Trompete einmotten

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Moderator: Die Instrumentenbauer

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trööt
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Trompete einmotten

Beitrag von trööt » Freitag 1. Februar 2008, 10:10

Ich möchte meine Trompete "einmotten" und vielleicht irgendwann verkaufen.

Wie sollte ich dabei vorgehen? Nach der Reinigung das Instrument ganz ohne Öl und Fett in den Koffer packen oder wie sonst auch wieder neu ölen und fetten?

Ich möchte vermeiden, daß nach einer längeren Ruhezeit sich bei der Trompete nichts mehr bewegt. Kann mir jemand bitte einen Tip geben??

Vielen Dank

LG
Katja

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Wolfram
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Re: Trompete einmotten

Beitrag von Wolfram » Freitag 1. Februar 2008, 10:58

Hallo Katja!
Willkommen im Trompeten-Forum!

Wenn du oben rechts in der "Such-Funktion" entsprechende Worte eingibst, wirst du hier im Forum schon viele Hinweise finden...
Aber ich will dir trotzdem kurz darauf antworten:

Wenn du ein neues Instrument erwirbst, dann wirst du bemerkt haben, dass alles super funktioniert. (in der Regel)
Das geht nur, weil das Instrument innen sauber ist, die Ventile geölt und die Züge entsprechendes Gleitmittel haben.
Und deshalb empfehle ich dir das mit dem genannten Instrument auch so zu tun!

1.) Mach eine gründliche Innenreinigung (Lege das Instrument in Zitronenwasser, oder eine Wanne/Eimer mit Handspülmittel.
Wichtig! - keine scharfen Reinigungsmittel verwenden.) Anschließend eine Reinigungsbürste aus dem Musikgeschäft durchziehen.
Es empfiehlt sich dazu alle Züge und Ventile herauszunehmen. Achte darauf, ob die Ventile nummeriert sind, oder markiere sie selber an der Unterseite des Ventiles.

2.) Zum Trocknen lege das Instrument auf eine Heizung (bitte nicht zu heiß) und lege dazwischen ein Baumwolltuch!

3.) Nun fette die Züge und öle die Ventile und bau wieder alles zusammen.
Mache einen kurzen Test, ob alles funktioniert (nur eine Tonleiter, sonst bringst du wieder zu viel Feuchtigkeit in das Instrument).

4.) Es empfiehlt sich auch das Mundstück einzuweichen und mit einer entsprechenden Mundstückbürste zu reinigen.

5.) Die Oberflächen kannst du mit einem Lack-Pflegemittel einsprühen und mit einem sauberen Mikrofasertuch abwischen.
Nun sollte das Instrument wieder wie neu aussehen und ist bereit auch eine längere Zeit unbeschadet zu überstehen!
LG, Wolfram
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trööt
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Re: Trompete einmotten

Beitrag von trööt » Freitag 1. Februar 2008, 12:17

Hallo Wolfram,

vielen Dank für die schnelle Antwort und die guten Tips. Jetzt bin ich schon schlauer.

Als ich seinerzeit die neue Trompete aus der Verpackung nahm, sah alles irgendwie "blank" (unbehandelt) aus. Der Verkäufer hat auch gesagt, ich solle die Ventile vor dem ersten Spielen erst mal gut ölen und auch die Züge einfetten. Ich wußte nicht, daß da ab Werk schon was dran war. Dann auf jeden Fall sehr dünn und unauffällig.

Jedenfalls mache ich mich jetzt an die Arbeit, damit mein Trompetchen im Bestzustand den Winterschlaf antreten kann.

LG
Katja

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Re: Trompete einmotten

Beitrag von StarPlayer » Dienstag 5. Februar 2008, 20:02

Hallo

In dieser Beziehung muss ich Wolfram auch wenn er erfahren ist und Instrumentenbauer widersprechen, denn ich habe schlechte Erfahrungen gemacht, dass es auch wenn man wie oben beschrieben vorgeht Probleme gibt.
Am besten man legt alle Züge und Ventile seperat neben das Instrument und wenn man es wieder einbauen will ölt und fettet man alles.
So hat es mir auch ein anderer Instrumentenbauer empfohlen.
Es ist auch vorteilhafter es zu tun, wie ich es beschrieben habe, wenn man Drehventile hat, denn die sind wenn sie eingetrocknet sind noch schwerer zum laufen zu bringen.
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Re: Trompete einmotten

Beitrag von buddy » Dienstag 5. Februar 2008, 21:59

Ob jeder die ausgebauten Drehventile wieder heil ins Instrument bekommt, ist eine andere Frage.

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Re: Trompete einmotten

Beitrag von Wolfram » Mittwoch 6. Februar 2008, 09:44

StarPlayer hat geschrieben:Hallo

In dieser Beziehung muss ich Wolfram auch wenn er erfahren ist und Instrumentenbauer widersprechen, denn ich habe schlechte Erfahrungen gemacht, dass es auch wenn man wie oben beschrieben vorgeht Probleme gibt.
Am besten man legt alle Züge und Ventile seperat neben das Instrument und wenn man es wieder einbauen will ölt und fettet man alles.
So hat es mir auch ein anderer Instrumentenbauer empfohlen.
Es ist auch vorteilhafter es zu tun, wie ich es beschrieben habe, wenn man Drehventile hat, denn die sind wenn sie eingetrocknet sind noch schwerer zum laufen zu bringen.
Hallo Starplayer!
... ich befürchte auch, dass mit deiner Methode mehr Schaden entsteht!
Die Wenigsten werden wissen, wie man Drehventile fachgerecht aus- und wieder einbaut...
Und wenn sie es doch wissen sollten, mangelt es sicherlich am richtigen Werkzeug.

Ich hatte versucht zu erklären, dass nach der Reinigung das Instrument zum trocknen auf eine Heizung gelegt werden soll. Diese Temperatur sollte auch ausreichen, um die Feuchtigkeit in Drehventilen verdunsten zu lassen. Wenn man nun zum Abschluß die Ventile noch einmal testet (so wie ich oben beschrieben habe) dann weiß man, dass die Ventile nicht hängen. Ein trockenes Ventil, das sich bewegt kann nicht mehr verklemmen! Es sei denn, es kommt neue Feuchtigkeit dazu.

Aber wenn du mit deiner Technik zurecht kommst ist das ok.
Es ist aber sicher nicht von jedem Trompeter so realisierbar.
LG, Wolfram
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RainerS
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Re: Trompete einmotten

Beitrag von RainerS » Mittwoch 6. Februar 2008, 13:04

Da liegt wohl ein Missverständnis vor. "Starplayer" meinte ja wohl primär Pumpventile und weniger Drehventile, an die sich nicht jeder wagen sollte. M. E. macht es bei beabsichtigter längerer Einmottung (evtl. über Jahre oder sogar Jahrzehnte und u. U. ungünstigen klimatischen Bedinungen von Dachkammern, Kellern ohne jegliche Pflege ...) durchaus Sinn, Pumpventile auszubauen und in einer Plastiktüte in ölgetränkten Läppchen gewickelt separat zu lagern, dabei dann aber auch die leeren Laufbuchsen z. B. mit ölgetränkten Läppchen auszustopfen. Die getrennte Aufbewahrung der zuvor eingefetteten Züge in Plastiktüten erspart einem zudem das Problem von deren Festgehen und ermöglicht den Rohren noch eine gewisse Durchlüftung.
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Re: Trompete einmotten

Beitrag von buddy » Mittwoch 6. Februar 2008, 16:29

StarPlayer hat geschrieben:Am besten man legt alle Züge und Ventile seperat neben das Instrument und wenn man es wieder einbauen will ölt und fettet man alles.
So hat es mir auch ein anderer Instrumentenbauer empfohlen. Es ist auch vorteilhafter es zu tun, wie ich es beschrieben habe, wenn man Drehventile hat, denn die sind wenn sie eingetrocknet sind noch schwerer zum laufen zu bringen.
Was für ein Missverständnis? Eher ein riskanter Tip.

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Re: Trompete einmotten

Beitrag von Blechnase » Dienstag 12. Juni 2018, 06:26

Aus aktuellem Anlass bringe ich das Thema mal wieder hoch: wie lagere ich denn eine Drehventiltrompete am besten ein? Perinet wasche und trockne ich, dann wird sie auseinandergebaut und in Einzelteilen sauber verpackt. Aber DV? Ich werde bestimmt keine Drehventile ausbauen ...
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