Samstag 9. März 2019, 22:17

Hallo Forum,
vor 3 Jahren ließ ich mir vom Instrumentenbauer ein Flügelhorn mit Pumpventilen bauen. Schon beim Probespiel fiel mir auf, dass der Ton gis 1 oder as 1 sehr schlecht intonierte, es klingt viel zu tief, eher wie ein zu hohes g1. a1 kann eigentlich (12) gegriffen werden, oder als Hilfsgriff (3). Bei diesem Flügelhorn habe ich da aber fast einen Halbton Unterschied. Mit (3) gespielt klingt das a zu tief. Der Instrumentenbauer wiegelte damals ab und sagte, am Instrument liege es nicht, er wisse auch nicht, was ich da falsch mache. Nun, als Hobbymusiker war ich bereit, seinen Worten zu glauben und dachte, vielleicht muss ich mich erst an das Instrument gewöhnen. Zwischendurch fragte ich einen anderen Trompeter, der meinte, dass vielleicht der dritte Ventilzug etwas zu lang geraten sein könne. Ich experimentierte dann etwas herum mit herausziehen von Ventilzug 1 und 2 und entsprechender Verkürzung des Auszugs beim Stimmzug. Zufriedenstellend sind die Ergebnisse nicht, zumal der zweite Ventilzug ja eh recht kurz ist.
Bis auf dieses Problem mag ich den Klang des Instruments sehr. Aber ohne as1 gehts halt nur selten, also spiele ich das Instrument kaum. Was ratet ihr mir? Aufsuchen eines anderen Instrumentenbauers hier vor Ort? Probehalber mit anderem Mundstück spielen? anderes Mundrohr/Stimmzug? kann man denn im Zweifelsfall den dritten Ventilzug kürzen?

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Trumpetjörgi
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Re: Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von Trumpetjörgi » Sonntag 10. März 2019, 12:50

Hallo Reinhard246,
1. Spielst Du ein Flügelhornmundstück oder mit dem Trompetenmumdstück?
2. Gap zwischen Munstück und Mundrohr?
3. Was sagen andere Spieler?
4. Anderer (guter) Spieler mit Rücken zum Stimmgerät, wie sieht das aus, sind wirklich nicht zu tollerierende Abweichungen da?
Ich würde, wenn sich 4. bestätigt zum Hersteller gehen und Nachbesserung verlangen!
Oft läßt sich mit der Kombination Mundstück und Mundrohr noch etwas verbessern, allerdings nur in geringem Umfang!
LG Jörg

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Flügelhorny
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Re: Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von Flügelhorny » Sonntag 10. März 2019, 18:17

Mundrohr tauschen.Am besten von Beck.Die sind allerdings sau-teuer.
Mundstück prüfen,auch hier gibt es heftige Toleranzen.
Ansatz-Probleme?
Letzte Möglichkeit,das Horn taugt nix.Gerade der Naturton G ist beim Flügelhorn kritisch.Das hängt vom Biegen des Schallstückes ab.
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Reinhard246
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Re: Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von Reinhard246 » Sonntag 10. März 2019, 20:48

@Trumpetjörgi:
zu 1) ich spiele mit Flügelhornmundstück, Yamaha, Bobby Shew mit Flügelhorn zusammen gekauft
2) noch nicht getestet
3) ein anderer Spieler, ein Berufsmusiker, meinte evt. 3. Zug zu lang

@Flügelhorny:
Inwiefern beeinflusst das Mundrohr die Intonation?
ich werde mal zum hiesigen Instrumentenbauer gehen und den bitten, das Horn zu prüfen. Dann sehe ich weiter.
Und melde mich mit den Ergebnissen dieser Recherche. Danke für eure Hilfe

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Re: Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von Flügelhorny » Sonntag 10. März 2019, 21:14

Das Mundrohr beeinflußt auch den Ton,die Klangfarbe und die Ansprache.Wenn der konische Verlauf nicht gut gearbeitet wurde ,kann die Intonation schlecht werden.
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Re: Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von Trumpetzky » Montag 11. März 2019, 10:16

Bei den Flügelhörnern ist das Mundrohr mitunter das wichtigste Teil.
Stark verienfacht gesagt, muss der Luftstrom in diesem sehr kurzen Bereich geformt sein, weil es der konisch zulaufende Teil des Instruments ist. Nach den Ventilen wird das Instrument konisch größer.
Wenn im Mundrohr die Strömungsverhältnisse ungünstig beeinflusst werden, dann spürst du das und wenn das Instrument daher ungünstig mit Luft "befüllt" wird, wirkt sich das auf Ansprache, Stimmung, Intonation aus.

Das ist jetzt stark vereinfacht, aber ich hoffe, es ist irgendwie verständlich.

Zum gegenständlichen Problem: ich würde das Instrument von einem sehr guten Trompeter/Flügelhornisten anspielen lassen - der Blindtest mit dem Stimmgerät ist eine super Idee.
Die Töne, die du ansprichst, sind interessanterweise nämlich am Flügelhorn eher zu hoch, müssten also nach unten korrigiert werden.
Wenn hingegen die herunteren 2/3-Kombinationen gut stimmen, liegts nicht daran, dass ein Zug zu lang ist sondern das Ding liegt woanders im Argen.
Daher bitte gegenprüfen lassen, und ggf. zu einem Instrumentenbauer gehen, der mit derartigen Problemen umgehen kann - wenns der Hersteller deines Horns nicht machen kann/will.

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Re: Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von blechfan » Montag 11. März 2019, 11:58

Flügelhorny hat geschrieben:
Sonntag 10. März 2019, 18:17
Mundrohr tauschen.Am besten von Beck. Die sind allerdings sau-teuer.
Mundstück prüfen,auch hier gibt es heftige Toleranzen.
Das mit dem "sauteuer" stimmt schon, wenn man von den Mundrohren auf den Messing-Kilopreis hochrechnet. :surprised:
Aber: Ich habe mir ein Beck-Mundrohr samt Breslmaier F6 für zusammen um die 330 € gegönnt und habe damit quasi ein neues Instrument bekommen: Schöner im Klang, leichter in der Ansprache, präziser in der Intonation. Dadurch ganz erhebliche Steigerung des Spielvergnügens. Neues Instrument wäre 5-6 mal so teuer gewesen ...
Muss man halt im Einzelfall ausprobieren.
Gruß blechfan

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Re: Intonationsproleme Flügelhorn

Beitrag von Reinhard246 » Freitag 15. März 2019, 18:02

So, nun war ich beim lokalen Instrumentenbauer (Gillhaus, Freiburg). Der hat sich das Instrument angeschaut und sagt, der Ventilzug des dritten Ventils ist zu lang. Circa 1cm. Er hat jetzt den Auftrag, das zu ändern und dann ist das Problem hoffentlich beseitigt. Ich werde berichten.

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